WTC: 11.09.2001 - Ursachen, Folgen, Katastrophen (3) zurueck home weiter

Eine Liste von Artikeln, Büchern und Links zum Thema. Aktuelle Artikel stehen oben, nach unten wird's älter; ganz unten dann ein Link auf Archivseiten mit älteren Titeln. Wobei »älter« Sie nicht am Gehalt zweifeln lassen sollte...

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Irak-Special auf TELEPOLIS - wenn es um umfassendere Bewertungen geht...

aktuellere Titel (nach dem 30.04.03)

  1. Die Kinder von Guantanamo :: telepolis, Florian Rötzer 29.04.2003 :: Auch Kinder unter 16 Jahren werden als "feindliche Kämpfer" vom Pentagon auf dem kubanischen Stützpunkt festgehalten, aber den "sehr, sehr gefährlichen Menschen" ginge es bestens.
      Letzte Woche erst wurde bekannt, dass das Pentagon im Gefängnislager Guantanamo auf Kuba auch Kinder unter 16 Jahren eingesperrt hat. Am 23. April räumte Oberstleutnant Barry Johnson ein, dass Kinder als "aktive Kämpfer gegen die US-Streitkräfte" festgenommen und nach Guantanamo gebracht wurden, um sie dort zu vernehmen. Insgesamt befinden sich noch über 660 "feindliche Kämpfer" in rechtlosem Zustand in dem amerikanischen Gefangenenlager. Auch der Status von Kriegsgefangenen wird ihnen verweigert, um sie im Prinzip unbegrenzt in den Zellen halten zu können.
  2. Saddam Hussein und die Gerüchte :: telepolis, Florian Rötzer 28.04.2003 :: Für die einen ist er tot, die anderen sehen ihn mit einer Sprengstoffweste im Irak herumirren, wieder andere wähnen ihn in Weißrussland.
      Der Verbleib von Saddam Hussein und seiner Familie bleibt trotz mancher Festnahmen von hohen Regime-Angehörigen noch immer ein Geheimnis. Präsident Bush sagte kürzlich, dass nach seinen Informationen Hussein doch getötet worden sei. Der nach Bagdad umgesiedelte umstrittene Oppositionspolitiker Dschalabi verkündet hingegen, dass nach seinen Informanten Hussein mit seinen Söhnen von Ort zu Ort wandere. Saddam selbst trage einen Sprengstoffweste wie die Selbstmordattentäter. Und er habe vermutlich von den Anschlägen am 11.9. im voraus gewusst.
  3. Der neue Feind steht links. Und dreht in Hollywood Filme :: telepolis, Ernst Corinth 29.04.2003 :: Die schweigende Mehrheit in den USA rüstet auf
    Der Krieg im Irak ist vorüber. Der Krieg an der Heimatfront geht dagegen weiter. Und der neue Feind ist die vermeintlich vorlaute links-liberale Elite Hollywoods. Das zumindest behaupten Leute oder Gruppierungen, die sich selbst gern als so genannte schweigende Mehrheit oder deren Sprecher bezeichnen. Gekämpft wird dabei mit harten Bandagen, mit Unterstellungen, mit Beleidigungen und mit Boykottaufrufen. Und wie laut gerade die schweigende Mehrheit sein kann, wenn sie mal den Mund aufmacht, beweisen natürlich auch zahlreiche Netzseiten.
  4. Die Fürsten des IV.Weltkriegs :: telepolis, Thomas Pany 28.04.2003 :: US-Think Tanks und das Netzwerk der Neokonservativen, Teil 1
      "Die meisten Stiftungen", sprach Roger Hertog, der reiche, konservative Mäzen und neue Miteigner des politischen Magazins The New Republic vor einer Handvoll ranghoher Repräsentanten amerikanischer Think Tanks, "geben ihr Geld für Backsteine und Mörtel aus. Für Museen, Hospitäler, Konzerthallen und Universitäten". Das sei alles sehr fein und gut , aber die anwesenden Vertreter von der Heritage Foundation, dem Cato Institute, dem Manhattan Institute und dem American Enterprise Institute hätten etwas sehr viel weiter Reichendes vollbracht: Sie hätten es geschafft, den Kurs der amerikanischen Politik radikal zu verändern. Und: Alle zusammen würden "nur" 70 Millionen Dollar im Jahr kosten. "Man erreicht eine ziemliche Hebelwirkung für seine Dollars", versicherte Hertog der erlesenen Runde; die Herren von den Ideen-Instituten lächelten zustimmend
  5. Erstmals mehr als 2 Millionen Strafgefangene :: telepolis, Marcus Hammerschmitt   21.04.2003 :: Warum gibt es in den USA mehr Gefangene als in jedem anderen Land der Welt, China inbegriffen?
    Wenn von der US-amerikanischen Justiz die Rede ist, kommt man hierzulande schnell auf die Todesstrafe zu sprechen. Weniger bekannt ist die enorme Größe des amerikanischen Gefängnissystems, die manche schon von einem justiziell- industriellen Komplex sprechen lässt.
  6. Weltpolitik und Weltethos: Zum neuen Paradigma internationaler Beziehungen :: 9. Bundeskongress für Politi-sche Bildung (März 2003), Prof. Dr. Hans Küng
    Ich verkenne keineswegs, dass die Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg für Europa als "wohlwollende und liberale Vormacht" ("benevolent and liberal hegemon") gewirkt und besonders dem von Grund auf zerstörten Deutschland unendlich viel Gutes getan, ihm, unbezahlbar, Freiheit, Demokratie, Frieden und Wohlstand beschert haben – wie könnte man das je vergessen? ... 1973 allerdings schien Amerikas Macht zu zerfallen: überspannte Militärausgaben infolge des Vietnam-Kriegs, Energiekrise, Dollarverfall, Aufgeben des Goldstandards und faktisch Ende des Weltwährungssystems von Bretton Woods. Aber in den 1990er Jahren, nach der wirtschaftlich...
  7. Rumsfelds Ex-Freund :: FR, Karl Grobe :: Iraks Vizepräsident Tarik Aziz hat sich der US-Besatzungsmacht selbst gestellt. Er ist einer der bekanntesten Vertreter des gestürzten Regimes von Bagdad.
    Auf der Liste der Personen, auf deren Ergreifung die USA aus sind, steht Tarik Aziz an 43. Stelle: Dritte Liga, Mittelplatz. Das mag seinem tatsächlichen Einfluss auf die Staatsgeschäfte - das heißt: auf Saddam Hussein - in den vergangenen Jahren entsprechen. Rivalität mit dem Tikriti-Clan, Antipathie gegen den unbeherrschten und korrupten ...
  8. Die Türkei und der amerikanische Krieg gegen den Irak :: znet, mit Noam Chomsky, 03.04.2003 ::
    ... Die Kritik an der Türkei ist tatsächlich sehr bitter, gleichzeitig aber auch sehr aufschlußreich. Die türkische Regierung hat die Position von über 90 Prozent der Bevölkerung übernommen. Gemäß dem früheren Botschafter und heutigen Elder Statesman Morris Abramowitz bescheinigt dies den Mangel an "demokratischer Glaubwürdigkeit". Die Regierung "folgt der Bevölkerung", schreibt er, anstatt den Anweisungen aus Washington und Texas nachzukommen. Dies sei völlig inakzeptabel. Die von ihm vertretene Ansicht entspricht der gängigen Haltung ...
  9. Das Totschlagsargument :: znet, Andrea Noll, 25.04.2003 ::
    Wenn es gilt, diesen Irak-Krieg zu verteidigen, ist Hitler 'die Mutter aller Argumente': "Wie wollt ihr mit eurer Friedensbewegung einen Diktator stoppen! Hitler konnte nur gestoppt werden, weil ihn damals die Alliierten besiegten und das deutsche Volk befreiten". Ich möchte versuchen, diese Begründung aus deutscher Sicht zu entkräften.
  10. Der Leibarzt des Despoten :: taz, aus Bagdad KARIM EL-GAWHARY
    Es ist ein gespenstisches Selbstporträt, das im Behandlungsraum des irakischen Orthopäden und Malers Doktor Ibrahim Abdel Sattar al-Basri hängt. Wütend, finster dreinblickend sitzt er auf einem Stuhl. Mit der rechten bloßen Hand zerdrückt er ein leeres Cognacglas, die linke ist zu einer Faust geballt, weiß, blutleer.
  11. Das Kippbildchen von Feigling und Pazifist :: FR, Manfred Schneider :: Das Völkerrecht ist nicht religiös und auch nicht regional. Es ist gebrochen worden. Jetzt muss es mit allen Kräften wieder hergestellt werden
    Am Ende dieses Krieges stehen wir auf von unseren TV-Terminals und sehen, dass sich die Welt hinter den Bildern verändert hat. Die Deutschen und manche andere Nation, die diesen Krieg verhindern wollten, so lange es ging, müssen anerkennen, dass sie nicht nur im Nahen Osten eine radikal veränderte Lage vorfinden: Ein neues Spiel beginnt. Es gilt, rasch zu handeln, um nicht zu spät zu kommen.
  12. Die Massenhysterie der Schiiten in Kerbela :: telepolis, Burkhard Schröder   24.04.2003 :: Schon Karl May beschrieb die schiitischen "Todeskarawanen", den Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten und die Distanz gegenüber den Ungläubigen, die sich heute gegen die Amerikaner richtet
    Schiiten bilden den größten Bevölkerungsteil im Irak. Sie wurden mitsamt ihrer Religion vom sunnitischen Hussein-Regime unterdrückt. Ermuntert von den USA unternahmen sie nach dem Golfkrieg 1991 wie die Kurden einen Aufstand, wurden dann aber von den Amerikanern nicht unterstützt, weswegen die irakische Armee die Revolte brutal zerschlagen konnte. Nicht nur die Erinnerung daran lässt die Schiiten zwar die Befreiung von Hussein begrüßen, aber zugleich auch  fordern, dass die Amerikaner möglichst schnell abziehen sollen.
  13. Die Schwäche der Sieger :: DIE ZEIT, Emmanuel Todd :: Amerika degeneriert, Europa ist die kommende Macht – der französische Historiker Emmanuel Todd über die Zukunft der transatlantischen Beziehungen
    HinweisDer ungeschickte Hegemon :: DIE ZEIT, Joseph S. Nye :: Bushs Doktrin des Präventivkrieges ist richtig. Aber ohne die Vereinten Nationen hat sie keine Zukunft :: Nach dem Krieg: Wer regiert die Welt? - Der Irak-Krieg ohne UN-Mandat und die Absicht Amerikas, den Nahen und Mittleren Osten neu zu ordnen, werfen drängende Fragen auf. Welche rechtlichen, politischen und institutionellen Grundlagen braucht die neue Weltordnung? Werden allein die USA die Muster der Weltpolitik bestimmen? Wird sich Macht künftig vor allem auf militärische Stärke gründen? Welche Rolle sollen internationales Recht und die UN spielen? In einer Serie wird die ZEIT diesen Fragen nachgehen...
  14. Neustart der US-Atomwaffen-Produktion :: telepolis, Florian Rötzer 24.04.2003 :: Erstmals seit 14 Jahren hat das Energieministerium wieder einen Plutionium-Pit hergestellt, den Kern eines nuklearen Sprengkopfes
    Im Rahmen der neuen Sicherheitsstrategie (Neue Atomwaffen sollen entwickelt werden) hat das Pentagon nicht nur Atomwaffen als Bestandteil des Waffenarsenals für Verteidigungs- und "präventive" Angriffszwecke integriert, sondern plant auch den Bau von Mini-Nukes, also von kleineren taktischen Atomwaffen, die auch unterhalb der Schwelle eines Atomkrieges etwa zur Zerstörung unterirdischer Bunker eingesetzt werden sollen (Arsenal neuer Atomwaffen). Am Dienstag wurde auch wieder mit der Produktion von Plutonium-Pits begonnen, die zum Bau von Atombomben benötigt werden.
  15.   Für den amerikanischen Weg gibt es in Europa keine Mehrheiten, nirgendwo! :: telepolis, Rüdiger Suchsland   23.04.2003 :: Gegen die Gemeinschaft der "Willigen" - Herfried Münkler über den Golfkrieg und seine Konsequenzen
    Der neueste Golfkrieg ist seit kaum zwei Wochen entschieden, da legt der Berliner Politikwissenschaftler  Herfried Münkler schon ein erstes  Buch über den Konflikt vor. Dabei ist der Band alles andere als ein Schnellschuss. Der 51jährige Münkler, einst mit Büchern über Machiavelli und die Geschichte der Staatsraison vor allem als Historiker politischen Denkens bekannt geworden, hat bereits im vergangenen Jahr zwei Bücher über Theorie und Praxis militärischer Konflikte veröffentlicht. Darin geht er besonders auf die Rückkehr des Krieges ein, die seit Ende des Ost-West-Konflikts beobachtbar ist, und entwickelt die These der "asymmetrischen Kriege", der Wiedergeburt von Partisanen- und Guerilla-Aktionen mit anderen Vorzeichen.
  16. Den Kriegserfolg ausnutzen :: telepolis, Florian Rötzer   22.04.2003 :: Während Bush für die kommenden Präsidentenwahlen auf die nationale Sicherheit und den Kriegserfolg setzt, machen konservative Republikaner gegen das für sie zu liberale Außenministerium und Powell mobil
    US-Präsident Bush setzt für die Präsidentschaftskampagne, die in diesem Herbst startet, auf den Terrorismus- und Kriegseffekt. Kurz vor dem 11.9. ist eine Rede vor der Parteitagsversammlung der Republikaner in New York geplant. Inzwischen wollen die rechten Republikaner den Kriegserfolg auszubeuten und den moderateren Außenminister Powell, der für den diplomatischen Weg durch die UN plädiert hatte, aus dem Amt zu drängen.
    wedgeGeheime Machenschaften und verdächtige Zeugen :: telepolis, Florian Rötzer   22.04.2003 :: Auch der BND soll mit dem irakischen Geheimdienst kooperiert haben, das Öl bleibt im Blick und ein mysteriöser Zeuge für das chemische Waffenprogramm
    Angeblich haben Journalisten des Telegraph Dokumente aus den Ruinen des zerbombten Hauptquartiers des irakischen Geheimdienstes in Bagdad  entdeckt. Sie beinhalten die vor einem Jahr aufgenommenen Beziehungen zwischen dem irakischen Geheimdienst und dem Bundesnachrichtendienst. Dabei soll es um ein Treffen des BND-Mitarbeiters Joannes Hoffner...
    wedgeDie Schätze der irakischen Geheimdienstzentrale :: telepolis, Florian Rötzer   22.04.2003 :: Der britische Telegraph hat nun nach Russland und Deutschland den britischen Labour-Abgeordneten und Kriegsgegner George Galloway im Visier
    Der Telegraph scheint allmählich auf den Geschmack zu kommen. Die rechtsorientierte Zeitung aus dem Hause Murdoch stand dem Irak-Krieg positiv gegenüber und sieht jetzt offenbar die Gelegenheit, möglichst vielen Kritikern - und mancher Konkurrenz - quotenträchtig eines auswischen zu können. Die Russen und Deutschen waren schon dran, jetzt ist mit dem linken Labour-Abgeordneten George Galloway einer der prominentesten heimischen Kriegsgegner dran.
  17. Bewusste Täuschung oder reiner Zufall? :: telepolis, Ernst Corinth   22.04.2003 :: Bei CNN ist bei der Oscar-Verleihung am lautesten gebuht worden
    Dass man seinen Augen nicht trauen darf, ist bekannt. Zu oft wurden und werden nicht nur in Kriegszeiten Fotos und Filme so manipuliert, dass sie einen bestimmten propagandistischen Zweck erfüllen. Dass man aber auch seinen Ohren nicht mehr trauen darf, hat bisher nur einer in aller Deutlichkeit öffentlich ausgesprochen: Der ehemalige irakische Informationsminister Saeed al-Sahaf, der auf einer mittlerweile legendären Pressekonferenz Journalisten verraten hat, dass der zuvor zu hörende Einschlag von Bomben in Wirklichkeit nur die Detonation von amerikanischen "Sound-Containern" gewesen sei.
  18. „Im Untergrund tickt die Realitätsbombe“ :: tagesspiegel :: Philosophie im Fernsehen: Rüdiger Safranski und Peter Sloterdijk über lautes Denken und letzte Provokationen.
  19. Normative Trümmer und solche aus Stein :: telepolis, Goedart Palm   19.04.2003 :: Enzensberger, Habermas und der Irak-Krieg: Zum komplexen Geflecht von Macht, Moral und Recht
      Jürgen Habermas und Hans Magnus Enzensberger, beide ausgewiesen als langjährige Oberbescheidwisser und Letzterklärer des Weltgeschehens, haben in der FAZ (Printausgabe vom 16. bzw. 17. April) den Irak-Krieg essayistisch nachbearbeitet. Die Ergebnisse sind so kontrovers wie paradigmatisch. Enzensberger verglich bereits anlässlich des ersten amerikanischen Golfkriegs Saddam Hussein mit Adolf Hitler. Die militärische Demontage des Tyrannen aus Bagdad ist folglich ein Freiheitsakt, der ihn mit moralischer Genugtuung erfüllt - wie immer, wenn Tyrannen fallen.
  20. Intensiv-Bebilderung zwischen Hollywood und Bagdad? :: telepolis, Peter V. Brinkemper   20.04.2003 :: Zum aktuellen Verhältnis von Film, Medien und Krieg
      Der zweite Golfkrieg kannte den Medien-Blackout, die einsame Stimme eines CNN-Reporters in Bagdad und die chirurgischen Einschlagsbilder des US-Militärs. Der dritte Golfkrieg wird intensiv von allen Sendern bebildert und multilateral kommentiert. Im Lichte der Kriegs-und-Terror-Filme aus Hollywood und der aus Vietnam bekannten TV-Berichterstattung erweist sich die Infolandschaft des dritten Golfkriegs als ein multimediales Show-Szenario der zumeist erschreckenden Gleichgültigkeit gegenüber der menschen- und völkerrechtsverachtenden Kernstrategie des US-Wirtschaftskrieges.
  21. Schutzsichere Westen zu vergeben :: telepolis, Christian Gapp   18.04.2003 Ein Gespräch mit Séverine Cazes von der Organisation "Reporter ohne Grenzen" über die Kriegsberichterstattung im Irak
    Der Krieg im Irak hat unmittelbare Auswirkungen auf die Berichterstattung gehabt, wie kein Konflikt zuvor. Stand zu Beginn vor allem das Konzept der "eingebetteten Berichterstatter" im Zentrum des medialen (Selbst-) Interesses, so wurde schnell deutlich, dass der Krieg gerade unter den Journalisten besonders viele Opfer forderte. Ein weiteres Novum ereignete sich am 14. April in der Nähe von Tikkrit, bei dem ein von einer CNN-Crew angeheuerter Bodyguard das Feuer erwiderte, als die Autokolonne des Teams beschossen wurde. Über die dramatischen Entwicklungen und ihre möglichen Auswirkungen sprach Telepolis mit Séverine Cazes, in der Pariser Zentrale der Menschenrechtsorganisation  Reporters sans frontières (Reporter ohne Grenzen) zuständig für den Bereich Mittlerer Osten.
  22. George W. Arabicus :: SZ, Heribert Prantl :: Das Ende des Irak-Krieges ist nicht der Beginn des Friedens
    Als die Römer vor 2149 Jahren Karthago eroberten, sah die Neuordnung des Landes so aus: Publius Cornelius Scipio der Jüngere, fortan Africanus genannt, ließ die Stadt dem Erdboden gleich machen. Seine Soldaten erledigten das nach einem blutigen und grausamen Häuserkampf so gründlich, das an diesem Ort niemals mehr eine menschliche Ansiedlung entstehen sollte. Angesichts des gewaltigen Zerstörungswerks wurde der römische Feldherr sentimental: Es kamen ihm, so berichtet Appian, die Tränen, und er dachte über die Wechselhaftigkeit des Glücks und über die Vergänglichkeit der Reiche nach. Das hinderte ihn freilich nicht daran, in Karthago keinen Stein auf dem anderen zu lassen und die überlebende Hälfte der Einwohner in die Sklaverei zu verkaufen. Das karthagische Land aber wurde römische Provinz unter einem militärischen Oberbefehlshaber.
      George Bush der Jüngere hat, so weit bekannt, über die Zerstörungen, die seine 24 000 Bomben und Sprengsätze im Irak angerichtet haben, nicht geweint...
  23. Ich bewundere Sie, Herr Bush! :: freitag :: OFFENER BRIEF DER IRANISCHEN SCHRIFTSTELLERIN FAHIMEH FARSAIE AN GEORGE BUSH :: Sehr geehrter Herr Präsident der Vereinigten Staaten, George W. Bush,
    Sie feiern nun majestätisch Ihren militärischen Triumph gegen den Irak mit Ihren Verbündeten und Unterstützern. Ihr Erfolg ist gleichzeitig der heiß begehrte Sieg der US-amerikanischen Rüstungsindustrie. Denn sie wird in diesem Jahr, nach Berechnungen des US-Außenministeriums, wunderbringende Rüstungsgüter im Wert von 14 Milliarden Dollar verkaufen können. Mit ruhigem Gewissen freut sie sich auf die Wiederherstellung der mehr als 9000 Bomben, die in den Kriegstagen über dem Irak abgeworfen wurden. Ich komme aus einem Land, das vermutlich in absehbarer Zeit eventuell eine Menge von Ihren perfekten Bomben abbekommen wird. Ich stamme nämlich aus einem der Länder der sogenannten »Axis of Evil«, aus dem Iran. Ich bin persische Schriftstellerin und dennoch oder gerade deshalb bewundere ich Sie...
  24. Öl oder Kultur :: telepolis, Florian Rötzer 18.04.2003 :: Die Kritik ist nicht nur im Ausland groß, auch zwei Berater des Weißen Hauses sind zurückgetreten, weil das Museum in Bagdad im Unterschied zum Ölministerium nicht vor Plünderern geschützt wurde :: Dass die US-Soldaten, obgleich vorgewarnt, nichts gegen die Plünderung und Zerstörung der einmaligen Kulturschätze im Nationalmuseum und in der Nationalbibliothek Bagdads gemacht, aber anscheinend andere Dinge wie das Ölministerium geschützt haben, scheint für viele zu einer Metapher für die Interessen und die Art der Kultur zu sein, die den Irakern von der Bush-Regierung nach der Befreiung gebracht werden soll ( "Das passiert"). Zwei Berater des Weißen Hauses, die für Kultur zuständig sind, sind aus Ärger und Scham deswegen schon zurückgetreten.
  25. Von der schönen Helena, dem Raub der Sabinerinnen, Aida und anderen schönen Frauen: Das Hollywood-Heldendrama im Irak :: telepolis, Florian Rötzer   17.04.2003 :: Selbst die filmreife Befeiung der Jessica Lynch aus den Händen der bösen Hussein-Schergen scheint anders verlaufen zu sein, als dies uns das Pentagon und manche hörigen Medien berichtet haben :: An Gerüchten, Falschinformationen oder Propaganda herrscht seit dem 11.9. kein Mangel. Ein guter Teil stammt auch aus offiziellen Kanälen der britischen und amerikanischen Regierungen und ihren Geheimdiensten, die auch nicht davor zurückscheuten, beispielsweise gefälschte Beweise für die angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak zu verwenden. Zahllose falsche oder irreführende Meldungen gab es auch im Krieg gegen...
    Überlebensvorteil Schönheit? :: telepolis, Christian Gapp 05.04.2003 :: Über die heroische Befreiung der jungen amerikanischen Soldatin aus einem irakischen Gefängnis :: Der 1. April war für das Pentagon ein Tag der guten Nachrichten. Sogar Abenteuerliches konnte berichtet werden: Mit einer nächtlichen Kommandoaktion wurde eine schwer verletzte junge Soldatin aus irakischer Kriegsgefangenschaft befreit, die bis dahin offiziell als vermisst galt. Sie ist hübsch und kommt aus einfachen Verhältnissen, ideale Voraussetzungen für ein Heldenepos, das nicht zuletzt von westlichen Urängsten gespeist wird.
  26. Dresche für die Cappuccino-Linke :: DIE ZEIT, Thomas Kleine-Brockhoff :: Amerikas Kriegsgegner geraten in Erklärungsnot. Die Rechte will den Triumph im Irak schnell ausnutzen :: Seit Erfindung der Fotografie ist die Welt gewohnt, dass ein historisches Ereignis sich seine Ikone schafft, ein Bild-Symbol, das die Größe des Moments zu erfassen vermag. So war es auch in der vergangenen Woche bei der Hinrichtung der Saddam-Statue auf dem Firdos-Platz zu Bagdad. Doch um die Aussage des Ereignisses tobt seither ein transatlantischer Deutungskampf.
  27. Bilder von Kriegsopfern unerwünscht :: Florian Rötzer   14.04.2003 :: Nach Ansicht der "Freiwilligen Selbstkontrolle der Multimedia-Diensteanbieter" dürften, wie es in einem Brief an Telepolis wegen eines beanstandeten Fotos eines Kriegsopfers heißt, keine "Gewaltdarstellungen" veröffentlicht werden :: Krieg ist die organisierte Tätigkeit von vielen dazu ausgebildeten, mit der besten verfügbaren Technik ausgestatteten Soldaten, um im Dienste eines Landes die jeweiligen Gegner in einem Angriffs- oder Verteidigungskrieg zu töten, um den Widerstand zu brechen. Seit Guernica und dem Zweiten Weltkrieg werden dabei auch Städte bombardiert. Dabei werden unvermeidbar auch Zivilisten, also Kinder...
  28. Operettenimperialismus :: telepolis, Ulrich Berger und Christoph Stein   14.04.2003 :: Zu Emmanuel Todds Nachruf auf die Weltmacht USA :: Allenthalben hört man von der unendlichen Überlegenheit der USA, von ihrer ökonomischen Übermacht, ihrer waffentechnischen Einzigartigkeit, ihren unendlichen Ressourcen. An einem beliebigen TV-Abend hört man dieses Mantra mindestens ein dutzendmal, teilweise drei- viermal kurz hintereinander. Im scharfen Kontrast zur angeblichen Allmacht der USA stand das Vorspiel zum Irak-Krieg im UN-Sicherheitsrat: Die USA und Großbritannien standen allein. Mexiko, Chile und Deutschland sagten nein, selbst politische und wirtschaftliche Zwerge wie Angola muckten auf und zum Schluss verweigerte gar die Türkei die Gefolgschaft. Und auch jetzt geht das Gezerre in der UNO munter weiter. Zwei Fragen drängen sich auf: Sind die USA wirklich so mächtig? Braucht die Welt diese Macht überhaupt?
    Siehe auch hier.
  29. Alles... :: Karikatur in der taz, 14.04.03
  30. Rechts gegen Irak und Globalisierung :: SZ, Claus Leggewie :: Bei den jüngsten Protesten gegen den Irak-Krieg rief eine Gruppe zum europaweiten Boykott von US-Waren auf, „unter anderem mit Aktionen vor McDonald’s und Burger King“. Auf einem Flugblatt war die Parole zu lesen: „Terror ist ein Meister aus Amerika“, zu sehen war eine Uncle-Sam-Figur mit Horrorfratze. Unbefangene Leser hätten auf die üblichen Verdächtigen getippt, nämlich antiimperialistische Linksradikale. Aber das Impressum wies niemanden anderen aus als die NPD...

 ältere Titel (vor 14.04.03)

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