Brainstorm nach dem WTC-Attentat:
Bestrafung der Schuldigen ja - Kampf gegen Terrorismus ja!
Aber KEIN KRIEG! Kriege sind kein Mittel der Politik!
Anti-Kriegs-Erklärung per E-Mail an die Bundesregierung senden!
Lesenswert: täglich aktualisierte Sammlung von Links zum Thema.


 

 

 

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"Wir sind immer noch die großartigste Nation der Erde ..."

verkündete der Präsident der USA in einer Radioansprache.

Wie dünn ist eigentlich die Grenze zwischen berechtigtem Nationalstolz und hurrapatriotischem Nazionalismus?

Oh, darf man das überhaupt noch fragen?
Denn der Präsident der USA verkündete ja auch schon, dass, wer nicht für die USA ist, gegen sie ist.

Aha.

Es entwickelt sich. Ein Klima, dass jeden bekannt vorkommen wird, der sich mit Geschichte befasst hat.

PS: Gerade lese ich, was Günter Gaus dazu zu sagen hat: www.freitag.de/2001/39/01390101.php
Vollste Zustimmung!


23.9.01 | Eintrag verlinken | 2 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Zone "nationalen Interesses"


Werfen Sie auch einen Blick auf das Datum der Zitate ...

"Schon vor der Implosion des Sowjetreiches hatten Experten vor Baku neue Ölvorkommen im Festlandsockel des Kaspischen Meeres entdeckt: angeblich 14 Milliarden Fass, rund zwei Milliarden Tonnen - ein Schatz im Wert von etwa 330 Milliarden Dollar.
[...]
Heute, so hat es Madeleine Albright seinerzeit noch als Uno-Botschafterin vor Abschluss des "Jahrhundertvertrages" verkündet, steht Washington als "Garant der Stabilität" im Kaukasus bereit - ein klarer Hinweis, dass die USA das Gebiet als Zone "nationalen Interesses" verstehen und die Loslösung Georgiens und Aserbaidschans von Moskau "überragendes Ziel amerikanischer Außenpolitik" ist, wie Ex-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski bestätigt."
Quelle: SPIEGEL, 10.01.2000

"Bei einem Preis von mehr als 30 Dollar pro Barrel wird es für die Verbraucherstaaten wieder interessant, von der Opec unabhängige Förderquellen zu erschließen, diesmal vielleicht nicht in der Nordsee, sondern rund um das Kaspische Meer, in Aserbaidschan, Turkmenistan oder Armenien, wo noch gigantische Vorkommen vermutet werden."
Quelle: SPIEGEL, 25.09.2000

"Wirklich wichtig war und ist Turkmenistan wegen seiner Bodenschätze. Der Wüstenstaat, seit dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 unabhängig, sitzt auf einer gigantischen Blase von Erdgas und Erdöl."
Quelle: SPIEGEL, 15.01.2001

Anschlag auf das World Trade Center (11.09.01)

"Noch ist das "Kriegsziel" nicht benannt, die Schuld möglicher Drahtzieher des Terroranschlags vom Dienstag vergangener Woche nicht bewiesen. Doch der Aufmarsch der US-Truppen am Persischen Golf ist in vollem Gange."
Quelle: SPIEGEL, 21.09.2001

Man nehme sich nun einen Atlas und suche Afghanistan.
Dann sollte man mal einen Blick auf die Entfernung zu Georgien, Aserbaidschan, Turkmenistan und Armenien werfen. Und zu Russland und China auch gleich.
Und wenn man dann noch ruhig schlafen, kann, sollte man es tun.

Gute Nacht!


22.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Weil wir ihnen, den USA, so viel verdanken?


Henryk Malefiz Broder glaubt, uns im SPIEGEL erklären zu müssen, "Warum wir die Amerikaner hassen".

Die These, dass wir die Amerikaner hassen, wird übrigens nicht näher belegt und bleibt bloße Behauptung; Beweise bleibt Herr Broder schuldig.
Undifferenziert wie vieles, was Herr Broder von sich gibt, sind wieder einmal die pauschalisierten Kategorien - "wir", "die Amerikaner", "hassen".

Nun gut. Dass Herr Broder die Welt in einem Schwarz-Weiß-Raster sieht und sich nicht die Mühe macht oder machen kann, differenziert zu denken, ist bekannt und soll hier nicht Gegenstand der Betrachtung sein.

Sein Artikel lässt sich reduzieren auf diesen Absatz:

"Warum also hassen so viele Deutsche die Amerikaner? Und warum gehört dieser Hass längst zum guten Ton auf allen Partys wie Salsa und Prosecco? Weil sie ihnen so viel verdanken. Erstens haben die Amerikaner die Deutschen vom Nationalsozialismus befreit, zweitens haben sie den Morgenthau-Plan nicht umgesetzt, drittens haben sie den Marshall-Plan durchgeführt, viertens haben sie Care-Pakete geschickt und fünftens haben sie Berlin zur Zeit der Blockade versorgt. Zusammengenommen bedeutet das alles eine gewaltige Demütigung."

Das ist interessant.

Die "fünf großen Gründe" des Herrn Broder beziehen sich sämtlichst auf eine Zeit, die 50 Jahre zurückliegt. Damals haben die USA im Rahmen des alliierten Bündnisses gegen den deutschen, japanischen und italienischen Faschismus ohne jeden Zweifel eine historische Leistung für die Menschheit vollbracht.
Diese US-amerikanische Politik, die auch die unmittelbare Nachkriegszeit einschließt, wird nicht in Vergessenheit geraten, wird wohl immer entsprechend gewürdigt werden, wird wohl auch bei uns Deutschen für alle Zeiten mit Dankbarkeit bedacht werden.

Aber seit damals sind 50 Jahre vergangen, Herr Broder.

50 Jahre, in der sich die Welt und die Rolle der USA in der Welt grundlegend verändert haben.

Die langen Zeiten des kalten Krieges waren prägend für eine neue Definition des US-amerikanischen Selbstverständnisses.

Der Zerfall der Sowjetunion und des gesamten so genannten Ostblocks hat zuletzt nur noch eine einzige Großmacht übriggelassen: die Vereinigten Staaten von Amerika. Wirtschaftlich und militärisch dominant in einer ungesunden Relation zum Rest der Welt, ohne irgendein ein Gegengewicht.

Die US-amerikanische Politik von heute ist bestimmt vom öffentlich verkündeten "Wir setzen unser nationales Interesse - und das ist vor allem ein ökonomisches Interesse - vorbehaltlos durch."

Die Stichworte Kyoto-Vertrag, Biowaffenkonvention, ABM-Vertrag dürften an dieser Stelle als allseits bekannte Beispiele für das egozentrische Verhalten der USA-Administration ausreichen.
Amerikanische Interessen werden von der US-Regierung offiziell über alles andere gestellt.
In einer Welt, die immer stärker miteinander verzahnt - "globalisiert" - ist.
In einer Zeit, in der stärker denn je in weltweiten, internationalen Kategorien gedacht werden muss, weil Wirtschaft, Umwelt und auch militärische Interessen sich schon längst nicht mehr auf Nationen oder Nationalstaaten beschränken lassen.

Das, Herr Broder, dieses Verhalten der USA heute, in dieser unserer Gegenwart, bestimmend für unser aller Zukunft, dürfte wohl die wirkliche Ursache sein, wenn viele Menschen auf der ganzen Welt die Rolle der USA mit gemischten, ja ängstlichen Gefühlen sehen.

Dankbarkeit für 50 Jahre zurückliegende Dinge ist richtig.

Aber diese Dankbarkeit kann und darf nicht Motiv unseres Handelns für die Zukunft sein.
Und schon gar nicht darf sie uns die Gehirne zukleistern zu besinnungs- und kritiklosem vorauseilendem Gehorsam.

Denn sonst, Herr Broder, sonst, nach ihrer Diktion, müssten wir wohl auch noch dem Herrn mit den stechenden Augen dankbar sein.
Wegen der schönen deutschen Autobahnen, die dieser Herr uns - angeblich - gebaut hat.


PS: Und noch eine Kleinigkeit, Herr Broder: Dass, wie sie schreiben, "die Amerikaner die Deutschen vom Nationalsozialismus befreit" haben, ist schlichtweg nicht richtig.
Die Amerikaner haben einen Anteil daran geleistet, nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Die Hauptlast hat die damalige Sowjetunion vollbracht. Als die Amerikaner 1944 in der Normandie landeten - übrigens nicht allein die Amerikaner, sondern die Alliierten - befand sich die Rote Armee bereits seit 2 Jahren in der Offensive und drang unaufhaltsam Richtung Deutschland vor.
Wir wär's mit einer differenzierten, historisch korrekten Betrachtungsweise, unbeeinflußt von der US-amerikanischen Selbstdarstellung in den Medien?


18.9.01 | Eintrag verlinken | 10 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Anti-Kriegs-Erklärung


Nur kurz die Information, dass "meine" Anti-Kriegs-Erklärung, die auf einer Idee von Buntfrucht beruhte, nun etwas professioneller gemanagt wird.

Falls sich doch mehrere Leute in die geplante Liste eintragen würden, wäre ich möglicherweise nicht hinterherkommen mit der Pflege der Liste, zumal ich ja oft unterwegs bin und keine Zeit finden würde, die Liste von Hand zu pflegen.

Christian Leipnitz, mein hilfreicher Geist in Sachen Internet, hatte mit seinem Kollegen schon ein ähnliches Projekt im Kopf.
Deshalb haben ich ihnen die Anti-Kriegserklärung zur Verfügung gestellt.

Die Anti-Kriegs-Erklärung befindet sich jetzt hier:
http://www.cl21.net/gegen-krieg/bundesregierung.html

Und die Liste ist hier:
http://www.cl21.net/gegen-krieg/liste.html

Ich bin sehr froh über diese Unterstützung - Danke!


16.9.01 | Eintrag verlinken | 1 Kommentar | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Angst darf uns nicht lähmen


Ich habe Angst vor der Zukunft, ein ganz jämmerliche Angst.
Nein, nicht davor, dass es hier in Deutschland ebenfalls Attentate geben könnte.
Auch nicht davor, dass Bundeswehrsoldaten in irgendeinem Kriegseinsatz sterben könnten.
Das alles scheint mir trotz aller Schrecklichkeit viel zu egoistisch.
So nach dem Motto: Krieg und Vernichtung ja, Tod und Verderben ja - wenn nur uns nichts passiert.

Ich habe Angst auch nicht vor einem III. Weltkrieg, noch nicht.

Nein, was mir wirklich Angst macht, was ich nicht zu fassen in der Lage bin, ist das blitzschnelle Abgleiten der "westlichen Wertevorstellungen", innerhalb von Stunden, in die Logik, Ideen und Pläne des finstersten Mittelalters.

Die US-amerikanische Regierung ist nicht irgendeine verblendete Fanatistengruppierung, sollte man meinen; von der US-amerikanischen Regierung, die die militärisch und ökonomisch größte und stärkste Macht der Welt repräsentiert, erwarte ich ein anderes Verhalten als Kreuzzungsmentalität, blinden Hass, Kriegsgeschrei.
Von der Weltmacht USA erwarte ich, dass sie Schock und Trauer zu bewältigen in der Lage ist und angemessen reagiert.
Angemessen, wie es einer weitentwickelten (?) Nation entspricht. Nach Völkerrechtsprinzipien.

Das habe ich eigentlich auch von der Masse der deutschen Bevölkerung erwartet.
Aber was ich heute in Foren gelesen haben, auch in Foren, in denen ich gehofft habe, auf vernunftbegabte, humanistische Wesen zu treffen - das macht mir Angst.

Wohin gehst Du, Welt?

Bitte, wer etwas gegen die gegenwärtige Auputscherei zum globalen Krieg tun möchte: eine Möglichkeit wäre, diese oder eine ähnliche E-Mail an die Bundesregierung zu senden. Angst darf uns nicht lähmen. Jeder von uns ist nur ein Mini-Teilchen. Aber viele Miniteilchen können vielleicht doch etwas bewirken!


15.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Wollt Ihr den totalen Krieg??!!


Eine Demokratie muss in der Lage sein, sich zu verteidigen, wenn nötig, auch mit Waffengewalt.

Ein Bündnis wie die Nato bedeutet mehr Sicherheit für alle Partner. Und das ist gut so. Jahrzehntelang haben gerade die europäischen Staaten davon profitiert, auch und gerade von der Allianz mit den USA.
Dafür sollten wir Westeuropäer durchaus dankbar sein.
Und unsererseits unseren Partnern in der Not beistehen.

Doch der Verteidigungsfall, der jetzt ausgerufen worden ist, kann nicht im Geiste des 1949 definierten "Bündnisfalles" sein.
Blinde vorauseilende Unterwürfigkeit gegenüber einem militärischen Kraftprotz, der schon in der Vergangenheit nicht selten unangemessen, größenwahnsinnig und falsch reagierte, der letzten Endes nur die Interessen des eigenen Landes als Maßstab anerkennt und sich nicht um Konsens schert - so war das nicht gedacht.

Paul Wolfowitz, stellvertretende US-amerikanischer Verteidigungsminister: Es gehe nicht nur darum, Menschen gefangen zu nehmen und zur Rechenschaft zu ziehen, sondern Schlupfwinkel und helfende Systeme auszuschalten und Staaten auszuschalten ("ending states"), die Terrorismus unterstützten.

Sollten die USA sich wie ein verwundetes Nashorn in rasender, aber blinder Wut gleich auf alle so definierten "Schurkenstaaten" - Afghanistan, Irak, Sudan, Libyen etc. - stürzen, mit gewaltigen militärischen Vernichtungsschlägen, würden sie sich auf eine Stufe mit terroristischen Tätern stellen.

Und wir sind dabei, als Bündnispartner, wir tragen die volle moralische Verantwortung mit, in einem Kampf, der auf diese Weise nicht gewonnen werden kann, der ungerecht ist, wenn er gegen Völker geht statt gegen die Verursacher des WTC-Attentats.

Atombomben auf Afghanistan?
Wir sollten später nicht sagen, wir hätten von nichts gewusst. Diese Ausrede gilt seit 1933 nicht mehr.

Es ist nicht zu begreifen, mit welcher fahrlässiger Unterwürfigkeit die deutsche Regierung einem solchen Kriegstreiben zustimmen konnte.

Haben wir denn, verdammt noch mal, aus zwei von Deutschland verursachten Weltkriegen nichts gelernt?
Immer noch nicht?


14.9.01 | Eintrag verlinken | 8 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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650.000 Tote


SECHSHUNDERFÜNFZIGTAUSEND.
Ruanda 1994.
Hingeschlachtet innerhalb von 100 Tagen.
Zeit genug, um einzugreifen mit allem Militär dieser Welt.
Nichts, ist geschehen, nichts.
Keine Kriegserklärung an den Terrorismus, keine Intervention, kein Gegenschlag.

Und kaum Betroffenheit, Angst und Verzweiflung, Anteilnahme hier in Deutschland.
Keine Gottesdienste, keine Schweigeminuten, keine "Kampfansage an das Böse".

Es scheint nackter Egoismus zu sein, der jetzt zu blödsinnigem Betroffenheitsgedusel in Deutschland führt.
Angst, dass man selber Opfer des nächsten Anschlags werden könnte. Angst, dass sich irgendetwas ändern könnte am sicheren Wohlstandsleben. Dass man vielleicht in Zukunft besser nicht in den USA Urlaub machen sollte, wie furchtbar.

Die westlichen Werte sind in Gefahr - als ob die westlichen Menschenleben mehr wert wären als "unwestliche".

Der Terrorismus muss bekämpft werden, kein Zweifel.

Aber diese Erkenntnis sollte nicht erst seit dem Attentat auf das World Trade Center dämmern.

Jahrzehntelang gibt es Anzeichen, jahrzehntelang wurde der Terrorismus geschürt, jahrzehntelang wurden Stellvertreterkriege geführt, Waffen geliefert, Völker gegeneinander aufgehetzt. Irgendwo fern in Angola, weit weg von Urlaubsstränden oder Shopping-Centern. Weit weg vom Bewusstsein derjenigen, die jetzt am lautesten heulen.

Das ist es, was an dem jetzigen Aufschrei so heuchlerisch und falsch und verlogen ist.

Weil es uns nur um uns selber geht.


13.9.01 | Eintrag verlinken | 5 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Es ist Krieg


Furchtbar, die Zerstörung des World Trade Center. Nicht in Worte zu fassen, was man bei diesen Bildern empfindet. Grenzenloses Leid für tausende Menschen, Menschen, die grund- und sinnlos sterben mussten. Wegen einer Weltanschauung oder was auch immer (noch ist ja nichts bekannt).

Die Brutalität, Menschenverachtung und Sinnlosigkeit dieses Terroranschlags erinnert an die Zerstörung der Dresdner Innenstadt durch die englisch-amerikanischen Luftangriffe im Februar 1945 oder an die amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki oder an die amerikanischen Napalmeinsätze in Vietnam.

Unbeteiligte Menschen müssen sterben für die Ideen von Barbaren.

Wäre die Menschheit doch endlich so weit, sich Menschheit nennen zu dürfen.


12.9.01 | Eintrag verlinken | 3 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Volksverdummung heute


Ein Buch, dass die Welt nicht braucht, wenn der Inhalt so ist, wie's der Titel verspricht: Eine Lüge.
Ich mag die Rattenfänger nicht, die auf der upper side leben und uns noch belehren wollen, dass wir ohne sie aufgeschmissen wären.

Ja, ja, ich habe das Machwerk hier nicht gelesen und sollte deshalb dazu keine Meinung äußern. Trotzdem!


11.9.01 | Eintrag verlinken | 1 Kommentar | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Schrei es doch einfach 'raus,


Don Dahlmann, in deinem Weblog, wenn Du kannst, denn irgendwie ist da ja doch jemand, der Dir zuhört, besser gesagt mitliest; ganz allein bist Du also doch nicht.
Okay, okay, wir anonymen Typen hier draußen sind nicht dasselbe wie das Nicht-Alleinsein, dass Du wahrscheinlich meinst.
Aber manchmal hilft es doch, die Sorgen einfach mitzuteilen und ZuhörerInnen zu haben. Oder eben LeserInnen. Einfach so. Auch wenn wir Dir nicht wirklich helfen können.
Aber wer kann einem schon wirklich helfen, wenn's einem dreckig geht?

11.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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woanders gelesen


Ich werde allmählich Fan von Sarah, zum Beispiel wegen solcher Sätze:
... gestern abend hab ich mich gefragt, ob nicht irgendwie in meiner Seele langsam Löcher entstehen, die man nicht einfach mit einer wirklichen Umarmung oder einem gutverlaufenden Gespräch oder einer Hand voll Verständnis heilemachen kann ...

Klasse, oder?

Und das hier, gelesen bei zucker ziege, ist so poetisch und schön:

die erde dreht sich. und das tut sie, ohne daß wir es wissen müßten und einfluß darauf hätten, einfach so, ohne unterlaß und ohne pause. genau so ist das leben; es geht immer weiter, ohne mal eine rast zu machen, und schwemmt wie eine riesge flutwelle alle ereignisse und geschichten mit sich; an der spitze eine gischt aus emotionen und erinnerungen. doch genau so wie die gischt am strand zerschellt, gibt es auch emotionen, die sich ständig verändern, verschwinden, wieder auftauchen und doch ganz anders sind. und da gibt es auch den sand, der zum meeresboden sinkt und sich langsam von der strömung hin und herwiegen läßt, so wie erinnerungen, die immer da, aber immer vermischt und schemenhaft sind.

ich mag die brandung und das meer. aber manchmal wäre mir ein stilles wasser lieber, nur für einen moment, damit ich innehalten könnte und mir einmal darüber klar werden, wo oben und unten ist, und ich welche richtung ich renne.
nur einen klitzekleinen moment.


10.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Der zukünftige Verteidigungsminister


Die Maler, Schriftsteller und Installationskünstler würden sich erbittert bekriegen um die besten Ateliers.
In den Städten würde es zu tumultartigen Szenen kommen, weil jeder von den kostenlos verteilten Sachen mehr würde haben wollen als der andere. Die Metallskulpturen würden früher oder später zu heftigen Kontroversen führen, ob das Kunst ist und ob man das braucht.
In den ehemaligen Kasernen würden die Kinder Krieg spielen.

Wir Menschen sind nicht so weit, dass diese schöne Utopie des Wörterberg wahr werden könnte.
So einen künftigen Verteidigungsminister kann man sich nur wünschen. Aber niemand von uns wird das noch erleben.
Vielleicht wird es überhaupt nie jemand erleben.


9.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Die Endlösung


Der stellvertretende Jerusalemer Polizeiminister und ehemalige Vize-Chef des Inlandgeheimdienstes Gideon Esra regt an, potenzielle Selbstmordattentäter dadurch abzuschrecken, dass Israels Regierung ein "Auslöschen" ihrer ganzen Familie ankündige; außerdem sollten die Überreste solcher Mörder zusammen mit dem Blut von in den Augen der Muslime unreinen Schweinen beerdigt werden - als Zeichen der Verachtung.

Quelle: DER SPIEGEL 37/2001

Diese Pläne, die unheilvolle Erinnerungen an die Naziverbrechen gegen Juden aufkommen lassen, hegt heutzutage ein Vertreter des jüdischen Staates Israel.

Humanismus ist noch immer nicht mehr als eine dünne Lackschicht auf der grausamen Fratze der Politk.


8.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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So geht's auch, Herr Scharping


Nämlich ohne brunftiges Röhren in bunten Gazetten:
"Weitere Erklärungen zu unserer Beziehung werden wir nicht abgeben und bitten die Medien darum, unsere Privatsphäre zu respektieren.", sagte der Bundesfinanzminister Hans Eichel. [Quelle]

Respekt!


8.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Rauschen im Blätterwald


Dass Herr Scharping in seinem x-ten (oder gar ersten (?!)) Frühling sich ein wenig tölpelhaft benimmt, rauscht ja nun seit geraumer Zeit durch den Blätterwald. Auch durch den Log-Wald (und auch ich konnte mich nicht zurückhalten).

Gut, tölpelhaft hat er sich ja schon früher benommen. Von daher nichts Neues.

Einerseits kann man ihm natürlich vorhalten, dass die kleinen intimen Freuden eines Verteidigungsministers nicht ganz das Gleiche sind wie zum Beispiel Beckersche Wäschekammergeschichten. In bunten Blättern sind sie daher nicht so gut aufgehoben.

Andererseits kann man den Mann ja auch verstehen; es spricht ja - irgendwie - auch für ihn, wenn er zu großer Sehnsucht fähig ist und deswegen nicht mal ein paar Stunden ohne seine Freundin auskommen kann, mag, will. Ein Mensch eben - nicht das schlechteste Merkmal eines Politikers.

Aber wie auch immer. Allmählich drängt sich der Eindruck auf, dass Rudolf Scharping einfach nur "abgeschossen" werden soll.
Gerade der SPIEGEL wartet mit immer neuen Schlagzeilen auf, die bei näherem Hinsehen - ganz im Gegensatz zur sonstigen Art des SPIEGEL - vorwiegend aus Vermutungen und Gerüchten bestehen.

Das Wort "Rücktritt" taucht verdächtig oft auf, wenn auch noch mit Fragezeichen versehen.

Hat in den letzten Tagen und Wochen eigentlich noch irgendwer über die Arbeit des Herrn Scharping reflektiert?
Ist ihm da was vorzuwerfen? Macht er seine Sache schlecht?

Interessiert das überhaupt jemanden?

Das Rauschen übertönt mal wieder die wesentlichen Dinge.


7.9.01 | Eintrag verlinken | 3 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Herdentrieb


Irgendwer ruft eine neue Mode aus und schon stampft die Herde, dumpf blökend, in die gewiesene Richtung.
Erstaunlich, wie oft das passiert, immer wieder.
Und erstaunlich, für mich nicht nachvollziehbar, das offenbar dringende Bedüfrnis vieler, sich einem Mainstream anzuschließen.
Turnschuh-Fabrikanten - zum Beispiel - freut's.

Umso erfrischender finde ich Leute, die den Mut haben, mitten im besinnungslosen Gedränge aufzustehen und eine eigene Meinung zu haben: "... ich nenne es Unfug".


6.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Gedanken zur Nacht


Politische Journalisten müssten vielleicht tatsächlich ganz traurige Menschen sein.
Allerdings - warum sollten sie? Das würde voraussetzen, dass sie (noch) Ideale haben.
Und nicht Teil dieses Geschäfts sind.

Dass bei den Politik-Mimen Verliebtheit gleich wieder funktionalisiert wird (brillianter Artikel von le sofa blogger) ist für mich nur logisch, letzten Endes. So funktioniert unsere Welt, hier jedenfalls, in den satten Ländern, leider.
Ich kenne kaum Lebensbereiche, in denen der äußere Schein nicht über die die inneren Werte triumphiert.
Politiker können sich dem nicht entziehen. Wir Wähler bestätigen sie darin.

Gute Nacht.
Ja, genau.


5.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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The answer, my friend, is blowing in the wind ...


"... Und wieso? Wieso, wieso? Wo muss ich suchen? Wo kann ich finden? Wo kann ich vieles finden, was ich wissen mag, wo kann ich antworten auf meine Fragen finden? WO?"

Sugar, vielleicht gibt es auf so viele Fragen gar keine richtigen, gar keine *endgültigen* Antworten.
Wahrscheinlich ist es sogar besser, nie alle Antworten gefunden zu haben. Leute, die alle Antworten zu kennen glauben, können einem doch nur Leid tun, irgendwie, oder? Solange man noch so viele Fragen hat wie Du, lebt man noch, denkt, ist auf der Suche, nach sich selbst oder nach dem, was "die Welt im Innersten zusammenhält" *g* oder einfach nur nach dem Mond.
Alles tausendmal besser als satt und zufrieden ein dumpfes Leben ohne Fragen zu führen.

Ich kann mir nach dem, was ich in Deinem Log von Dir gelesen habe - und ich habe fast alles gelesen - nicht vorstellen, dass Du eines Tages lieber keine Fragen mehr hättest.

Nein, Sugar, es ist ganz und gar nicht peinlich, auf Dein Log zu verlinken, und deshalb habe ich's gerade getan.
Mir gefällt Dein Log ... es ist so absolut ehrlich und offen. Das können nicht viele. Nicht mal viele professionelle Schreiber, lach.

Und was heißt überhaupt "Kinderlog"?! ich finde an Deinem Log nicht mehr Kindisches als an anderen Weblogs auch, meins eingeschlossen. Dass Du jünger bist als andere, darüber kannst Du ja nur froh sein ;-).
Wahrscheinlich wäre dann eher mein Log ein Kinderlog, denn Deins ist fünf mal so alt wie meins!

PS: Ich finde es wirklich klasse, dass sich unter den Webloggern alle möglichen Altergruppen, Berufs- und sozialen Schichten und so weiter wiederfinden. Dumpfe Couchpotatoes sind mir noch nicht als Weblog untergekommen. Gut so! Darüber könnte man philosophieren.


5.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Rechts, Staat, Rechtsstaat? Und ich?


Nachdem ich mich letztens bei WorldWideKlein an einer Diskussion zum Verbot von Naziaufmärschen beteiligt hatte und dann auch noch in der B|Log-Datei was über die "die tun mir doch nichts"-Haltung mancher Mitbürger gelesen hatte, musste ich mich selbst fragen, ob es denn reicht, sich darüber im stillen Kämmerlein zu empören.
Was tue ich dagegen außer dass ich dagegen bin, diese Strömung für wider alle Vernunft halte und die braunen Typen für dumpfbackig, aber letzten Endes kreuzgefährlich?
Ich tue ... nichts.
Nichts tun reicht nicht.
Aber was kann man tun?

Unsere begnadeten Staatenlenker à la Bundeskanzler usw. haben ja vor einiger Zeit die "Zivilcourage" gegen die NN-Typen (NN=Neonazi, ich möchte das Wort Nazi nicht verwenden) ausgerufen.
Das war für mich eine der schwachsinnigsten Statements unserer Leithammel.
An der Stelle, wo meiner Ansicht nach der Staat gefordert ist, aber schmählich versagt, soll nun der Bürger nachts in der Straßenbahn aufstehen, und die NN's in die Grenzen verweisen.
Cool.
Noch cooler, wenn man dann so liest, dass dieser unser Staat sich nicht mal anschließend um Leute kümmert, die den Mut zur Zivilcourage wirklich gehabt haben:
"Hilft ihnen die Gesellschaft, zumal sie doch, wie immer wieder betont wurde, nicht nur ein Menschenleben retteten, sondern auch das Ansehen Deutschlands? Doch nun geschieht etwas Merkwürdiges, nämlich - nichts. Die Helfer fühlen sich bald im Stich gelassen. Die Stadt werde auf ihre Kosten die Wohnungen der Türken mit Sicherheitstechnik aufrüsten, mit Videoüberwachung und Alarmaufschaltung zur Polizei, hieß es zunächst, doch kein Techniker erscheint." aus "Der Fluch der guten Tat", Die Zeit 30/2001

Nein, WorldWideKlein, ich bin nicht der Meinung, dass man die NN-Strömung mit Verboten in den Griff kriegen kann. Nicht NUR mit Verboten!
Aber ich wünsche mir trotzdem, dass die NN's gnadenlos und mit der ganzen Härte eines demokratischen Rechtsstaates verfolgt werden. Als es gegen die RAF ging, war der Staat engagierter, scheint mir. Scheint mir sehr.

Ich denke, dass der Staat hierbei eine Rolle spielen muss. Das wäre auch die Grundlage, auf der die eingeforderte "Zivilcourage" erst gedeihen könnte!

Wirklich Angst wird mir, wenn man sich Zusammenhänge zusammenspinnt, warum nicht ernsthaft und konsequent gegen die NN's vorgegangen wird.

Und deshalb finde ich, ein wichtiger Schritt zur Zivilcourage, zur Überwindung der eigenen Bequemlichkeit wäre es, von den Politikern einzufordern, dass sie Ihrer Rolle bei der Bekämpfung des NN gerecht werden.

Davon muss die Wiederwahl abhängen!

Medienwirksame Fototermine und Betroffenheitsgetue ist zu wenig, Damen und Herren Politiker!

Was B|Log hier ankurbelt, ist schon mal ein guter Anfang, denke ich.

Was ich persönlich tun kann, weiß ich aber immer noch nicht!


4.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Verlinkt


Auf wundersame Weise ist dieser noch kleine Brainstorm nun schon da und dort verlinkt worden, zum Beispiel bei B|Log-Datei, Fragmente aus Kalifornien, ALLes allTÄGLICH, WorldWideKlein, Schockwellenreiter, wom{log} und anderen.

Schön, prima, das freut mich natürlich.

Jetzt pocht aber das schlechte Gewissen ein bisschen, weil ich mit meiner Verlinkerei noch nicht so weit bin, wie ich gerne wäre. Am Wochenende wollte ich das eigentlich machen, aber Blogger.com hatte da irgendwie Probleme mit den Templates ...

Nun denn, deshalb erst mal diese kleine Aufzählung - damit nichts verloren geht.


4.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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real life


Kennst Du das, mein Freund? Spätnachts in der Innenstadt, Du gehst noch auf ein schnelles Bier in irgendeine Kneipe. Lässt den Blick über die anderen Toten Seelen da drin schweifen. Und plötzlich trifft Dich ein offenes Lächeln, unerwartet, ein so offenes Lächeln, dass es wie ein Pfeil alle Panzer durchbohrt und genau die eine kleine weiche Stelle in Dir trifft.
Du schlägst sekundenschnell den Blick nieder, Dein Herz rast oben im Hals, Du kannst keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Geschweige denn irgendetwas tun.

2.9.01 | Eintrag verlinken | 1 Kommentar | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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Verraten Sie uns Ihre Vorlieben!


Ich bin versucht, stark versucht, ich kann, glaube ich, nicht dagegen an ... ich muss !!! es tun!

Endlich einmal alles 'rauslassen, all die verklemmten Dinge, die in mir stecken, ALLES!
Die Mr. Hydes. Die schmutzigen Fantasien ... ohhhhh ... die Gehaltswünsche ... wie ich über meinen Chef denke ... und über dessen Sekretärin. Das Heulen in der Nacht! Und die stillen Träume.

"Verraten Sie uns Ihre Vorlieben".

Endlich ... öffne Dich, arme Seele!
Wie lange habe ich danach, genau danach, gesucht!

Bosch, die mit den Zündkerzen, die helfen Dir!

"... werden Sie jetzt Mitglied bei "Mein Bosch" und verraten Sie uns Ihre Vorlieben."



2.9.01 | Eintrag verlinken | 0 Kommentare | zum aktuellsten Eintrag wechseln |

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