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01.05.03 - 30.06.03 20.03.03 - 30.04.03 01.01.03 - 19.03.03 Mai - Dezember 2002

Eckhard Schulze

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Knappe Zeit?
Häufiger mal bei Pickings.de informieren!

Zeit die Masse?
Dann tauchen sie mit dem Perlentaucher nach Kulturperlen...

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  Aktuellere Beiträge (nach dem 30.11.03)


30.11.2003

Bananen-EU...

... oder US-Vasall? Oder wie soll man das sonst bezeichnen? Da berichtet die c't unter Berufung auf die Tagesschau über das europäische Navigationssystem Galileo, das die Amerikaner (wenn es denn tatsächlich in die Gänge kommt) - wie ihr eigenes GPS - beliebig an- und abschalten können; nichts anderes bedeuten »verschlechtern« oder »unbrauchbar machen«.

Da ergeben sich doch ganz zwangsläufig einige wichtige Fragen:

  1. Warum können sie das? Planungsfehler? Die LKW-Maut lässt grüssen...?
  2. Warum verhandelt die EU über Galileo mit den US-Altvorderen?
  3. Was bedeutet das, wenn die Amerikaner hier Forderungen stellen können und die EU sie erfüllt - erfüllen muss? Warum...?
  4. Unter welchen Gegegebenheiten würden die USA denn Galileo »unbrauchbar machen« wollen?
  5. Was machen die USA, wenn die EU nicht verhandelt, Galileo fertig stellt, benutzt und sich um die amerikanischen »Wünsche« einen Dreck schert? Schiessen die Amis dann »unsere« Sateliten ab? Oder was sollte dann passieren? Gibt's dann »starwars«? Einfach so - unter Freunden sozusagen...?

Keine Meldung, keine Meinung in der Zeitung. Die Sonntag aktuell bringt zwar immerhin die Meldung, dass - aber warum, dazu gibt's keinen einzigen Buchstaben. telepolis bringt Ihren Beitrag am 30.11.03.

Und in Genf wird »gerungen« um europäische Einheit und so Sachen - für die Bushies sicher die Lachnummer schlechthin. [+]

22.11.2003

Türken kapieren schneller...

... die Zusammenhänge von Gewalt und Terror: Die heutigen Demonstrationen in Istanbul zeugen von relativ grosser politischer Reife. Während die CDU der Türkei weiterhin den Weg nach Europa versperren will, Schröder dagegen mal wieder vernünftige Dinge vertritt, zeigen uns die türkischen Demonstranten, wo die Ursachen der Probleme liegen: Gewalt provoziert Gewaqlt - geht's noch einfacher?

21.11.l2003

Der SPD-Parteitag...

... und was davon zu halten ist. Pressebeiträge aus taz und freitag zu einem deprimierenden Ereignis in der Hochburg der (einstigen?) Sozialdemokratie.

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19.11.2003

Die Atombombe für's Handgepäck...

... oder was den USA-Gewaltigen noch so einfällt - jedenfalls fängt die Rüstungsspirale sich wieder an zu drehen: Der US-Kongress hat die Gelder für neue taktische Atomwaffen bewilligt. Und was sie dann am Ende haben, das wollen andere dito.

Glückauf...

17.11.2003

Was uns noch so erwartet...

... ist nicht auszudenken. Aber was schon Realität ist, reicht eigentlich aus, um einem die Haare zu Berge stehen zu lassen. Ist das die Zukunkt, wenn Internet, sprich informelle Freiheit, Bürger- und Datenschutz und staatliche Willkür, Hybris, Allmachtsphantasien und Verfolgungswahn zusammentreffen?

Eigentlich dürfte man nicht mehr on-line gehen, nichts mehr im Internet recherchieren, nichts mehr bestellen oder kaufen. Dass das der falsche Weg ist, ist schon klar, aber sicher treibt viele die Unsicherheit und Angst genau dahin, wo die polititischen Maniacs sie haben wollen: In der Angstecke - nicht sehen, nichts hören, nicht sagen --- oder gar tun...

Aber es gibt auch was zum Träumen...

... aber mit dem Ziel, es zu verwirklichen: Das Erlernen der Langsamkeit, der Genügsamkeit, der »Wachstumsrücknahme« - ein Artikel zur Kontemplation, zum vertieften Nachdenken also, mit Reaktion freilich, wäre zu wünschen.

Es hat bisher nicht geklappt mit Produzieren+Konsumieren = Wachstum, Arbeitsplätze und Glückseeligkeit auf Erden. Warum sollte es dann also in Zukunft funktionieren? Ich meine, nicht für die Profiteure, sondern für Menschen wie Sie und mich ...?

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13.11.2003

Nun üben sie wieder...

... den Angriff auf Russland. Glauben Sie nicht? Na, dann mal schnell nachgelesen! Würde man das öffentlich fordern (dass geübt werden soll natürlich), dann würde man doch sicher als Kriegstreiber...? Oder wie? Wir wollten doch eigentlich gegen Terroristen..? Oder doch nicht?

Jedenfalls besteht ein grosser Unterschied zwischen dem, was man sagen bzw. tun darf . Basta!

Irak & Co. rücken näher

Nun die Italiener, gefunden bei Pickings.de. Der Irak beschert bei aller Trauer nur déjà vus. Obwohl sich Geschichte angeblich nicht wiederholt - so allmählich...

Den finalen Kommentar zum Tage...

... finden Sie in Pickings.de am Beispiel Hohmann. Man kann Parallen sehen - wenn man will. Aber wer will schon denken, lesen - handeln am Ende...?

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12.10.2003

Erst Japan, jetzt China:

Welches wird uns wohl als nächstes Land um die Ohren gehauen? Als Vorbild, was Arbeitseifer, Untertanengeist und sonstige arbeitgeberfreundliche Eigenheiten angeht. Dass japanische Arbeitnehmer weltweit mit die höchsten Verschleisszahlen aufweisen, mit Krankheitsbildern, die unseren Berufsgenossenschaften hier weitgehend unbekannt sind, die japanische Wirtschaft nicht zuletzt hierdurch darniederliegt, das nimmt der Herr nicht in den Mund - kennen tut er sie sicher, denn ein Dummerle ist Herr von Pierer nicht...

Es gibt immer noch Menschen, denen es schlechter geht, als uns. Das sei unsere Richtschnur. Nicht die Verbesserung der Lage dieser Menschen ist das Ziel sonderern die Androhung deren Ausbeutung, wenn wir hier nicht parieren. Die oder wir - ist das die Alternative?

Siemens-Chef fordert:

Handeln für Deutschland

Hamburg (dpa). Siemens-Chef Heinrich von Pierer hat schnelles Handeln zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland gefordert. Notwendig sind aus seiner Sicht längere Arbeitszeiten, Steuerentlastungen und ein Schwerpunkt auf Innovationen, wie aus einem Interview mit dem "Spiegel" hervorgeht. Ein großes Problem für Deutschland als Standort seien die hohen Arbeitskosten. "An Stelle von 2000 deutschen Software-Entwicklern kann ich in China zu gleichen Kosten 12 000 einstellen", betonte der Siemens-Chef. Die 35-Stunden-Woche bezeichnete von Pierer als "die reinste Vergeudung von Wissen". In China seien 2600 Arbeitsstunden pro Jahr und Mann die Regel, in Deutschland 1500.    Sonntag Aktuell, 12.10.2003

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11.10.2003

Alte Zöpfe...

... flicht die Polizei und ein deutsches Oberverwaltungs-!!!-Gericht in Rheinland-Pfalz:

Polizisten im Dienst dürfen keinen "Pferdeschwanz" tragen

Wie "korrekt" muss ein Polizist in der Öffentlichkeit auftreten? Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Koblenz darf ein Polizist keine langen Haare haben. Es reiche auch nicht aus, sie zu einem Zopf zusammenzubinden. Die Polizeigewerkschaft hat mit diesem Urteil grundsätzlich kein Problem, sagt aber, dass das Thema innerhalb der Polizei sehr kontrovers diskutiert werde. Auch bei den Bürgern gehen die Meinungen auseinander.
Ein Bericht von Wolfgang Brauer. [SWR1]

Von »sauberem« Haarschnitt ist da u.a. die Rede; was ja impliziert, dass weibliche lange Haare nicht nur bei Männern beliebt sondern auch sauber, männliche dagegen schlicht dreckig sind. Ausserdem drängen sich einem Parallelen zum Kopftuchurteil auf...

Aber bevor wir da weiter in die Mottenkiste hinabsteigen und uns eine (dreckige) Staublunge holen - ein einfacher Vorschlag: Männer dürfen nur kurze Haare tragen, Frauen nur lange. Erstens haben dann beide einen sauberen Haarschnitt und sie können zweitens aufgrund dessen »sauber« voneinander unterschieden werden. Denn offenbar gibt es männliche Mitmenschen, die aufgrund der langen Haare am Mann Kontaktschwierigkeiten in sich verspüren. Also kurz: Kopf - 'tschuldigung! - Haar ab!

Welche Massnahmen stehen uns im Zeichen der Restauration noch bevor?

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07.10.2003

Korruption...

... in der Politik, das kennen wir. In der Wirtschaft, das wissen wir. Weltmeister sind wir noch nicht, aber einer Bananenrepublik sehr ähnlich:

Deutschland bei Korruption im Mittelfeld :: tagessschau, 7.10.03 :: :: Die Nichtregierungsorganisation Transparency International (TI) ist dadurch bekannt geworden, dass sie einen internationalen, jährlichen Index der korruptesten Länder publiziert. Dabei handelt es sich um einen Index der Wahrnehmung der Korruption, nicht dieser selbst. tagesschau.de sprach mit dem Vorsitzenden von TI Deutschland, Hansjörg Elshorst, über die Ergebnisse des neuesten Rankings.

Auch die Wirtschaftswoche berichtet und weiss auch was über die zu berichten, die die Finsterlinge verpfeifen:

Schaupensteiner: Korruption nimmt dramatisch zu

In Deutschland nimmt die Korruption nach Einschätzung des Frankfurter Oberstaatsanwaltes für Wirtschaftskriminalität, Wolfgang Schaupensteiner, weiter rasant zu - trotz der besseren Platzierung Deutschlands im internationalen Ranking der Organisation „Transparency International“.

Es wird Winter...

... und damit kalt. Wir sollten uns also warm anziehen. Dennoch nimmt die Unverfrorenheit der Politiker und Wirtschaftsbosse weiter zu:

  • Der Wirtschaftsflügel der CDU und mit ihm Frau Merkel betrachten den einseitigen und schrankenlosenen Sozialabbau als »ur-CDU-lich«; Blüm u.a. ja selbst die CSU, mit ihr Herr Seehofer finden das zutiefst unsozial. Und jetzt?
  • Da wird doch tatsächlich langsam über die Rolle der Spitzenverdiener beim grossen Streichkonzert nachgedacht. Und schon lassen die Herren Volkswirte die Katze aus dem Sack: Der Verbraucher wäre verwirrt, wenn die Spitzenverdiener steuerlich nicht entlastet würden. Jetzt haben wir das Volk endlich, wo wir es haben wollen - im Stall, zur Selbstschlachtung bereit, jetzt fangen die Politiker auf einmal an zu denken! Da schau' her, so frech kam's noch nie:

    Kein Steuernachlass für Spitzenverdiener?

    BERLIN (AFP). Vom geplanten Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform könnten nach Informationen des "Tagesspiegels" Spitzenverdiener ausgenommen werden. Wie die Zeitung berichtete, zeichnet sich ein entsprechender Kompromiss zwischen Koalition und Opposition ab. Ein Vorschlag von Hamburgs Erstem Bürgermeister, Ole von Beust (CDU), die Steuerreformstufe nur teilweise vorzuziehen, sei akzeptabel, sagten der SPD-Finanzpolitiker Joachim Poß und die grüne Haushaltsexpertin Antje Hermenau der Zeitung. Von Beust hatte vorgeschlagen, zunächst nur die Bezieher kleiner Einkommen zu entlasten.

    Poß sagte dem Bericht zufolge, wenn sich die Union zu diesem Weg verbindlich bekenne, "dann soll ein solches Modell an der SPD nicht scheitern". Hermenau sagte, es sei denkbar, Spitzenverdiener von der vorgezogenen Steuerreformstufe auszunehmen, wenn dies aus Haushaltsgründen nötig sei. "Wer viel verdient, muss nicht so stark entlastet werden." Volkswirte warnen hingegen nach Angaben des "Tagesspiegels" vor einem solchen Schritt: "Eine Änderung der Pläne wäre ein ganz schlechtes Signal", sagte Ulrich Hombrecher, Chefvolkswirt der WestLB in Düsseldorf. "Wirtschaft und Verbraucher wären vollends verwirrt von einer solchen erneuten Kursänderung."

    Stuttgarter Zeitung :: Aktualisiert: 07.10.2003, 05:04 Uhr

Brauchen Sie...

... vielleicht eine Zentrifuge zum Abscheiden von Anthrax? Bei ebay werden Sie vielleicht nicht fündig, aber beim DoD in Washington - wenn Sie sich beeilen...

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06.10.2003

Alt gegen Jung, ...

... Arbeitshaber gegen Arbeitslose: Die Spielchen haben Konjunktur. Die Antreiber stehen (fast ausnahmslos) auf einer Seite: Michael Rogowski (BDI), Dieter Hundt (BDA), Hanns-Eberhard Schleyer (ZDH); die Spielregeln werden dauernd erweitert, sobald die Politik den zuvor geworfenen Stöckchen hinterhergerannt ist und sie säuberlich apportiert und abgeliefert hat. Und dennoch:
  1. Arbeitslosigkeit trifft Arbeitslose, nicht Arbeitgeber.
  2. Arbeitslosigkeit war immer das Druckmittel auf Löhne, Arbeitsbedingungen, sozialen Status. Haben wir das in den letzten 50 Jahren vergessen?
  3. Mehrarbeit schafft keine Arbeitsplätze. Worin liegt die Logik begründet, dass länger Arbeiten mehr Arbeitsplätze schafft?
  4. Wenn Ältere länger arbeiten - was sollen dann die Jungen tun? Und andersherum?
  5. Lohnverzicht ist Angleich an die Wettbewerbssituation, die wir selbst geschaffen haben. Das Arbeitnehmerpotenzial des Ostens schmälert unsere Spielräume als Arbeitnehmer. Es erweitert jedoch den Spielraum der Arbeitgeber ins Unermessliche.
  6. »Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.« Abhängige müssen sich um ihre Rechte selbst kümmern, Stellvertreter reichen nicht.
  7. Gewerkschaften sind genau so stark, wie ihre Mitglieder sie machen.

Verwahrlosung der Politik...

... der Moral, des Miteinanders.

Nicht nur, dass Korruption, Unfähigkeit, Unwilligkeit, Willfährigkeit u.a. die Politik lähmt, die einfachste Wahrheit nicht mehr benannt wird, keiner das dumme Lamento von den »notwendigen Reformen« mehr hören kann, noch weniger glaubt:

Jetzt brauchen wir die Dritte Gewalt, um den Politikern zu sagen, wo sie langzugehen hätten:

Verfassungsrichter für gerechte Steuerpolitik

KARLSRUHE (gei). Bürger mit einem höheren Einkommen haben nach Ansicht von Bundesverfassungsrichter Siegfried Broß auch als Steuerzahler eine gesteigerte Verantwortung für die Allgemeinheit und das Staatswesen. Er könne nicht einsehen, dass gegenwärtig "vor allem die Gruppen mit geringeren Einkommen" zur Steuer herangezogen werden, sagte Professor Broß in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung. Der Wohlstand könne nur gewährleistet werden, "weil wir eine friedliche Gesellschaft haben, ohne Gegensätze, die das friedliche Zusammenleben in Frage stellen". Auch die Wohlhabenden profitierten vom hohen Bildungsstand und von der Ordnung des Staatswesens. Das koste Geld und müsse finanziert werden.

Broß bezeichnete es als ein Versagen der Öffentlichkeitsarbeit des Staates, diese Zusammenhänge nicht deutlich zu machen. Zudem sei es mit der "Allgemeinverantwortung in einem Sozialstaat" nicht vereinbar, wenn Unternehmen mit steigenden Umsätzen und Gewinnmargen Personal abbauen. Die Gehälter von Managern sollten an das Bemühen gekoppelt werden, neue Arbeitsplätze zu schaffen: "Tausende von Leuten rauszuwerfen ist keine Leistung", sagte er.

Stuttgarter Zeitung, Recht und Gesellschaft, Seite 12
06.10.2003 - aktualisiert: 06.10.2003, 05:06 Uhr

Anmerkung am Rande

Nicht erwähnenswert an sich, aber irgendwie passt sie dazu, die Beobachtung, dass die Sitten und der Umgang unter einander stetig rauer werden:

Selbst Autofahrer werden immer rücksichtsloser, Drängeln auf der Autobahn, brutales Schneiden, Parkplätze werden nachlässig so zugeparkt, dass nur noch jeder zweite genutzt werden kann. Seltsam: Fast immer sind es Fahrzeuge der Edelklasse DC, silbergrau; vor Jahren noch schimpfen wir doch alle über die bayerische Marke...

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03.10.2003

Dieter Hildebrandt

Scheibenwischer oder...

Die letzte Folge gesehen haben. An sich wäre gesagt. Ein Ruck sollte durch die Gesellschaft gehen. Deutsche Wirklichkeit und Befindlichkeit sind umfassend ausgeleuchtet. Der »Traum vom Verstand« (Konstantin Wecker). Alles gedacht, alles gesagt.

Aber all das rettet uns offensichtlich nicht vor der existierenden Wirklichkeit.

... Heldengedenktag?

Nein, danke. Deutsche Einheit - wie bitte? Man muss eher nachdenklich werden. Gehaltene Reden verhalten bewerten. Lügner und Grossmäuler als solche erkennen. Abzocker und Einpeitscher als solche benennen.

Aber zunächst uns selbst erkennen. Was aus uns geworden ist: Ein Volk lebt da, Entmündigte und Entmündiger nebeneinander. Presse und Bildmedien helfen, uns weiszumachen, was angeblich unumgänglich, unaufschiebbar und nötig ist: Rigoroser Sozialabbau einerseits, Masslose Bereicherung und Besitzstandssicherung auf der anderen Seite. Quer durch alle und alles. Politiker, Manager, Unternehmer, Gewerkschafter.

Und keiner sagt es unverblümt:

Veränderungen müssen von allen getragen werden!

Keiner fragt:

Wo ist all das Geld geblieben?

das die letzten Jahrzehnte in die Kassen floss. Und in welche eigentlich?

Stattdessen: Einschüchterung, Drohung, Verknappung, Streichung, Ausgrenzung etc. auf der Seite derer, die die Mehrheit bilden und damit am besten zu melken sind. Und wer bekommt die Milch?

Auf der anderen die wenigen Prozent, die den Löwenanteil des Kapitals halten, verwalten, verspielen, verkonsumieren. Vor ihnen machen wir Kotau, vor ihnen haben wir Angst, sie könnten davonlaufen mit ihrem Kapital, uns anderweitig, z.B. auf den Bahamas, eine Nase drehen. Da gilt das Bankgeheimnis streng. Aber offen-glasklar liegen die erzwungenen Abgaben bei Arbeitnehmern und Arbeitslosen.

Eine nahezu durch und durch korumpierte Presse wird uns zur Klarheit nicht verhelfen. Bei diesem Thema ebenso nicht wie bei allen anderen, die uns betreffen.

Wisch' weiter!

Vielleicht liest noch wer weiter, der Traum vom Verstand wird noch geträumt. Umsetzen, das ist unser aller Sache:

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30.09.2003

Ob in China ein Sack umfällt...

... oder in der Schweiz ein Baum, da besteht wohl ein enormer Unterschied: Im ersten Fall ist das gleichgültig, im zweiten fällt in ganz Italien der Strom aus.

Alles Zufall?

Ist alles gleich Verschwörungstheorie, was dazu gedacht wird? Ist Nachdenken gleich abstrus? Warum gibt es bis heute keine klaren Analysen und Antworten auf die an sich einfache Frage: "Warum fällt der Strom aus?" (BTW: Gestern selbst in Hochdorf, meinem Wohnort, für ca. 5-10 Minuten...). Warum jetzt zusehends mehr und gehäuft? Dummer Zufall? Und zukünftig? Wieder Zufall?

Wissen die Energiefritzen und Politker, die Pressesprecher und Journalisten nicht, worüber sie reden und schreiben? Oder werden wir eben mal wieder einfach nur belogen?

Dass niemand normales ein Interesse daran hat, die Stromversorgungen reihenweise zu kippen, das unterstelle ich. Ebenso wenig, wie die Deutsche Bahn ein Interesse an Verspätungen, Zugunglücken u.ä. hat; oder Telekom/t-online an allfälligen Ausfällen von DSL; oder die Atomkraftwerker an einem GAU; oder oder oder... Wenn also Vorsatz ausfällt als Erklärung, bleibt dann nur Zufall?

Aber die Schlamperei in Industrie und Haushalt, sich hemmungslos in die Arme von Microsoft zu werfen, hat eben auch in der Energiewirtschaft um sich gegriffen:

[...]
Die weit verbreitete Annahme, dass die Stromversorger ausschließlich autonome Rechnersysteme verwenden, ist überholt. Infolge der Deregulierung des Strommarktes in den USA ist der Kostendruck auf die Versorger immens gewachsen; deshalb griffen die Unternehmen seit Anfang der 90er Jahre mehr und mehr zu kostengünstigen Lösungen von der Stange anstelle von maßgefertigten Systemen. Laut einer Studie [4] des Instituts for Security Technology Studies, Dartmouth, wird im Energiemanagement und in Kontrollsystemen vermehrt Windows und Unix eingesetzt. Damit, so das Institut, hole man sich aber auch darin enthaltene Sicherheitslücken ins Haus. [...]

Daniel Bachfeld in c't 18/2003, S. 34: Sicherheit

Und nun?

Sicher wird niemand das Problem auf Microsoft reduzieren wollen; indes handelt es sich aber um ein signifikantes Indiz dafür, wie sorglos wir uns verhalten.

Weitere Links

Rätselhafter Stromausfall :: telepolis, Florian Rötzer 15.08.2003
Blackout in Großbritannien :: telepolis, Twister (Bettina Jodda) 30.08.2003

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Zeit für eine neue linke Partei und/oder Politik?

Schröders Versuch, seine Schein-Agenda als alternativlos hinzustellen, war und ist lächerlich. Die arbeitenden Menschen könnten die Last des Sozialstaats in seinem gegenwärtigen Umfang nicht mehr tragen, argumentiert er. Dabei ist stillschweigend unterstellt, nur diese Menschen und keine anderen kämen als Sozialgepäckträger in Frage. Warum denn? Warum soll der Sozialstaat nicht von allen finanziert werden? Die Unterstellung ist schon selber eine Lüge, denn wenn es Schröder wirklich darum zu tun wäre, die Last der Arbeitenden zu mindern, würde er nicht den minimalen Beitrag senken, den stinkreiche Unternehmer bisher leisteten, so dass der Beitrag der Arbeitenden noch erhöht werden muss. [+]

freitag, 6.6.2003

Joschka Fischer denkt über neuen linke Politik in der Koalition nach, Andrea Nahles provoziert mit offenen und an sich selbstverständlichen Aussagen (nicht erst jetzt...), Oskar Lafontaine ist im Saarland in den Startlöchern und seine Wut wächst (siehe auch im freitag); selbst in FDP-Kreisen zeigt sich Aufbruchstimmung. Nur die PDS gibt es nicht mehr; es herrscht Funkstille, im Internet sieht sie aus wie DER SPIEGEL...

Schröder, Scholz & Co. setzen Abgeordnete unter Druck, blockieren, drohen und versuchen die SPD zur Blockpartei umzubauen... Schlimm nur, dass es derzeit keine Alternativen gibt. Die berühmte Wahl zwischen Pest und Cholera. CDU/CSU noch schlimmer.

Politik? Was bleibt?

Korruption, Bestechung

Weltmeister?

SWR2 Forum
Dienstag, 30. September 2003, 17.05 Uhr
Wie geschmiert? Korruption in Deutschland
Bakschisch und Schmiergeld, kleine Geschenke und Bestechung im großen Stil sind in Deutschland an der Tagesordnung - vor allem dann, wenn die öffentliche Hand Aufträge vergibt, wenn Autobahnen, Müllverbrennungsanlagen oder Flughäfen gebaut werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation "Transparency International". Bei ihrem jüngsten internationalen Ranking belegt Deutschland unter 102 untersuchten Ländern den 18. Platz und ist damit korrupter und verfilzter als manche Bananen-Republik. Wie Korruption hierzulande wahrgenommen wird, wie sie bekämpft wird, welches Gesetz und welcher Bewusstseinswandel nötig ist, ob kommunale Anti-Korruptionsstellen erfolgreich arbeiten können und womit Bestechung beginnt - darüber diskutieren im SWR2 Forum die Korruptions-Expertin Prof. Britta Bannenberg, Universität Bielefeld, der Anti-Korruptionsbeauftragte der Stadt Köln, Josef Breuer, und der Leiter der deutschen Sektion von "Transparency International", Dr. Hansjörg Elshorst. Die Gesprächsleitung hat Thomas Koch.

SWR2, Aktuelles Programm [*]

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11.09.2003

Was bisher geschah...

... können Sie heute (fast) überall lesen und/oder sehen. Daher hier knapp zunächst die gute Nachricht:

Ein grosser deutscher Geistesmensch hätte heute seinen 100. Geburtstag feiern können; anders als Frau Riefenstahl ist ihm das nicht vergönnt: Heute vor 100 Jahren wurde Theodor W. Adorno geboren. Wem dazu wenig oder nichts einfällt: flugs hier geklickt! Oder hier, wenn's ums Werk geht.

Die traurigen Nachrichten: Vor 2 Jahren starben unter entsetzlichen Umständen viele tausend Menschen in New York. Weshalb und letztlich durch wen, wissen wir bis heute noch nicht. Vor 30 Jahren, am 11. September 1973, erfolgte der folgenschwere Terrorakt unter Mitwirkung der USA in Chile. Das wissen wir.

Überhaupt, der 11. September: vor einem Jahr, vor 2 Jahren, in Jahren davor - er ist ein wahrer Weltschicksalstag, wie ihn letztes Jahr G. Palm in telepolis, nannte.

Und last but not least die zwiespältige/hoffnungsvolle Nachricht: Dabbelju scheint nach 2 Jahren arrogantem Höhenflug zur Landung anzusetzten. Ich wünsche den UN-Politikern Kraft, Umsicht, Einigkeit und Ausdauer damit es möglichts bald wieder halbwegs »normal« zugeht auf dieser Erde.

Und dem Präsidenten und seiner crew einen Platz auf der Ladeklappe - ganz hinten...

NB.: Was bisher geschah, seit dem 11.9.2001, war wahnwitzig genug; war der Anlass es auch?

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04.08.2003

Carmen

Trotz aller Hitze...

... Sie haben (schon wieder?) was versäumt: Ich hatte es angekündigt; aber wie ich mich am letzten Spieltag am 3. August selbst überzeugen konnte, haben erstens manche mal wieder nicht reagiert: Es gab noch freie Plätze; zweitens aber bin ich mit dem unbedingt guten Gefühl nachhause gefahren, eine echt coole Inszenierung von Bizets Carmen gesehen zu haben. Diese darf man mit dem so modernen und dem Thema wie der Witterung bis zum 2. Akt widersprechenden »cool« titulieren, sind doch die jüngsten Orchestermitglieder 15 oder 16.

Das will zunächst schon deshalb was heissen, weil Carmen dieses Jahr weit über's Land Saison hatte oder hat und damit das kleine Weickersheim mit seinen »ungestandenen« Interpreten es schwer hat: Augsburg, Kassel, Klingenberg, Loreley, Verona - reicht's?. Weit gefehlt: Weikersheim, das Schloss, lauter junge, begeistert arbeitende, rennende Musiker und Sänger, unbeschwert von Allüren - das hat schon was. Die Balance mit Bühnenbild und Ausstattung zwischen »zeitgemäss« und »werktreu« war sicher gestanden. Einzig mag man hie und da den kurzen Eindruck gehabt haben, da reiche die Stimmenkraft nicht ganz, den offenen Schlosshof gegen das Orchester phon-mässig zu verteidigen. Macht nichts, es war schön und, ganz nebenbei: welche boy group schafft das ohne erhebliches equipment - ausser den Scheinwerfern meine ich.

Und in zwei Jahren, da ... - nein, das wird ein ander mal verraten. Schauen Sie halt rechtzeitig vorbei.

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11.07.2003

Lokales...

...lohnt oft kaum, hier erwähnt zu werden. Aber heute denn doch! Hochdorf ist Sitz des Keltenmuseums samt Grabhügel, einer hochinteressanten Einrichtung. Und das aus verschiedenen Gründen; dazu mehr a.a.S.

Momentan haben wir, Parallelität der Fälle, und geschickt zu Beginn der Ferienzeit, die Eröffnung eines »Keltenradwegs« zu vermelden. Bad Nauheim hat es (1. Fall) geschafft, das auch zu veröffentlichen und anzupreisen.

Hochdorf hat es leider nicht geschafft; wenigstens ein Artikel in der StZ von heute weist darauf hin.

Kultur und Freizeit: Schade, dass hierfür kein Geld zur Verfügung steht. Einer Gemeinde, die ein solches Kleinod beherbergt sollte darauf achten. Aber wahrscheinlich ist da mehr das Museum zuständig Dass in Eberdingen Strassenfest ist, wird ja auch gross mit Transparenten angekündigt...

So isch no au wieder...

Wenden wir uns daher wieder den grossen weltpolitischen Unverschämtheiten zu. Erst einen Krieg, basierend auf Lügen, Un- und Halbwahrheiten aufbauend, beginnen, konzeptlos führen und beenden und dann den zuvor erpressten und übergangenen Rest der Welt »einladen«, den Scherbenhaufen aufzukehren: Die Bushies sind schon sauglatt oder besser gesagt: unverschämt. Macht und daraus abgeleitete Arroganz sind sich offensichtlich zu keiner Schandtat und Blösse zu schade...

Dass Frankreich und Deutschland hier (zumindest!!!) einen UN-Beschluss fordern - das ist wohl das mindeste, was man forndern muss. Auch wenn Joschka demnächst in den USA für seinen Kanzler sondieren geht, besorgt wegen einer weiteren Brüskierung durch Dschordschdabbelju: Hart bleiben, denn wir sind auf gutem Weg:

Wir kriegen eine Verfassung

Das ist eine der wenigen guten Meldungen: Die EU-Verfassung ist endgültig auf den Weg gebracht, von 105 Konventsmitgliedern gestern feierlich unterzeichet und damit eigentlich nicht mehr zu kippen. Wir werden sehen... Jedenfalls sollte sie bis Mai nächsten Jahres auch in den Mitgliedsländern soweit abgesegnet sein.

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10.07.2003

Lügen...

...haben kurze Beine - aber was hilft's, wenn die Lügner fest im Sattel sitzen. Zumindest bis jetzt. So Demokratie doch mehr als ein Schlagwort ist, könnte sich das ja ändern. Denn wer es wissen wollte, konnte es schon seit langem wissen oder doch ahnen: Die Gründe für den Irakkrieg waren getürkt (was i.Ü. und mittlerweile als Wort in unserem Wortschatz zu streichen wäre -- »gebusht« wäre adäquat...).

Wenn wir schon beim 11.9.2001 und seinen Folgen sind: Bei 2001 gibts es demnächst ein neues Buch vom M. Bröckers...

Demokratie: Gibt's die?

Eine Frage, die unter den derzeit herrschenden Verhältnissen einmal mehr zu stellen ist. Ein Modell feiert 10. Geburtstag: The Net and Netizens.

Sie auch unter Kultur & Web.

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08.07.2003

Man soll ja nichts unnötig dramatisieren...

... aber halten wir doch für die Nachwelt fest: Da biegt sich ein italienischer Ministerpräsident seit Jahren die Gesetzeslage »zu Recht«, damit sein persönliches, unredliches und unrechtes Machtstreben ungehindert weiter wirken kann; ...

[mehr]

Aber an Friedman, ...

... da kann sich die Gemeinde tage-, ja wochenlang hochziehen. Das begreift jeder, das ist doch was, was jeder ... - No Comment.

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03.07.2003

Susan Sontag

Friedenspreis des deutschen Buchhandels:

Der Stiftungsrat für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels hat Susan Sontag zur diesjährigen Trägerin des Preises gewählt. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 12. Oktober 2003, in der Paulskirche statt. Der Friedenspreis ist mit 15.000 Euro dotiert.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: "Mit Susan Sontag ehren wir eine Schriftstellerin, deren erzählendes und essayistisches Werk den Begriff und den Wert der westlichen Kultur untersucht und verteidigt. Mit großer analytischer Schärfe hat sie seit den sechziger Jahren die Ausprägungen der dynamischen Alltagskultur und ihre Bedeutung für unsere Vorstellung von Modernität und Freiheit beschrieben. Durch ihre Arbeit, die nie das europäische Erbe aus dem Blick verlor, ist sie zu der prominentesten intellektuellen Botschafterin zwischen den beiden Kontinenten geworden. In einer Welt der gefälschten Bilder und der verstümmelten Wahrheiten ist sie für die Würde des freien Denkens eingetreten. Auch in dem letzten ihrer vielen auch in Deutschland einflussreichen Bücher, "Das Leiden anderer betrachten", ist sie diesem unverrückbaren Ethos treu geblieben, als Zeugin einer immer noch von Kriegen heimgesuchten Epoche mutig und verantwortungsvoll auf dem Recht der Opfer zu beharren."

Nur geschickt ausgewählt? Eine Vereinnahmung? Oder ein untrügliches Zeichen dafür, dass »westliche« Kulturwerte nicht alt oder neu sind sondern eben vorhanden sind oder nicht? Mir bedeutet diese Wahl, dass Amerika noch anderes zu bieten hat, als die Rabauken in Washington D.C. und ich freue mich darüber. Mitunter wird ja aus einem kleinen Lichtblick ein grosses Fenster und wir stellen fest:

Alles ist erleuchtet

Dieser neue Romen von Jonathan Safran Foer führt einen amerikanischen Juden in die Ukraine, wo er die Wurzeln seiner Familie sucht. Und wenn wir via Holocaust bei George Tabori, einem Ungarn, landen: Dann haben wir doch wieder alles beieinander, oder?

Fast. Russland ist Gastland auf der diesjährigen Buchmesse. Wo mit wir auch wieder bei Klassikern wären. Und bei der Frage »alt oder neu« oder besser: »vorhanden oder eben nicht.« Gell, Herr Rumsfeld, Sie Dichter?

Links zu Susan Sontag:
02.07.2003

Berlusconi: Perfekt...

..., der Skandal: Berlusconi wütet nicht nur in Italien, sein bisher nicht (seit über 50 Jahren nicht mehr...) üblicher Stil lässt den »Resteuropäern« eigentlich wenig Spielraum. Oder doch?

In PISA nichts Neues

War ja auch nicht zu erwarten, in der kurzen Zeit. Was seit über 30 Jahren nicht verbesserbar war, wieso innerehalb eines Jahres? Die taz resümiert.

Ja, das kommt von das: »Nieder mit Goethe!« titelte ein Kommentator am 19.6.03 auf Seite 12. Die Klassiker der deutschen Literatur sollten Schulverbot erhalten, sie vermiesten den Jugendlichen die Lust am Lesen und verbauten frischen Autoren den Weg zum Publikum. Wenn's denn je so ernst gemeint war - gibt es da Zusammenhänge? Jedenfalls einen -natürlich literarischen!- Hinweis vom selben Datum (02.07.2003).

telepolis liefert einen weiteren Beitrag.

Weiteres auch im Kulturteil hier.

01.07.2003

Der Widerstand in USA...

...gegen die Patriot Act nimmt zu: »In seltener Einmütigkeit hat sich die US-Verlagsindustrie für die Unterstützung des «Freedom to Read Protection Act» ausgesprochen, der die Schutzwürdigkeit der Kundendaten von Bibliotheken und Buchhandlungen betont.«

(Frankfurter Buchmesse)

Ach ja: Termin der diesjährigen Buchmesse in FFM ist 8.-13.10.2003, schaun Sie mal vorbei. Russland ist Gastland.

Deutschland im Sommer...

... kurz vorm Sommerloch: Kann man es besser charakterisieren?

Symbolik Es ist vollbracht

30. Juni 2003 Wann hat es das zuletzt gegeben? Gleich acht gute Nachrichten verkündet „Bild“ auf ihrer Titelseite. Ralf Schumacher gewinnt auf dem Nürburgring; im Nahen Osten wurde eine Waffenruhe beschlossen; Sarah Connor bekommt ein Baby; die alte Bahncard könnte zurückkommen; ältere Arbeitslose sollen doch länger Geld bekommen; Cem Özdemir plant ein Comeback; und das geplante EU-Verbot nackter Seite-1-Mädchen, an das ohnehin niemand so recht geglaubt haben dürfte, ist vom Tisch: „Busen statt Bürokraten!“, jubelt „Bild“.

Na endlich...

...regt sich jemand auf über Berlusconi und die deutlich mehr als peinliche Tatsache, dass dieser Herr seit heute »uns«, d.h. die EU repräsentiert; ein Recht-Beuger, Rechs-Lastiger. Eine moralische Eiterbeule: Wie wollen wir anderen die Leviten lesen, wenn das unserer Repräsentant ist?

Die Kommentatoren überschlagen sich plötzlich mit Beiträgen darüber, wie schlimm das ist mit Berlusconi und überhaupt...

Warum erst jetzt?

Prof. Krippendorf im ND, die NZZ beschäftigt sich mit den Hassausbrüchen des Menschen gegen die italienische Justiz (hatten wir solche Ausbrüche nicht auch schon früher mal? So in den 30-er Jahren...? Sowohl dort als auch bei uns? Wer hat damals geschwiegen?). DER SPIEGEL berichtet über die Tumulte in Strassbourg, ausgelöst durch den Nazi-Vergleich des Herren Berlusconi. Blanker Zynismus darf nun als Ironie verkauft werden? Die SZ berichtet vornehm distanziert. Hingegen ausführlicher Der Standard. Wen wundert's: Waren die »rechtschaffenen« Europäer seinerzeit nicht wie die Wölfe über Schüssel und seine Mannschaft hergefallen..?

Die Frage bleibt, trotz einzelner deutlicher Worte: Was gedenkt Europa gegen diesen Mann zu unternehmen? Ihn ungeschoren zu lassen heisst sein Benehmen als neuen Standard zu akzeptieren.

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