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Deutschland Europa

Eckhard Schulze - Wachstum, SPD Berichte im Stern

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  Aktuellere Beiträge (nach dem 31.05.03)

31.05.2004

Kultur ist, wenn...

... ja was? Ja wenn? Kein finaler und definierender Rundumschlag, aber ein wenig zum Überlegen, was von Kultur »für's Volk« noch bleibt, wenn die Kassen leer sind *), wenn Quote das erste der Gebote ist und Dummheit und Verdummung Hand in Hand durch's Land ziehen...

»Im TV wurde niemand je bestraft, der sein Publikum unterforderte.«

Roger Willemsen

Auch im Falle des Fernsehens zeigt sich, dass in Globali- und Privatisierung nicht das Heil des Menschen liegt: Niveau, Bedeutung und Inhalt gehen flöten. Dass einem der Ekel hochkommt bei der Politik, der Medienlandschaft, das sei zugestanden und verziehen, aber müssen dazuhin Ekelpakete mit Ekelsendungen unsere Zeit totschlagen? Zudem: das Henne-Ei-Prinzip lässt grüssen - was war zuerst mies? Der Mensch, das Volk, die Macher von »Film, Funk und Fernsehen«?

Dennoch, und weil alles nicht so schlimm ist: Es gibt Kultur, auch »zum kleinen Preis«, man muss sich nur kümmern & suchen. Bahnhofshallen, Foyers von Banken und Stadtbüchereien, überall und immer mal wieder eine kleine Ausstellung... Aber ob das reicht?

Aber ehe Sie nun auch lauter Frust in den nächstgrösseren 16:9-Fernseher in 1-mm-Flachbildtechnik investieren: Es gibt sie noch, die »Bühnen«, Schauspiel, Oper, Ballett. Und Museen sind sooo teuer nun auch nicht - wenn man das Preis-Leistungsverhältnis mit dem des Fernsehens vergleicht in jedem Fall.

Fangen Sie doch gleich an...

... und gehen Sie zur Vernissage in der INTER ART-Galerie und sehen Sie mal anderes, z.B. Kunst, gemalt von Günther Sommer und fotografiert von Isabel Oestreich. Und statt Kartoffelchips gibt's Leute...

Ach ja: 4. Juni, 20.00 Uhr! (4.-26.6.2004)


*) Anmerkung vom 3.6.2004: Verwundert es, das Amerika die selben Sorgen hat? Das Kultur nicht nur aus Glamour, Preisgekröntem sondern auch (sic!) darin besteht, Leben lebenswerter und erfüllter zu machen? Darauf weist eine kleine Notiz in der StZ von heute hin. Zugegeben, in Amerika ist Kunstförderung mehr im privaten Mäzenentum angesiedelt. Aber Kunst & Kultur braucht jeder - hier wie dort. Und hier »sparen« Kommunen, das Land, der Bund...

Artikel aus der Stuttgarter Zeitung - Stadtausgabe, Donnerstag, 03. Juni 2004, Seite 33 (Ausgabe: Nr.126)

Kultur
INS NETZ GEGANGEN
Halteseile

Dem Schönen, Guten, Wahren fühlen sich auch einige amerikanische Kunstfreunde verpflichtet. Doch in den USA, wo private Mäzene stärker als bei uns Orchester, Theater und Museen finanzieren, macht sich auch ein viel pragmatischeres Verständnis von Kunst breit: ¸¸art as intervention" heißt dieses Modell, Kunst als Krisenintervention. Der Verein ¸¸Americans for the Arts", ein Dachverband lokaler Initiativen, schwärmt auf seiner Homepage denn auch nicht von all dem Bereichernden, das einem Kulturbürger das Leben versüßen kann. Er weist auf die dramatische Verwahrlosung der Großstadtjugendlichen, auf die wachsende Kriminalität und zeigt uns lieber die besorgten Gesichter von Jugendrichtern als das zufriedene Grinsen von Kulturpreisträgern. Kunst wird hier als Überlebensmittel begriffen, eher als Halteseil für junge Menschen denn als Ziergürtel. Ein schöner Gedanke aus grimmigem Anlass. tkl

www.americansforthearts.org

SCHRÖDER / SCHRÖDER
© 2004 Stuttgarter Zeitung

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30.05.2004

Am Tag nach morgen...

... wird's vielleicht noch nicht so weit sein, dass uns die Eiswürfel um die Ohren fliegen wie in Roland Emmerichs neuem Film The Day Afer Tomorrow. Ausserdem: Sollte es nicht wärmer werden? Eben, deshalb schauen Sie doch mal vorbei, was unsere Gletscher so machen...

Jedenfalls, das ist nicht mehr wegzudiskutieren: Es wird wärmer und kälter; wenn wir so weitermachen, dann steigen nicht nur die Benzinpreise ins Unermessliche. Aber hallo!

Und nachdem auch Bush und Konsorten darüber Bescheid wissen wird sicher bald alles gut. Man müsste nur mal darüber reden dürfen...

Und nochmal Globalisierung

Nur, weil's doch so wichtig ist: Ein weiterer Artikel in der Stuttgarter Zeitung vom 27.05.04, diesmal von Jean Ziegler; auch wieder ganz einfache Worte - jeder sollte sie kapieren... [*]

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26.05.2004

Globalisierung ohne Steuerung...

... führt zu mehr Ungerechtigkeit, unsozialer Ausbeutung derer, die »sich billiger anbieten« (müssen) und Verarmung derer, denen es schon besser ging - was wir momentan massiv am eigenen Leib mitbekommen. Der Grund: Momentan zielt Globalisierung immer nur auf die Öffnung von billigen Rohstoff- und Arbeitskräftemärkten; die Staaten und ihre Gemeinschaft hat die Steuerung aus der Hand gegeben. Ein denkwürdiger Beitrag heute in der Stuttgarter Zeitung, einfache, klare und wahre Gedanken - so einfach könnte Politik sein... [*]

Artikel aus der Stuttgarter Zeitung - Stadtausgabe, Mittwoch, 26. Mai 2004 Seite 29 Ausgabe: Nr.120 Kultur

Endlich mal agieren, statt bloß zu reagieren!
Nur die internationale Politik kann die Globalisierung steuern
Von Christopher Ziedler

Das gängigste Rezept, um den viel zitierten Herausforderungen des weltweiten Strukturwandels zu begegnen, klingt nach einer Diät. Fit muss die Volkswirtschaft sein, schlank der Staat, sonst könne der Standort Deutschland im globalen Konkurrenzkampf nicht bestehen. Arbeit soll billiger werden, damit das mobile Kapital wieder Gefallen findet am einstigen Wirtschaftswunderland und sein Glück nicht jenseits von dessen Grenzen sucht. Um das zu finanzieren, soll sich der so genannte Wohlfahrtsstaat zurückziehen. Mit dem Ergebnis, dass der Bürger - je nach Sichtweise - weniger sozial abgesichert ist beziehungsweise eben mehr Eigenverantwortung erhält. Zum Kern von Schröders Agenda 2010 gehört es auch, staatliche Regulierungen abzubauen, die angeblich die Unternehmen gängeln und am Schaffen von Arbeits-plätzen hindern. Uneins sind sich Regierung und Opposition lediglich darin, ob die Maßnahmen weit genug reichen.

...

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26.04.2004

Katastrophenstimmung

Die EU wird erweitert; die Slowaken wollen eigentlich nicht, die Engländer denken ans Aussteigen, die Polen wollten knapp, dann eine Weile nicht, jetzt wollen vor allem die Bauern, die Zyperntürken wollen, dürfen aber nicht, weil's die Inselgriechen gerade nicht wollen - bzw. deren rechstoller Präsident ... Und so weiter und so fort.

Aber das ist noch gar nichts: Der Irakkrieg, der Nahe Osten, die schon vor einem Jahr vorhersehbaren, ja eigentlich unausweichlichen Verwirrungen und täglichen »Erfolgsmeldungen«, Morddrohungen, das alles wird zur Routine, das Morden an allen Ecken und Enden ist uns Wurscht oder unausweichlich - je nach Kenntnis- und Gemütslage.

Aber vielleicht sind das noch echte Katastrophenmeldungen?

  • Frank Schätzings Der Schwarm bei Kiepenheuer & Witsch, 2004 - ein Wälzer von 1000 Seiten über die Natur, die zurückschlägt oder
  • Roland Emmerichs neuer Film The Day After Tomorrow, demnächst in den Kinos, der die kommenden Klimakatastrophen zum Thema hat, genauso wie der Bericht des Pentagons zum selben Thema, brisanter als der »War on Terrorism« oder
  • die Meldung, dass Bush umso sicherer im Sattel sitzt, je schlechter es für ihn läuft? Zitat SPIEGEL: »Das schönste Bonmot zum Stand der Dinge stammt übrigens von einem Kolumnisten der "Washington Post": Noch so ein furchtbarer Monat für George W. Bush, und ihm ist die Wiederwahl sicher.« Dazu passt auch Rudolf Mareschs Überlegungen, wie sich die USA aus ihrem selbst angelegten Sumpf wieder befreien können. Oder Merkels liebe Not mit dem Kandidaten Köhler, der den USA »schwerwiegende Fehler« und »arrogantes Verhalten« bescheinigt - und Schlimmeres? Ja, wo führt das alles hin?
  • Oder die Meldung, dass die Ergebnisse der Umfrage Perspektive Deutschland fertig gestellt ist?
  • Oder
  • (mal wieder...) Koruption in Deutschland und anderswo, vorgeführt amBeispiel Welteke und der Bundesbank?

Ach ja: Und dann war da noch Tschernobyl - vor 18 Jahren. Aber wer wird da gleich von Katastrophen reden...

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24.04.2004

Die Macht der Bilder...

... ist immer wieder ein paar Gedanken wert, wenn es darum geht, was wir glauben, wissen oder glauben zu wissen und wie Bilder und wir damit manipuliert werden. Dabei frage ich mich, welche Variante die perfidere ist:

Unterschlagen oder Fälschen?

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16.04.2003

Eine Zeitung feiert ihren 50. Geburtstag...

... vor.

Und wie das? Lassen wir uns überraschen. Jedenfalls, auch der »echte« 25. ist in Zeiten der knappen Werbeetats, des Zeitungssterbens, des jour-nalistisch verengten Einheitsbreis ein Ereignis. Ach so: Welche Zeitung? Es ist die taz, die 25 wird. Herzlichen Glückwunsch! [tagesschau]

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14.04.2004

Die Entstehung der Arten

Ohne Darwin...

... muss es jetzt in Italien gehen. Die Vertreter Gottes auf seiner heiligen Erde haben mal wieder Recht bekommen, wie damals bei der Erde und der Scheibe - und ganz ohne Folter, einfach so; welch ein Fortschritt!

Glauben Sie nicht? Da bleibt nur eins: Selber lesen!. Aber damit nicht genug: Der Schwachsinn kommt aus den USA - Kreationismus heisst diese Art von Fundamentalismus. Da können wir doch endlich auch wieder auf Hexenverbrennungen hoffen, der Wunsch nach Verschwörungstheorien kann entfallen. Was »bei Gott« nicht heissen soll, dass dieser Kraut- und Rübenabend gestern in (oder auf?) arte wesentlich niveauvoller war als die Entscheidung der italienischen Ministerin Moratti, die vor allem im Finanz- und Risc- (sic!) management gross geworden ist.

Altes oder Neues Europa ?

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10.04.2004

Noch 19 Tage...

... dann wird eine neue WUZ geboren, Nummer 18 soll sie heissen. Wer dabei sein will: bitte schön! Ich weiss, es lohnt sich.

09.04.2004

Dümmer geht's nimmer

So zitiert Robert Maresch in telepolis den Volksmund.

Aber es ist nicht nur Dummheit, die die Lage im Irak hat so eskalieren lassen. Diese Tollheit, gepaart mit Arroganz, Sektierertum, Geld- und Machtgeilheit - und eben auch Dummheit - treibt die Situation auf eine Spitze, die zwar keiner wollte (?) aber jeder ahnte; jedenfalls, soweit er genügend Geschlinge im Hirn hatte.

Aber Besserwisserei und Schadenfreude hilft da nicht weiter, die Hoffnung auf eine Wahlschlappe für Bush ebenso wenig. Die Schrödersche Verweigerungshaltung, von der Opposition und anderen, die jetzt in Deckung gehen, angeprangert, erweist sich als richtig. Doch was hilft uns das? Der Iraq brennt, in Europa sprengen Terroristen sich und andere Menschen in die Luft. Wo soll das enden?

Wem vom Alter her noch Vietnam erinnerlich ist, die Demonstrationen der 60er- und 70er-Jahre, die Gegenbewegung vor allem in den USA, der kann nur hoffen, dass derartige Bewegungen erneut der Superhybris der Mächtigen und ihrer Handlanger ein Ende machen.

Erst ab Mitte 1966 und besonders 1967 vergrößerte sich die Zahl der Amerikaner, die glaubten, daß das Eingreifen der USA in den Vietnamkrieg ein Fehler gewesen war. Hierzu gibt es folgende Umfrageergebnisse des Institutes Gallup:
Auf die Frage "In view of developements since we entered the fighting in Vietnam, do you think the U.S. made a mistake sending troops to fight in Vietnam ?" antworteten die befragten Personen wie folgt:

Datum NEIN-Antworten in %
August 1965

61

März 1966

59

Mai 1966

49

September 1966

48

November 1966

51

Februar 1967

52

Mai 1967

50

Juli 1967

48

Oktober 1967

44

Dezember 1967

46

Februar 1968

42

März 1968

41

April 1968

40

August 1968

35

Oktober 1968

37

Februar 1969

39

Oktober 1969

32

Jänner 1970

33

April 1970

34

Mai 1970

36

Jänner 1971

31

Mai 1971

28

(Ab diesem Zeitpunkt wurde die Frage von Gallup nicht mehr gestellt)

Zitat aus Michaela Jandl: Widerstand gegen den Vietnamkrieg in den USA

Kann man aus der Geschichte lernen? Ich meine: Ja - wenn man will. Oder - wie Karl Jaspers es formuliert hat: »Die Geschichte erleuchtet das Gegenwärtige.«. Ein Vorbild, das ist Amerika sicher nicht...

Aber da man nicht immer nur Zeitung lesen kann, wenn man was dazulernen will: Wen es interessiert, was Vietnam aus jungen Männern gemacht hat - Phillip Roth: Der menschliche Makel - bei Hanser, im Buchhandel. Als Nebenthema, gewissermassen.

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04.04.2004

Reichtum ist nicht länger finanzierbar

Diese Forderung halte ich für eine gerechte, sofort einsehbare, sinnvolle, breit konsensfähige - und realisierbare. Würd' ich hinter stehn... Oder:

»Permanente Kapital- und Steuerflucht nicht mehr finanzierbar«.

Nachvollziehbar sinnvoll. Nur: Keiner stellt sie, diese Forderungen. Warum nicht?

Selbst auf den erfogreichen Aktionsveranstaltungen in Berlin, Köln und Stuttgart gestern: Kein Redner stellt solche Forderungen. Eher verhalten werden Politiker und Unternehmensvertreter angerempelt (zu recht!) - nur: Die haben nicht das Kapital, die betreiben nicht die Kapital- und Steuerflucht, die sind nicht die »Stiftungs«-Gründer in Lichtenstein. Die Bahama-Fraktion, die Abzocker im grossen Stil, die wirklichen Gewinner, die sind hier nur zuweilen auf Besuch. Keine Chance, an die heran zu kommen? Ich denke doch.

Wer Denkstoff braucht: Hier gibt's welchen. Und hier und hier und - naja, das reicht für's erste. Doch halt: Da gab es ja noch die »ältere Generation«, die angeblich einen Teil der ganzen Probleme verursacht. Deshalb...

Mal wieder: Alter

Man kann ja geteilter Meinung über ihn sein, er ist auch nicht unbedingt mein Fall (wer erinnert sich noch an ihn und den »Fall Walser« ?), aber sich zu diesem Thema vehement zu Wort zu melden, das war nicht falsch von ihm. Es geht um Frank Schirrmacher, FAZ-Herausgeber und Autor des neuen Buches Das Methusalem-Komplott. Trotz überzogenem Gebrauch von Kriegs-Metaphern, einer Hau-Ruck- und Wiederholungssprache, einer verengten Sichtweise: Auf gut 200 Seiten hätte man einerseits sicher differenzierter mehr sagen können - und doch: Nötig scheint es mir doch zu sein, aufzurütteln. Und vielleicht liest es sich so leichter. Wir wissen zwar das meiste aber verdrängen es brav und daher sei es eben dennoch empfohlen...

Was an Wesentlichem fehlt, holt man vielleicht mit dem Bändchen von Hannelore Schlaffer, Das Alter - ein Traum von Jugend zum Teil nach.

Mehr zum Thema Alter - für alle die es sind oder werden... Aber auch auf die Fragwürdigkeit der Statistik in disem Zusamenhang sei nochmals hingewiesen.

Hallo! Schnapszahl heute! PROST!       Kommentar  Ihr Kommentar  ::   top


23.03.2004

Na endlich...

... scheint es eine Instanz zu schaffen, Microsoft in die Schranken zu verweisen. Die EU verhängt ein Strafgeld von 500 Mio EURO. Ob's tatsächlich so kommt? Wird's so heiss gegessen, wie's jetzt kocht?

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20.03.2004

Ein Jahr später...

... hat sich fast alles bewahrheitet, was vorhersehbar war - wenn man sehen wollte. Vor einem Jahr begann die US-Kriegsmaschine, den Irak mit Marschflugkörpern und Tarnkappenbombern zu »enthaupten« - so stellten sie sich das vor, die feinen Herren. Gewalt gegen eine angebliche terroristische, weltbedrohliche Klicke unter Saddam. So wurde uns das vorgelogen. Und wer noch genügend eigenes Gehirn sein eigen nannte wusste, dass das gelogen war.

Und heute?

Nach einem Jahr: An die 600 Tote unter den Koalitionstruppen, an die 9.000 Tote in der irakischen Zivilbevölkerung. Ein unmenschliches Attentat in Madrid, in jeder Hinsdicht »pünktlich« plaziert. Und ein US-gelenktes Übergangs-Sammelsurium:

"Jedes Mitglied des irakischen Regierungsrates erhielt für die Unterschrift einen eigenen Füllfederhalter. Im Bild Ratspräsident Bahr el Ullum, der von einem US-Berater unterwiesen wird."

(Süddeutsche Zeitung vom 9.3.2004)

Und wieder findet im freitag dieser Woche einer die passenden Worte:

Wolfgang Ullmann macht sich unter der Überschrift Alt-Amerika - Neu-Europa so seine Gedanken. Wie recht er doch hat - und was hilft's?. Denn...

Krieg ist sehr sexy für das Fernsehen

Der Titel stammt leider (oder doch besser: gottseidank) nicht von mir. Er stammt von einer preisgekrönten (na eben: das bin ich nicht!) TV-Reporterin. Aber lesen Sie doch einfach darüber, was die Medien, die heute so schlau daher-reden und -zeigen, so zum Thema Irak zu sagen und zu zeigen hatten: TV-Overkill.

Die gute Nachricht...

... zum Schluss: Um 12:15 war Neumond, Frühling lässt sein Blaues Band... - und Mörike feiern wir auch dieses Jahr.

  »Er ist’s«

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

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28.02.2004

Die Mutter aller Fragen...

... nämlich: »Gibt es irgendeinen Bereich, wo man die Hoffnung haben könnte, dass Politiker einen nennenswerten Erfolg vorweisen könnten?« ist wohl hinreichend durch die täglichen Flopmeldungen beantwortet. Dennoch muss man auf den neuerlichen Flop beim mittlerweile als »BA« firmierenden Arbeitsamt nochmals hinweisen. Nicht nur, dass die Kosten explodieren, dass Korruption (mal wieder...) ruchbar wird: Ich hatte schon in einem früheren Beitrag (2.12.03) auf eine kleine software-technische Petitesse hingewiesen, die exakt in diese Richtung zielte, in die der Weise - pardon, der Hase jetzt zu laufen beginnt. Galoppierende Kosten, Vergabefehler, Korruption. Ohne Wissen des Herrn Hase - pardon, Weise und seiner Kollegen - selbstverständlich, akzeptiert, gezahlt und verzinst. Wir sind doch froh, dass wir Kenner beschäftigen, die alles im Griff haben und im Zweifelsfall von nichts was verstehen oder wissen. Solche Leute brauchen und haben wir! Muss man schon mal wieder sagen, 'woll. der Telekom-Sommer, Esser, Toll Collect - alles schon wieder so lange her...

Nun muss ich allerdings auch einen schwer wiegenden Fehler bekennen und korrigieren, aber ich steh' dazu - echt!: Ich hatte geschätzt, dass wir 2008 erfahren würden, was das Monstrum Virtueller Arbeitsmarkt wirklich kostet. Das war falsch, wir ahnen (ich bin jetzt vorsichtiger...) jetzt schon, was es kosten soll: 165 Mio EUR (oder mer - wir kennen das!), ein echtes Schnäppchen - für die Super-Software-Klitsche Accenture. Da liest sich deren homepage doch wirklich wie eine Verhöhnung. Aber bitte: Wo schon kein realer Arbeitmarkt vorhanden ist, da braucht's eben einen virtuellen - koste er, was es wolle.

Aber was sage ich - »Klitsche«. Ist falsch, haben ganz viele Kunde, fast alles, was Rang und Namen hat hier in der Republik, lässt bei den arbeiten. Vielleicht liegt's ja daran, dass in Deutschland nichts mehr voran kommt?

Ausserdem kommt jetzt eine gaaanz schlechte Wiederhohlung eines vermeintlich und endlich hinter uns liegenden Verhandlungsmaratons auf uns zu: Weise will verhandeln!Neuauflage der »Doll Kollekte« ?

Was bleibt also hängen...

... im Gedächtnis? Und was bewirkt es? In der politischen Landschaft? So gut wie nichts und immer weniger. Wenn Sie jetzt noch ein wenig Zeit und gesunde Selbstkritik haben, dann lesen Sie hierzu den Artikel im freitag dieser Woche, über WERT UND MEHRWERT DES STUMPFSINNS. Vielleicht geht's Ihnen dann besser, weil es Ihre Meinung bestätigt. Oder es wird Ihnen übel von wegen Ihrer/unserer Zukunft.

Denn: Wahr ist, was ist.

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27.02.2004

Ob wir uns mehr Rentner »leisten können«...

... Darüber und warum die »naturgesetzlichen« Ergebnisse der offiziellen Bevölkerungsschätzer nicht stimmen, drüber macht sich ein nicht-staatlicher Statistiker Gedanken. Und er kommt auf eine alte Frage zurück...

Ein Artikel in telepolis.

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25.02.2004

Aschermittwoch?

Halt, halt! Das Leben geht weiter und Politik auch, die »grössten Stammtische« der Nation, sei's in Passau oder anderswo zeigen es deutlich, deftig und heftig. Sie sind zwar nicht der Nabel der Welt, aber die Art und Weise, wie da gearbeitet wird unterscheidet sich nur marginal von dem, was anderswo geschiet: Die Gewissheit, dass Vergesslichkeit, Verschleppung und Lüge ausreichen, um die Bürger zu »regieren« reicht aus. Aber Aschermittwoch ist eigentlich der Tag der (Rück-) Besinnung, der Einkehr, des Sinnens nach Sinn in all dem Wahn-Sinn:

[...] Im endlos sich jagenden Strom der Neuigkeiten geht die Orientierung verloren und wird nur noch in der Aktualität gelebt. Offenbar lässt sich darauf setzen, dass die Menschen und die Medien, die unter dem Zwang der Nachricht, d.h. des Neuen und Schockierenden, stehen, Geschichten nicht wirklich hinterfragen und zur Amnesie neigen. [...]

Florian Rötzer in telepolis

Ihm (F. Rötzer) geht es in seinem Beitrag um die Ungeheuerlichkeit der Verschleierung, was die Gründe zum Irakkrieg angeht; die waren zwar von Anfang an faul und »getürkt« (darf man das noch sage?) - aber mittlerweile treten die Fakten ans Licht und verlassen damit den Schatten der immer vorgeschobenen »Verschwörungstheorien«. Leider ist das ja nur ein Beispiel. Vieles in der täglichen Politik lässt sich analog beleuchten. Sehr lesens- und bedenkenswert...

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24.02.2004

Ein Krimi...

... kann nicht spannender (und lehrreicher) sein: Detektivisches Suchen in der Vergangenheit, Finden, Kunstraub: Eine europäische Geschichte über Polen, Ukraine, Österreich und Deutschland - ja und über Israel...

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23.02.2004

Vom Linken, Zitieren und Kopieren

Es ist einer der hervorstechendsten Eigenschaften des Internet, dass man auf andere Seiten, Artikel, ja selbst auf andere Hinweise hinweisen kann. Das geht einfach, wenn man die richtigen Werkzeuge benutzt und - dass man liest, was man verlinkt. Das muss sein. Soweit so gut. Ob der Link nach ein paar Tagen oder Wochen noch »steht«, ist oft fraglich bzw. zu verneinen und zu bedauern. Denn gewisse Artikel haben Bedeutung über den Tag hinaus. Und danach zu gooogeln wird nicht erfolgreich sein, eher wird ein Abdriften ins Nirwana daraus. Kopieren darf man nicht, was einerseits verständlich ist; andererseits führen tote Links eben nirgendwohin. Ob die Tagespresse - um die geht's in der Regel - Ihrer »neuzeitlichen« Pflicht nachkommt, auch im Internet über längere Zeit verfügbar zu sein, bleibt als Frage offen; Das Aufschliessen der Schatztruhen durch Entrichten eines -zum Teil erheblichen- Obulus ist da für den armen Link auch nicht hilfreich.

Wozu das Ganze? Die Flut von Informationen ist während des Frühstücks weder zu bändigen noch zu überblicken - der Blickwinkel wird umso enger, je weniger Zeit man hat. Da ist es doch sinnvoll, wenn »verlässliche« Leser eine Auswahl treffen, nicht als ideologische Einschränkung, sondern als Vorschlag, der auf Wesentliches hinweist -subjektiv, zugegeben, aber was soll's. Was ist schon objektiv wichtig oder richtig? Hauptsache, man wir nicht in die Irre geleitet.

Derartiges erfüllt Pickings.de täglich in sehr solide Art und Weise. Ohne Schnick-Schnack und Klicki-Bunt.

Und da wir Fasching haben, ist der Hinweis auf eine vielleicht weniger fundierte Art der Presseschau hingewiesen, bei der die Linkerei meisterhaft gehandhabt wird - wobei: Soooo weit ab von der Realität ist sie garnicht...

Was aber tun, wenn der Autor garnicht verlinkt werden will? Schwierig wird das. Vor allem, wenn der Autor das nicht kundtut. Mir so geschehen - ich bin Idiot 3. Da bleibt einem ge-ver-linkten Idioten nur das Verlinken, um zu dokumentieren. So kann's einem gehen, wenn man was Vernünftiges verlinkt...

Aber zum guten Schluss...

... soll's doch noch einen Link geben, der hoffentlich unverfänglich ist - auf neue Bücher nämlich.

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18.02.2004

Billiger wurden Mineralölprodukte und Urlaubsreisen

Wenn das keine Aufmacher ist! Dagegen sind i.W. »nur« die Preise von Lebensmitteln und Gesundheitskosten gestiegen. Das macht uns doch allen Mut, oder? Statistiken sind doch wirklich was feines.

Aber noch besser ist das:

Toy Collect, Doll Collect oder Die Pleite schlechthin

Nur der Vollständigkeit halber sei die Pleite einer Nation erwähnt, Kommentare gibt's wie Sand am Meer...

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8.2.2004

MyDoom reloaded

Nach »erfolgreicher Abwehrschlacht« (wen kümmert eigentlich SCO? Kursiert der Wurm überhaupt noch? Etc.) kommen interessante Überlegungen zum Verhalten der Medien -vor allem der Presse- in dieser Sache. Der Artikel und die zugehörigen Forendiskussionen zeigen jedoch, dass die Gemeinde sich nach wie vor nicht einig ist, wer denn nun »Schuld« hat. Aber mal einfach gefragt: Wenn Sie sich ein Auto kaufen, dessen Bremsen regelmässig versagen: Was würden Sie unternehmen? Eben!

Trennung vom »Grossen Bruder« ?

Ein interessantes Interview mit Oberstleutnant Jürgen Rose in telepolis: Das Zitat

Der Rest der Welt finanziert den Amerikanern die Fähigkeit zu imperialer Machtentfaltung mit und legt sogar noch 100 Milliarden Dollar drauf, um die Kosten der Kriege auffangen zu helfen, die von den USA primär mit dem Motiv geführt werden, diese Weltwirtschaftsordnung beizubehalten. In dem Maße, wie es gelingt, die Strukturen dieses Systems zu ändern, werden die Amerikaner das bei ihren globalen Ambitionen zu spüren bekommen.

telepolis

zeigt deutlich, dass es Absetzgedanken gibt, die in dieselbe Richtung gehen wie die von Immanuel Todd. Und da der Mann mit Vornamen so heisst, wie der grosse Philosoph, dessen 200. Todestag wir dieses Jahr gedenken, zum Abschluss ein berühmtes Kant-Zitat:

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

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5.2.04

Nun kommt's aber dicke...

... für Dabbelju und seinen Schosshund Blair: Amtierende und zusehends zurückgetretene Vertreter der Geheim- und sonstiger Sonderdienste überschlagen sich nun plötzlich fast im Beteuern, dass sie alles richtig gemacht haben; man mag ihnen sogar eher glauben, als ihren Auftraggebern in den Regierungen und den zugehörigen Wirschaftsunternehmen...

Was aber seltsam anmutet: Keiner in der Presse spricht meht von den angeblichen »Verschwörungstheoretikern«, die das alles so »vorausgesagt« haben.

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4.2.2004

Neue »Sicherheit« in Europa?

»... Muss man als durch Europa reisender Europäer nunmehr damit rechnen, dass jederzeit jemand nachschauen kann, was man so bei sich trägt? Ist die Zollfahndung zu einer neuen Geheimpolizei geworden? Müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass die Kontrolle nicht eine Maßnahme für außergewöhnliche Situationen, sondern die Normalität ist?«

Fragen, die sich der Schriftsteller Josef Haslinger in der SZ von heute stellt: Hand neben der Waffe - Zoll-Kontrollen kennen keine Grenzen. Da kann einem schon, neben den gestellten Fragen, die Galle hochkommen und Ängste davor, was so auf uns zukommt. Amerikanische Verhältnisse, Home Security...?

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