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Mai-Dez 2002

Deutschland Europa

Eckhard Schulze - Wachstum, SPD Berichte im Stern

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Knappe Zeit?
Häufiger mal bei Pickings.de informieren!

Zeit die Masse?
Dann tauchen sie mit dem Perlentaucher nach Kulturperlen...

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  Aktuellere Beiträge (nach dem 31.12.03)


 
31.12.2003

Toll Collect

Die Lachnummer 2003 ff. ...

... könnte die »Doll Collect«-Nummer sein, man traut sich kaum, sie zu küren, ohne sich selbst lächerlich zu machen. Was Politik alles vermag, fdas hatten wir dieses Jahr wirklich dicke.




Hilfsgüter

Wie sich die Zeiten gleichen

Grauenhaft, wenn Menschen machtlos vor dem Nichts stehen. Fremde Hilfe ist dann schnell und unkompliziert notwendig. Menschen spenden, Regierung »stellen bereit«. Und dennoch bleibt ein bitterer Geschmack: Diese Hilfe brauchen täglich, jahrein, jahraus Millionen von Menschen in auswegloser Lage. Dort geschiet nichts, keine Hilfslieferungen sondern Zu- oder Wegsehen.

Apropos: 20.7.94


 

Der wackere Kanzler

Aber dessen ungeachtet ist das Jahr 2003 ein entscheidendes und bitteres: Ohne mit der Wimper zu zucken hat die SPD zusammen mit der Opposition den Sozialabbau in einem Land beschlossen und begonnen, das zu den Ländern mit enormem Aussenhandelsüberschuss gehört, dessen Produktivität hoch ist, das eine der grössten Wirtschaftsmächte neben den maroden USA und Japan ist und dessen Kapital-Träger (nicht Leistungs- in jedem Fall) sich sozial, moralisch und finanziell aus dieser Republik verabschiedet haben.

Nur leise verhalte Schimpfe an die Abzocker hat der Kanzler gerichtet. Dabei hat die Manager-Gilde gerade dieses Jahr bewiesen, dass sie letztlich ein lumpiges Krähenvolk ist: Weltweit -und so auch bei uns- finden wir sie: Versager, Abzocker, Betrüger.








flopp

Übrig bleibt die grosse Mehrheit der Arbeitnehmer, Arbeitslosen, Rentner. Sie bezahlen die Zeche anderer, nota bene: SPD-verordnet, von den GRÜNEN ganz zu schweigen. Alternativlos stehen wir vor dem Karren, dessen goldene Achsen und Räder andere abmontiert und mitgenommen haben... (Arbeitslosen-Gelöbnis als PDF, 56KB)
Wenn -wie jetzt- Alleinerziehende die grössten Verlierer in diesem »Reformen« genannten Umschichtungsprozess sind, dann muss allen klar sein, was los ist.

Einen guten & aktuellen Überblick über Das Elend der Reformdebatte liefert Albrecht Müller, ganz unverdächtig aus einem Organ des Bundestages. Aber kompetent und umfassend analysieert und bewertet er die »Argumente« der Verfechter und Nachplapperer des Reformdrangs und beweist schlüssig deren Irrtümer und Lügen -- aucgh wenn er sichtr freundlicher ausdrückt. Auch der Artikel von Peter Fuchs zur Frage Was ist los mit dem Sozialstaat?   [*] sei hier nochmald warm empfohlen, ebenso sein bereits besprochener Artikel Der dunkle Gott der Manager.

Wohl bekomms!

Trotz alledem:

Ein gutes, friedvolles und gesundes Neues Jahr, ein waches Hirn und Mut zum ...!

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28.12.2003

Gans ganz verdaut?

Dann verdauen Sie nach, noch ein Geburtstag: Zum 100. von Johann von Neumann. Nie gehört? Dann erst recht, hat er doch unser Leben massgeblich beeinflusst; ein guter Überblick fürs Allgemeinwissen...

Wahres vom Tage

Ich kann manchmal verstehen, dass die Menschen im Land keine Lust mehr haben, uns zuzuhören."

(Heide Simonis, Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein)

Mit Sicherheit ist das einer der wenigen (der einzige...?) wahre Sätze, den ein Politiker im vergangenen Jahr von sich gegeben hat. Und so ergiebig: Erklärt er doch alles andere...

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24.12.2003

Taqnnenbaum

Weihnachten...

... ist da, nicht zu übersehen: Die Sonne scheint, die Strassen sind leer. Noch was? Alle Geschenke gekauft? Raffiniert verpackt? Gut, dann los, schenken, was das Zeug herhält! Wem? Na...

Die beste Demokratie, die man für Geld kaufen kann

Den Ärmsten nehmen, den Reichsten schenken: Dranbleiben Gerd! meint Reinhard Jellen in Teil 3 seines Beitrags in telepolis. Recht hatter.

Frohe Weihnachtstage!

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22.12.2003

Was für Worte!

Immer wieder habe ich vergebens gehofft, dass mal einer unserer Grosskopfeden endlich Tachels redet. Welch schönes Weihnachstsgeschenk:

Kanzler kritisiert Manager

Schröder prangert zu hohe Gehälter von Vorständen an

HAMBURG (dpa). In der Diskussion um die stark gestiegenen Bezüge deutscher Topmanager hat sich Bundeskanzler Gerhard Schröder für mehr Leistungsgerechtigkeit ausgesprochen. Er plädiere für einen „strikten Zusammenhang zwischen der Bezahlung eines Vorstands und dem Erfolg eines Unternehmens", sagte Schröder der Zeitung „Bild am Sonntag". Entscheidende Kriterien seien dabei nicht nur der Gewinn, sondern auch die Frage, wie das Unternehmen mit seinen Beschäftigten umgehe. „Wer erfolgreich ist, soll ordentlich Geld verdienen", sagte der Kanzler. „Aber wenn das nicht der Fall ist, müssen die Gehälter auch kräftig sinken."

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse warf den Unternehmensvor-ständen vor, die Reformen in Deutschland durch übermäßige eigene Einnahmen zu blockieren. „Die Bosse" verlangten, dass Arbeitnehmer flexibler sein und in Krisenzeiten auf Lohnzuwachs verzichten müssen. „Zugleich aber erhöhen sich die Vorstände erneut ihre ohnehin gigantischen

Gehälter", sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". „Reformbereitschaft und Verzichtkultur" müssten „in den oberen Etagen beginnen". Schröder und Thierse bezogen sich auf Zahlen der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, wonach die Vorstände der im Aktienindex Dax aufgeführten Unternehmen 2002 im Durchschnitt etwa 7,4 Prozent mehr als im Jahr davor verdienten. „Ein obszöner Vorgang", sagte Thierse.

Mit scharfen Worten hat Schröder auch prominente Deutsche angegriffen, die wegen niedrigerer Steuern ins Ausland ziehen. „Wir können die Freizügigkeit nicht einschränken, aber wir sollten dieses Verhalten gesellschaftlich ächten", sagte Schröder. Solche Leute verhielten sich „unpatriotisch". Die globalisierungskritische Nicht-regierungsorganisation Attac forderte den Kanzler zu konkreteren Maßnahmen gegen Steuerflucht auf.

StZ vom 22.12.2003, Seite 2

Wahnsinn! Die hauen aber rein, echt! Jetzt müssen wir eben abwarten, wann und wie sie handeln...

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21.12.2003

Beispiel für »DOLL-COLLECT« ?

Unter der Adresse der ESA können Sie die Landung der europäischen Marssonde mitverfolgen - wenn der Tannenbaum nicht brennt und Sie sonst nichts besseres vorhaben. Das Spektakel beginnt am 25.12, ab 1:00 Uhr. Das ganze Programm gibt's auch -- zur Planung des Weihnachtsabends gewissermassen...

Aber was hat das mit »DOLL-Collect« zu tun? Nun, falls das Manöver klappt, könnten die Dussel von der Crysler & Telecom AG. GmbH & Co. KG ... ja dort in Darmstadt in die Lehre gehen - wenn sie nicht eh' froh sind, aus dem Vertrag raus zu kommen.

20.12.2003

Hurra! Es gibt keine Fehler mehr!

Rechenfehler des Finanzministeriums (ob nun absichtlich oder zufällig) sind keine Fehler. Sagt Herr Eichel. Und der muss es wissen, ist Rechnen doch eine seiner Hauptaufgaben. Er nennt es ein »Missverständnis«. Das weist darauf hin, dass die Opposition einen Fehler gemacht hat. Weil sie Herrn Eichel und seine Fachleuten geglaubt hat. Ist sie selbst schuld. Sie hat also einen Fehler begangen. Oder ist sie einem Missverständnis aufgesessen?

Was aber sagt denn eigentlich der DUDEN?

Fehler:

Versehen, Fehlgriff, Missgriff, Missverständnis, Irrtum, Milchmädchen-rechnung, Lapsus, Schnitzer, Patzer, Unterlassungssünde, Mangel, Taktlosigkeit, Versprecher, Verstoß

ärztlicher: Kunstfehler
im Benehmen: Fauxpas, Entgleisung
in der Wirtschaft: Fehlplanung, Missmanagement, Misswirtschaft
beim Schreiben: Falschschreibung, Fehlschreibung, Verschrieb (schweiz.), Rechtschreibfehler
beim Schriftsatz: Druckfehler, Satzfehler
in Gestalt einer Drucktype aus einer anderen Schrift oder einem anderen Schriftgrad als der übrige Satz: Zwiebelfisch
in Gestalt einer auf dem Kopf stehenden Drucktype: Fliegenkopf
in Gestalt eines doppelten Wortes oder Schriftzeichens: Hochzeit
in Gestalt von fehlenden Wörtern: Leiche
in Gestalt von mitdruckenden Wortzwischenräumen: Spieß;
Zeile: letzte eines Absatzes, die auf einer neuen Seite steht: Hurenkind
erste eines neuen Absatzes, die als letzte Zeile auf einer Seite steht: Schusterjunge;

(c) Dudenverlag.

Wir können es uns also raussuchen, wer gepatzt, betrogen, geglaubt, verstanden, missverstanden - oder was auch immer hat. Fest steht nur, und das immer wieder: Glaub' keinem und keiner PolitikerIn.

Das wäre ein Fehler oder ein grober Schnitzer.

Welchen Beitrag leistet eigentlich das Kapital?

Oder die Reichen? Oder die Wirtschaft? Ganz gleich wie Sie es fassen: Es gibt eine relativ kleine, wahrscheinlich sogar überschaubare, Gruppe von Menschen, Familien, Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung diesem Staat gegenüber permanent seit Jahrhunderten entziehen. Sie wissen das, ich weiss das. Nur: Kein Politiker unserer noblen Parteien spricht das aus - geschweige, dass er daraus konkrete Schlüsse ziehen würde. Die Presse übrigens auch nicht. Idee warum? Naja...

Nein! Falsch! Die Herren Schröder & Thierse tun's!

Pickings.de weist uns am 20.12. auf amerikanische Verhältnisse hin:

The Death of Horatio Alger :: The Nation, by Paul Krugman :: The other day I found myself reading a leftist rag that made outrageous claims about America. It said that we are becoming a society in which the poor tend to stay poor, no matter how hard they work; in which sons are much more likely to inherit the socioeconomic status of their father than they were a generation ago.

Kommentar von Robert John:

Für den Blick auf die USA ist heute Paul Krugmann (Prof. für Wirtschaftswissenschaften in Princeton mit Aussichten auf einen Nobelpreis) zuständig. Er zählt zu den wichtigsten kritischen Kolumnisten des Landes und schreibt regelmäßig für die New York Times. Er versucht zu zeigen, dass von Steuersenkungen vorrangig die Reichen profitieren. Die Theorie, dass dies letztendlich auch den Ärmeren zugute käme, sei lediglich zynische Ideologie. In der aktuellen Ausgabe der amerikanischen Wochenzeitschrift The Nation belegt er mit neuen Zahlen, dass sich in den USA in den letzten Jahrzehnten die Chancen auf sozialen und ökonomischen Aufstieg drastisch verringert hätten. Soziale Mobilität würde immer schwerer. "In modern America, it seems, you're quite likely to stay in the social and economic class into which you were born."

Alles wird teurer, nur die Löhne nicht

Der ganze Zauber der vergangen Woche mit Vermittlungsausschuss, Abstimmungsmaraton, Abstimmungsverhalten: Es ist und bleibt ein mickriger Trick: Den Normalbürgern wird am Ende genommen, den Reichen, die eh' schon nicht wissen, was tun mit ihrem Geldsack - ihnen wird gegeben. Same procedure as every year...

Wir werden es erleben: es wird nichts bleiben von dem Steuersegen als Schulden und Umverteilung nach oben.

Wo wir enden werden...

... ist absehbar: Da, wo wir schon mal waren - ganz unten. Es wird weiterhin nicht genügend Arbeitsplätze geben, auch wenn die Konjuntur anzieht, wie z.B. für Baden-Württemberg schon angesagt

Gute Aussicht für Wirtschaft im Land

STUTTGART (dud). Nach dreijähriger Wachstumspause erwartet das Statistische Landesamt im kommenden Jahr in Baden-Württemberg eine deutliche Konjunkturbelebung. Die Präsidentin des Amtes, Gisela Meister-Scheufelen, rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 2,25 Prozent, das die Misere auf dem Arbeitsmarkt aber nicht beseitigen wird. Damit würde die Wirtschaft im Südwesten stärker wachsen als im übrigen Bundesgebiet. Für Deutschland hatte der Sachverständigenrat ein Wachstum von 1,7 Prozent vorhergesagt. Die baden-württembergische Wirtschaft wäre erstmals seit 2001 wieder auf deutlichem Wachstumskurs.

Meister-Scheufelen begründete den Optimismus ihres Hauses für das kommende Jahr vor allem mit den Aufwärtstendenzen in der Weltwirtschaft, von denen die stark exportorientierte Industrie profitiere. Allerdings dürfe der Euro nicht zu stark an Wert gegenüber dem Dollar gewinnen. Eine Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt werde es aber nicht geben. Nach einem Rückgang um 50 000 Arbeitsplätze in diesem Jahr erwartet Meister-Scheuffelen fürs kommende Jahr nur 10 000 neue Arbeitsplätze. Mit einem starken Anstieg des privaten Konsums wird nicht gerechnet, nachdem sich die Einkommenslage der Haushalte 2003 kaum verbesserte.

StZ, 20.12.2003, Seite 1

Also, es bleibt wie es war und ist:

  • Armut in Deutschland steigt und wird weiter steigen
  • Zumutbarkeitsregeln dienen dem Lohndumping und der Aushöhlung von Tarifverträgen
  • Einkommen und Renten werden real weiter sinken
  • Gesundheit wird ein Privileg
  • Unsere Politiker wie die Bosse werden sich weiter bedienen: Steuerreform, Verträge Roland Berger/Bundeswehr, BA/Florian Gerstner, Vorstandsgehälter steigen munter trotz Flaute
  • Die Reichen werden immer reicher und wir schauen erstaunt zu
  • Das Grundgesetz schert sie einen Dreck
  • Der Staat wird zur Poststelle der Wirtschaft & Industrie
  • ...

So, belassen wir's dabei - zum Nachdenken ist's genug. Und wenn Sie trotz alledem gaaaanz artig sind, dann bringt Ihnen das Christkind auch einen Tannenbaum .

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09.12.2003

Who the fuck is Schmidt?

Schmidt? -- Harald? Oder Jack Nicholson alias »About Schmidt«? Oder der nette Nachbar von nebenan? Oder gar Helmut?

Traurig, aber wahr, so wahr wie die deutsche Medienwirklichkeit: It's Harald !!! Harald »hört auf« und Deutschland fällt geschlossen in ein Loch. Sommerloch? Nein, ab heute gibt's ein echtes Winterloch. Fallen alle da rein? Es scheint so. Aber ein kleiner, medienmässig und auch sonst völlig unwichtiger Bürger begehrt auf:

Ich falle nicht rein!

Alles, was ich je -zufällig!- von ihm sah, war so niveaulos wie das meiste in Deutschlands beliebtestem elektronischem Bilderbuch, dem Fernsehen. Nun bin ich, wie gesagt, nicht wichtig und damit auch nicht repräsentativ - und das ist gut so. Aber der Rest, der Rest! Der isses. OhGott!!!

Und wenn Dieter Hildebrandt, unser aller Scheibenwischer, tatsächlich gesagt haben sollte (lt. SWR2, 09.12.2003, kurz vor 13h), die Schau des HS sei »das beste, was es im Fernsehen gäbe«, dann hat er das gleich zweifach ernst gemeint:

  1. gibt es den Scheibenwischer (leider!) nicht mehr
  2. ist Hildebrandt schon immer so hintersinnig gewesen. Man musste es nur merken :-)

Wie schrieb doch der RBB?

Scheibenwischer

Der Scheibenwischer ist zu Ende. Nach 23 Jahren und 144 Sendungen. Am 15.5.03 war die letzte reguläre Sendung aus dem RBB Berlin Studio in der Masurenallee.

Seit 1980 war der Scheibenwischer von und mit Dieter Hildebrandt ein Markenzeichen für intelligente, scharfzüngige und aktuell- politische Unterhaltung. Mit dem Scheibenwischer geht ein besonderes Kapitel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zu Ende. Sehr zum Bedauern vieler Zuschauer, die über 2 Jahrzehnte dieser Sendung die Treue gehalten haben. Wer Lust hatte an pointierter, satirischer Kommentierung des Tagesgeschehens, schaltete gezielt den Scheibenwischer ein.

Der Scheibenwischer war die Bundesliga der Kabarettisten. Die Besetzungsliste liest sich wie das who is who der deutschsprachigen Kleinkunstszene. Von Hanns Dieter Hüsch bis Gerhard Polt, von Lore Lorentz bis zu den Missfits. Zum Scheibenwischer sind immer alle gerne gekommen. Insgesamt waren es mehr als 400 Gäste, die Dieter Hildebrandt in der Sendung begrüßen konnte.

Zitat aus RBB

Sollte man sich das nicht als Grundlage für einen »Nachruf« auf HS vornehmen? Vielleicht besser nicht, denn mit der nachfolgenden Tabelle ist alles gesagt, wird vieles klarer:

Die TV-Hits der vergangenen Woche
Titel Zusch.,
Mio.
Markt-
ant., %
Wetten, dass...? (6.12.) 15,6 51,8
Wer wird Millionär? (1.12.) 9,49 29,1
Wer wird Millionär? (5.12.) 8,21 27,6
Chocolat (07.12.) 7,65 22,3
Johannes Heesters (4.12.) 7,25 23,3
Tatort: Der Schächter (7.12.) 7,15 20,4
Pokal-Achtelfinale BM - HSV (3.12.) 7,07 22,9
Adelheid und ihre Mörder (2.12.) 6,55 20,4
Pokal-Achtelfinale: 1. FCK - G. Fürth (3.12.) 6,5 20,7
Pokal-Achtel-Finale: Mönchengladbach - VfB (2.12.) 6,44 20,6
StZ, 9.12.03, Seite 29

Also: Alles Lüge! HS spielt überhaupt keine Geige; der Publikumsgeschmack ist ...? Aber wenn Sie jetzt noch eine länger Betrachtung zum Thema brauchen - finden Sie in der taz und in der FR.

Und für alle Ins-Loch-Gefallenen: Ein Diskussionsforum zum Auskotzen oder Schwelgen - je nach Gemütslage...

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5.12.2003


geististgeil

Eine kulturelle Glanzleistung...

... war es nicht, was die Unseld-Witwe gegen den erklärten Willen ihres verstorbenen Mannes Siegfried Unseld nun nur noch »bedauert«: Suhrkamp und die alten Kämpen, ein Artikel im Berliner Tagesspiegel, in dem der Autor darüber sinniert, dass der prominente Aufsichtsrat zurückgetreten ist - Machtpoker, Generationswechsel oder Ausdruck der typischen Altersfeindlichkeit unserer Zeit?

Dann, wäre letzteres der Fall, wäre das ein sozio-kulturell relevantes Ereignis. Mit dem Rücktritt eines erheblichen Teils bundesdeutscher Geistesgrössen dokumentiert die Unseld-Witwe, dass das Verlagswesen nunmehr auch nur noch ein Kapitalumschlagsplatz ist, Büchern über deren Warenwert keine weitere Bedeutung zukommt. Denn wer sollte noch darüber befinden, was bei Suhrkamp verlegenswert ist ?

Es waren Verleger immer schon gut beraten, Schriftsteller und andere Geistesschaffende als Lektoren und Berater zur Seite zu haben; auch ein Christian Morgenstern war z.B. seinerzeit Lektor bei Cassirer in Berlin - ein Robert Walser wäre ohne ihn wohl nicht verlegt worden.

Wenn derartige Vorgehensweisen schon bei Suhrkamp einreissen, braucht man nicht mehr gespannt zu sein, was in in anderen Verlagen - und Redaktionen!- vor sich geht:

...Der Kampf um den Berliner Zeitungsmarkt hat eine überraschende Wende genommen: Die Verlagsgruppe Holtzbrinck verkauft die defizitäre Zeitung "Tagesspiegel" an einen ihrer ehemaligen Topmanager.

StZ, 30.9.2003

Kultureller Niedergang und PISA-Fiaskos kündigen sich genauso an, wie z.B.


Ein Schöner Herbst...

... was ankündigt? Nix kommt von ungefähr. Aber:

Haben Sie ihn genossen, den lauen November, den Dezember, den...?

Ob nun die Globale Erwärmung daran Schuld ist - aber darüber ein anders mal, z.B. wenn's dann zu spät ist...

Denn jetzt warten wir zunächst mal ab, ob nach dem Welterretter G.W. Bush auch der Herrscher aller Reusen -Putin [1]- [2] die Unterschrift unter das Kyoto-Protokoll versagt:

Russland zögert beim Kyoto-Protokoll

MOSKAU (dpa). Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Erwartungen auf einen baldigen Beitritt seines Landes zum Kyoto- Protokoll gedämpft. Das Klimaschutz-Protokoll werde nur dann unterzeichnet, wenn dies im nationalen Interesse sei, sagte Putin in Moskau auf einer Konferenz über globale Klimaveränderung...

StZ, 30.09.2003

Wichtiger Link: Wikipedia

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Politische Glanzleistungen...

... erwarten wir von unseren verantwortlichen Politikern. Was die darunter verstehen, bekommen wir jeden Tag vorgeführt: Plutonium-Deal mit China, von den Verantwortlichen missachtete Arbeitsgerichte, Renten- und Gesundheits-»Reformen«, und und und...

Wann endlich...

... kapiert das gebeutelte und abgezockte Volk, allesamt Spezialisten im Abliefern und Steuerzahlen, wo das hinführt mit diesen sogenannten Reformen?

Wann sagt es einer da oben deutlich, dass sich die wahren Verursacher bereits seit langem von diesem Gemeinwesen abgemeldet haben? Aber weiterhin trefflich darin absaugen? Uns in der (unterstützenden!) Presse ihre Besenkammer- und Sekt-verspritzen-stories verzapfen? Durch ihre Handlanger, Präsidenten von Arbeitgeber- und sonstigen gewichtigen Vereinigungen, das soziale Gefüge ruinieren lassen?

Wenn selbst diese angeblich so angepasste Spass-Generation an den Unis die Schnauze langsam voll hat und endlich (mal wieder) auf die Strasse geht?

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3.12.2003

Wer nichts weiss, ...

... und weiss, dass er nichts weiss, weiss mehr als der, der nichts weiss und nicht weiss, dass er nichts weiss.

Oder anders - Rumsfeld kann's noch besser:

Unsinn-Preis für Donald Rumsfeld

LONDON (dpa), US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld (71) hat eine britische Auszeichnung für die unsinnigste Äußerung des Jahres gewonnen. Die prämierte Bemerkung fiel während einer Pressekonferenz und lautete:

„Berichte, die sagen, dass etwas nicht passiert ist, finde ich immer interessant, denn wie wir wissen, gibt es Bekanntes, das bekannt ist. Es gibt Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie wissen. Wir wissen auch, dass es bekanntermaßen Unbekanntes gibt. Das heißt, wir wissen, dass es Dinge gibt, die wir nicht wissen. Aber es gibt auch Unbekanntes, das unbekannt ist - das, wovon wir nicht wissen, dass wir es nicht wissen."
StZ vom 3.12.2003

Alles klar? Und er ist immer noch Kriegsminister. Immer noch alles klar? Immer noch alles? Immer noch? Immer? Mmh...

Was er uns sagen will ist wohl »Wir wissen manches, manches wissen wir nicht, aber wir handeln in jedem Falle so, dass es für mich und meine Freunde am günstigsten ist.«

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2.12.2003

Denkstoff...

... zur Lage der Nation, zur (vermeintlichen) Bedeutung der Wirtschaft, über mangelden Patriotismus der Arbeitslosen, den Internetflop der Bunbdesanstalt für Arbeit u.a. gibt's hier.

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1.12.2003

Kerze

Erst eins...

... dann zwei - es ist wieder so weit: Die Gefühle beginnen zu spriessen, der Einzelhandel meckert über die »Konsumbremsen«, überall sollen wir spenden -- nur in der Politik geht alles seinen normalen Gang. Nichts ist geregelt, alles nur »auf den Weg gebracht«, man streitet sich - nach innen, nach aussen.

Oh, du fröhliche!

Aber wir wissen ja, was angesagt ist: Altern, verrenten, kürzen...

Ausserdem ist ...

Welt-AIDS-Tag

Zeit unde Gelegenheit, sich darüber Gedanken zu machen, dass weltweit und auch (wieder) in Deutschland die Zahl der Infizierten steigt.

Steigend ist ebenfalls Prostitution, Pädophilie und Menschenhandel, speziell in und aus Osteuropa, tüchtig bewerkstelligt durch deutsch Freier und »Fronturlauber«, z.B. in Tschechien. Der neue Film Lilja 4-ever bewahrt uns vielleicht davor, allzu seelig ins Weihnachtsgeschäft zu taumeln...

»Nichts für einen vergnüglichen Kinoabend, aber ein Film, der noch lange nachwirkt.« (ndr-Filmkritik)

Weitere Links...
...zu lesen & zu bedenken bei Kerzenschein und Tannenduft:

Netz gegen Kinderporno :: Inge Bell: Zwangsprostitution :: Ex Oriente Lux? :: Frauenhandel :: Von Mücken übertragen :: Pädophilie: Ab jetzt sind die Opfer schuld!

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