an's Ende   Neuigkeiten: zurück home  

Hier finden Sie Hinweise auf Neues, entweder hier direkt oder aber als Verweis (neudeutsch link genannt..). Ganz oben jeweils das aktuellste.

:: What's new ? :: zeigt Ihnen das Änderungsdatum jeder Seite.

Kommentar  Ihr Kommentar

  Aktuellere Beiträge (nach dem 19.03.03)
19.03.2003

Wie kommen Sie damit klar?

Das ist eine sehr imtime Frage, die Sie sich aber selbst stellen sollten. Aber Sie werden es auch so fühlen: Der Frühling ist nicht so sonnig, wie er sein könnte, mit dieser Sonne, den Krokussen, Veilchen, Gänseblümchen, dem ersten zarten Grün der Büsche, den gelben Stuwwelköpfen der Kornellkirsche - man könnte weiter schwelgen.

Wer nicht deprimiert ist, Gefühle der unbestimmten Angst, der Betroffenheit, der Hilflosigkeit spürt, wie sollten wir einen solchen Menschen beschreiben? Gefühllos? Krank? Unwissend? Kriegsgeil? - Wie auch immer: Die Manipulation der Weltbevölkerung durch die Fernsehbilder, die immer und immer wiederkehrenden Meldungen wir jetzt erst so richtig beginnen. Die US-Kriegerriege hat gelernt - aus Vietnam, aus dem letzten Golfkrieg - und sie hat vorgesorgt. Nur »Gutes & Spannendes« soll uns erreichen, im Sessel...

Und dennoch dürfen wir nicht vergessen:

Wir werden belogen

Und da hilft kein die Last abwehrendes Schulterzucken: Die Schuld ruht auf uns allen. Dass die US-Armee gegen jede Wahrheit, Vernunft und Mehrheit in diesen Krieg ziehen kann oder muss, verdankt sie den Machtverhältnissen, die Menschen zulassen oder schaffen. Politikern in erster Linie, die sich gegen ihre Wähler wenden, wohl wissend, dass deren Langzeitgedächnis nicht ausreicht, sich dessen bei der nächsten Wahl noch zu erinnern; die Wahlerergebnisse manipulieren; die so farblos und austauschbar sind, dass Alternativen teilweise nicht erkennbar sind. Aber auch den Journalisten, die dies unterstützen - durch Denkfaulheit, Gutgläubigkeit oder Eitelkeit -- oft aber auch nur aus Machtlosigkeit.

Ohne die wirklich enorm schwere Situation der Menschen im Irak zu verkennen oder herunter zu spielen, aber grundsätzlich nehmen uns die US-Krieger ebenso in den Schwitzkasten, wie Sadam sein Volk.

Der Wahrheit eine Chance

Es bleibt uns nur, die Wahrheit zu suchen in diesem Lügendschungel; was bleibt ist Lesen, Diskutieren; was bleibt, ist Nachdenken, Weitermachen -- selbstverständlich.

Ignacio Ramonet hat in der letzten LE MONDE diplomatique gefragt »Warum jetzt?«, ein ausgezeichneter und nahezu erschöpfender (und dafür sehr kurzer!) Artikel, wenn es um die Fragen geht, wie es dazu kommen konnte und wie es wohl weiter geht.

Robert Misik zeigt uns in der taz welche Ideen die US-Lenker beflügeln: Bolschewismus von rechts, Thesen, die nach dem 11.9.2001 als Verschwörungsgequatsche abgetan wurden. Das hat mittlerweile auch Der Spiegel erkannt.

Selim Nassib erklärt uns klar und schnell, wo der Teil der Ursachen liegen, die wir im Islam zu suchen haben: Monarchen, Militärs und Mullahs haben den Fortschritt behindert und behindern ihn noch. Ein Grund für »uns«, da »helfend« ein zu greifen ...?

Das und mehr auch auf der Seite zum 11. September, der »Mutter aller Lügen«.

17.03.2003

Amerika, Du weisst es besser!

Zwei Drittel der Amerikanischen Bevölkerung befürwortet nach heutigen Meldungen Bush's Einstieg in den Irak-Krieg ohne UN-Mandat, ohne weitere Rechtfertigung. Die Allmachtsphantasien, zusammen mit dem offensichtlichen und löchrigen Lügengebäude der letzten Monate trägt diesen Präsidenten. Unfassbar, auch für manche Amerikaner selbst.

Und das, obwohl aus den USA selbst die fundiertesten Informationen gegen diesen Krieg kommen. Die Manipulation der Medien führt zu gezielter Desinformation; Non-profit-Organisationen wie z.B. das Center for Media & Democracy beobachten dies scharf. Man kann also leicht erkennen: Die Manipulation war und ist perfekt. Und dennoch: Wer es wissen will, der kann es wissen:

Dieser Krieg ist erschlichen & erlogen und ein schreiendes Unrecht. Die Welt hat versagt, allerdings nicht erst am heutigen Tag.

Ratlos...

...eiert die diskutierende Internetgemeinde durch die Diskussionsforen, wie zB. beim MDR. Die Desorientierung ist perfekt, die US-Regierung mit ihren Akteuren war (zunächst) erfolgreich. Falls Sie trotzdem noch was zu lesen suchen, dann z.B. hier...

Kommentar  Ihr Kommentar  top  

»Neues von der Maus«...

...finden Sie hier. Das ist die gespiegelte Seite von dem Bernd seiner Maus, weil dort die Logfiles überlaufen, weil dort so viele nachlesen wollen, woher das alles kommt - mit der Politik und warum der Herr Bush nun doch zum letzten Mittel greifen muss, der Arme; und so Dinge halt.

Der Papagei un' dem Bush sein Hund...

... waren auf den Azoren. Während Aznar mit dem typischen, tief-zu-Herzen-gehenden Blick des Caballeros alles nachplappert, was Herr Bush der Welt verkündet, können wir noch nicht erkennen, wohin Blair der Weg führen wird; Hero oder Abgang... Da fällt uns doch gottlob ein Text von Thomas Mann aus Herr und Hund ein; auch wenn der Hund hier zum Schaf mutiert - in dieser verworrenen Welt der Dollies und halbeuropäischen Schosshunde scheint eben jeder Rollentausch denkbar und möglich:

[..] Einmal jedoch geschah etwas Gegenteiliges, was eher noch peinlicher und jedenfalls sonderbarer anmutete als die Panik. Eines der Schafe nämlich, ein gewöhnliches Beispiel seiner Gattung, von mittlerer Größe und durchschnittsmäßigen Schafsgesicht, übrigens mit einem schmalen, aufwärtsgebogenen Munde, der zu lächeln schien und dem Wesen einen Ausdruck fast hämischer Dummheit verlieh, schien sich in Bauschan vergafft und vernarrt zu haben und schloß sich ihm an. Es folgte ihm einfach, – es löste sich von der Herde ab, verließ die Weide und heftete sich an Bauschans Fersen, still und in übertriebener Dummheit lächelnd, wohin er sich auch wandte. Er verließ den Weg, und es folgte ihm; er lief, und es setzte sich ebenfalls in Galopp; er blieb stehen, und es tat ein Gleiches, unmittelbar hinter ihm und geheimnisvoll lächelnd. Unmut und Verlegenheit malte sich in Bauschans Miene, und wirklich war seine Lage im höchsten Grade abgeschmackt, weder im Guten noch im Bösen hatte sie irgendwelchen Sinn und Verstand, sie schien so albern, wie weder ihm noch mir jemals etwas vorgekommen war. Das Schaf entfernte sich mehr und mehr von seiner Basis, aber das schien es nicht anzufechten, es folgte dem verärgerten Bauschan immer weiter, sichtlich entschlossen, sich nicht mehr von ihm zu trennen, sondern ihm anzuhaften, wie weit und wohin er nun gehen möge. [..]

(Thomas Mann, Herr und Hund)

Kommentar  Ihr Kommentar  top

16.03.2003

Irak - was sonst!

Hängt Ihnen das Thema zum Hals 'raus? Ja? Oder ist es Blasphemie, das auch nur zu denken?

Mal unterstellt, alle Menschen wären gut, umfassend und objektiv unterrichtet: Gäbe es dann auch nur einen Menschen auf dieser Erde, der nicht gegen die Kriegspläne und das Vorgehen der USA-Administration wäre?

Zu den Fakten, die seit langem veröffenlicht und damit allen bekannt sein konnten gehörte auch, was der Spiegel jetzt erst veröffwentlicht: Der Irak-Krieg war schon vor Jahren beschlossene Sache (s.a. hier in der taz).

So. Und warum erst jetzt? Der SZ wird »schwindelig«, die Nürnberger Zeitung berichtet über »Rätselraten« und der Spiegel tut in seinem Artikel so, als könne er und erst jetzt das Rätsel lösen: Und was dann folgt, man glaubt es nicht, ist das, was auch der Spiegel vor noch nicht allzu langer Zeit als Verschwörungstheorien abgetan hat.

Hat man Worte!

Also noch einmal: Wenn alle Menschen gut, umfassend und... Wer hat da ein Interesse, dass sie es nicht sind? Funktioniert unsere Presse eigentlich auch nur noch ansatzweise? Ich meine so, wie es ihre Aufgabe sein sollte. Sind wenigstens unsere Journalisten informiert? Man darf den Eindruck haben - NEIN.

Was immer in den Neunzigern in den Think Tanks ausgeheckt wurde, von einer Entmachtung der Uno bis hin zu Serien künftiger Unterwerfungskriege - es war das glatte Gegenteil einer Verschwörung: Fast alle dieser Weltmachtsvisionen sind veröffentlicht worden, einige per Internet zugänglich.

(Spiegel-Zitat)

Was der Spiegel hier so forsch und selbstgerecht ablässt, ist zwar wahr, richtet sich aber gegen ihn selbst. Denn warum kommt er jetzt damit - am Vorabend des immer wahrscheinlicher werden Angriffs? Was sollen alle Diskussionen? Warum muss Europa auseinander fliegen? Warum dürfen die USA gegen den Willen des Parlaments durch die Türkei marschieren? Warum, warum warum? Wenn wir doch alle wissen (können), was wirklich gespielt wird?

Da bleibt mir im Moment nur:

Lest & lasst mir den Schröder heil!

Denn er scheint momentan der einzige offizielle Rufer in der Wüste - das war schon immer eine tragische Rolle, aber keine komische. Europa hat sich lächerlich gemacht und es hat versagt, mitsammt der Mehrheit dere Journaille, des Rundfunks und des Fernsehens.

Andererseits: Wir haben ja jetzt den Superstar. Ist eigentlich wahr. Der reicht für uns.

Kommentar  Ihr Kommentar  top

14.03.2003

Ersatzteile...

... zur Reparatur des Körpers nutzen wir ja schon lange, bei vielen haben wir uns so daran gewöhnt, dass der Gedanke, es könne vielleicht nicht so der hit sein, gar nicht mehr aufkommen.

Bei der Meldung über den partiellen elektronischen Hirnersatz kam mir aber sofort wieder Ray Kurzweil's Buch Homo sapiens. Leben im 21. Jahrhundert. Was bleibt vom Menschen? in den Sinn und damit die Problematik des sukzessiven Austauschs aller möglichen Teile und Körperfunktionen durch Mechanik und Elektronik, also letzlich der Frage: Ab wann ist der Mensch nicht mehr er selbst?

Das fängt bei der hölzernen Protese von Captain Silver und den Dritten Zähnen an, geht über die Herzklappen und hört bei der aktuellen Diskussion zum Klonen nicht auf: Ray Kurzweil prognostiziert ja nichts weniger als die potentielle Unsterblichkeit des Menschen, letztlich ausgelöst durch den sukzessiven Ersatz des Hirns durch Speicherung seines Inhalts »im Netz«, dh. die Virtualisierung alles Wissens und aller Menschen als eine der nächsten Stufen der Evolution.

Nun ist Kurzweil nicht irgend jemand, so dass man schon zweimal hinhören und -sehen sollte, siehe oben - es geht los!

Und da wir es w.o. von Robert L. Stevenson hatten: Dr. Jekyll and Mr. Hyde stammt auch von ihm »...One of the most horrific depictions of the human potential for evil ever written...«

Links zu Ray Kurzweil:

Biografie
Firmen von Ray Kurzweil
AI (künstliche Intelligenz)
Cyber Art
11.03.2003

Privatisierung, Globalisierung, Cross-Border-Leasing

Hat das miteinander zu tun?

Telekom-Defizit, Ausverkauf »staatstragender« staatlicher und kommunaler Betriebe & Infrastruktur, Ausverkauf an amerikanische Investoren via Cross-Border-Leasing: Nein, niemand würde da Zusammenhänge, geschweige denn eine Gefahr sehen... Auch nicht unter den sich anbahnenden Umständen.

Demnächst mehr.

Klaus Staeck und der Irak

Sicher nicht das erste Thema, dessen sich der Altmeister der plakativen Provokation angenommen hat - aber ebenso sicher auch nicht das letzte. Gehen Sie vorbei auf der Seite von Klaus Staeck. Dort finden Sie auch den Aufruf von Intellektuellen, Künstlern und Wissenschaftlern, hier den Text und die Unterschriftenliste in mehreren Sprachen.

Greenpeace

Auch bei Greenpeace finden Sie Beiträge. Wo die doch gestern so hoch oben auf dem Brandenburger Tor demonstriert haben und die Stadt Beifall klatschte und offiziell auf eine Strafanzeige verzichtet hat. Toll! »Offizieller Antiamerikanismus« in Berlin - ob das Folgen hat?

Kommentar  Ihr Kommentar  top

10.03.2003

Es gibt auch erfreuliches...

...zu berichten. Und das blüht mal wieder im Verborgenen. Der 240. Geburtstag von Jean Paul ist Anlass zur Präsentation der Nummer 17 der EDITION WUZ.

Mehr...

09.03.2003

Wir haben richtig gehört!

El-Baradei und Hans Blix sagen es, die Welt hört es und die USA selbst kümmert es einen feuchten Kericht: Die USA haben Dokumente gefälscht, um den Kriegszug gegen den Irak zu rechtfertigen?

Die Welt hört es: Die USA lassen die UN-Mitglieder bespitzeln.

Die Welt sieht & hört es mit eigenen Augen & Ohren: Die USA-Administration besticht, erpresst, droht -- alles nicht neu, alles bekannt, business as usual?

Wenn man unserer »normalen«, kriegsgeilen Presse folgen, so gewinnt man den Eindruck, das Widerstand wie zB. von Frankreich allenfalls dazu taugt, die Spannung zu erhöhen in einem Real-Time-Action-Game so richtig nach dem Geschmack der Gamer, ansonsten aber als eher ärgerlich und stöhrend empfunden wird.

Und dennoch: Minister kündigen ihren Rücktritt an, weltweit reissen die Proteste nicht ab -- und Regierungschefs wollen nach NY zur UN-Abstimmung anreisen, Lichtblicke, dass die Welt doch nicht komplett von den Kriegstreibern in die Knie gehen will.

Das letzte Aufgebot?

In seinem Artikel Die Koalition der Willigen zeigt Florian Rötzer deulich, wie »frei« der Wille von Regierungen und Parlamenten ist bzw. was »Freiwilligkeit« in harten Dollars wert ist; in der Türkei marschiert die US-Armee derweil auch ohne parlamentarische Einwilligung durch oder ein: Gurkenstaat? [Forumbeiträge]

Woher wohl die $$$ herkommen werden, wenn die USA Zahltag halten müssen? Bei deren Handelsdefizit? Bei den inneramerikanischen Finanzlöchern, den Bilanzen? Der Wirtschaftsflaute? Wird das irakische Öl als Geschenk herhalten müssen und auch ausreichen?

Was passiert aber, wenn die US-Regierung grinsend zur Kenntnis nehmen kann, dass -nachdem »die Karten auf dem Tisch liegen«- doch wieder alle eingeknickt sind, wieder nur alle gepokert haben? Wird dann alles gut, nur weil der King Of Poker mal wieder am längsten durchgehalten hat?

Und was wird passieren, wenn sich (zunächst...) wenigstens einige Länder/Regierungen der US-Erpressung nicht beugen? Die USA die UN als verzichtbar erklären und trotzdem marschieren lassen? Wenn Zustimmung verzichtbar ist, warum sollte man sie dann erteilen? Warum sollte man sich öffentlich demütigen lassen? Wie können wir Mut machen, Mut tanken, um der Angst vor der US-Macht zu widerstehen?

Antiamerikanismus?

Natürlich wird der Vorwurf kommen, ähnlich dem des Antisemitismus - muss ja kommen, kommt er doch meist von denselben. Doch was heisst das? Selbst eine stetig zunehmende Zahl von Amerikanern - man muss nicht mal mehr die Promis bemühen - verhalten sich »antiamerikanisch« in dem Sinne, den man gelten lassen sollte: Gegen eine Regierung und Administration sich zu wenden, von der wir bis heute noch nicht wissen, ob sie je gewählt wurde; von der wir wissen, dass sie bereits im eigenen Land Grundrechte ausser Kraft gesetzt hat, von der wir wissen, dass sie Menschenrechte buchstäblich mit Füssen treten lässt, die die eigene Bevölkerung bespitzeln lässt -- und und und. Wann werden als unsäglich tabuisierte Vergleiche säglich werden? Und ab wann ist es zu spät?

Was haben wir von Bush zu erwarten?

Nichts? Falsch. Nichts gutes. Machen wir uns nichts vor: Kneifen und Nachgeben wird Aufforderung an ihn sein, die nächsten Schritte zu tun. Und er wird sie tun, aber die Richtung wird uns (wieder nicht) passen - und so fort. Die USA braucht den Rest der Welt - ob die Umkehrung auch gilt, ist wie so oft bei Umkehrungen zumindest fraglich; auch wenn die :: Aufrufe zum Boykott :: deutscher und französischer Waren etwas anderes suggeriert -- die Kriegsgefahr steigt und das Niveau sinkt...

Kleine Ausnahme: Wenn »Die Maus« erklärt, wo das alles herkommt, mit der Politik und so.

Und nebenbei...

... sollten wir nicht vergessen, dass Regierungen nicht alleine agieren; wichtige Wichte sitzen in der Industrie, zB. der Hard- und Softwareindustrie.

Nicht gewusst?

Kommentar  Ihr Kommentar  top

07.03.2003

Was wir nicht wissen wollen...

...ist hier mal wieder zusammen gefasst: Michael Schneider berichtet im freitag 11 über Die schön geredete Katastrophe, die die USA & Verbündete 1991 dem Irak bereits einmal beschert hatten und die nun getopt werden soll - wenn's nach G.W.B. und seinen Mannen geht. Und der überwiegende Teil unserer Presse und das TV »schenkt« uns derweil die schönen Bilder »unserer Jungs« in sauber-bügel-gefalteten Kampfanzügen - wie die Jungs hier nebenan auf der Strasse sie auch tragen, zum Skaten... Na und?

Michael Jäger berichtet unter dem Titel Kriegs-Bühne über das Märzheft der Blätter für deutsche und internationale Politik mit aktuellen Beiträgen zur Irak-Krise. U.a. auch mit einem Beitrag - gewissermassen einer »Kurzfassung« seines Buches Weltmacht USA - Ein Nachruf.

Haben Sie was zu sagen?

Dann sagen Sie es - hier:

Kommentar  Ihr Kommentar  top

03.03.2003

Schnapszahl...

... echt: 03.03.03, passt schon - Rosenmontag, alle jeck - Alle? Nein Das Mädel und die Jungs um den Oberjecken machen ernst:

Spiegel :: GEHEIM-MEMORANDUM :: USA sollen Sicherheitsrat ausspioniert haben :: Es ist der Stoff, aus dem Thriller gestrickt sind. Der britische "Observer" ist im Besitz eines geheimen US- Dokuments, in dem Abhöraktionen gegen Delegationen mehrerer Länder im Uno-Sicherheitsrat beschrieben sind. Angeblich soll die Maßnahme auf Wunsch der Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice erfolgt sein. Wenn das Papier keine Fälschung ist, wäre es ein politischer Skandal, der der Bush-Regierung schwer schaden könnte...

Um Bush wird es einsam. Das sieht nicht nur Rudolf Maresch so.

Die Zukunft der USA

Auch Emmanuel Todd liefert in seinem Buch Weltmacht USA - Ein Nachruf (pieper, 2003) eine Menge Stoff, der einen zum Grübeln bringt über die Rolle und Zukunft der USA als Weltmacht bzw. als Bannerträger der Demokratiebewegung. Er vertritt (als Europäer/Franzose) ganz im Gegensatz zu Robert Kagan (als in sich ruhendem und sich genüsslich zurücklehnendem Amerikaner, aber mit sehr klarer Sprache, vom Ausdruck wie vom Inhalt her...) in seinem Essay Macht und Ohnmacht (Siedler, 2003) den -zugegeben gewagten- Standpunkt, dass die USA die längste Zeit Supermacht waren - wir haben es alle nur noch nicht gemerkt. Ernst betrachtet eine wirklich spannende These, da sie natürlich alles auf den Kopf stellt, was wir so täglich an »Spannendem aus der Welt des Herrn Bush« vorgesetzt bekommen. Nun bin ich weder Wirtschaftsfachmann noch Demograph, aber Freude kommt da nicht auf, egal, wem von beiden man sich zugeneigt fühlt bei der Prognose, wie sich die USA im Falle eines Falles verhalten werden.

Fazit für mich: Ich wollte nicht mehr diskutieren ohne dieses Hintergrundwissen. Und: Offen ist die Frage, ob der schrittweise Übergang zur Demokratie weltweit tatsächtlich die Macht als Bedrohung dieses Vorgangs vernachlässigbar werden lässt oder ob Macht auf die Dauer (oder bis es zu spät ist...) doch der entscheidende Faktor bleibt.

Also: Lesen.

Noch mehr Lesefutter:

Utopistik :: Emmanuel Wallerstein :: Historische Alternativen des 21. Jahrhunderts :: ISBN 3-85371-184-7, 120 Seiten, Promedia Wien, 2002 [Mehr...]

Aufstieg und Fall der großen Mächte :: Paul Kennedy :: Fischer TB

Europa im globalen Wettbewerb :: Ein Ausblick auf die Kraftfelder des 21. Jahrhunderts :: Josef Janning :: Der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung in europäischen Industrieländern wird langfristig, so der britische Soziologe Anthony Giddens, von gegenwärtig 16 bis 22 Prozent auf das Niveau der Beschäftigung im Agrarsektor fallen und mithin nicht mehr als zwei bis drei Prozent der Erwerbsbevölkerung einen Arbeitsplatz bieten. Mit ähnlichen Daten argumentiert das jüngste Buch von Konrad Seitz, doch die Argumentationskontexte des britischen Vordenkers eines „drittenWeges“ und des deutschen Diplomaten und Asien-Kenners könnten unterschiedlicher kaum ausfallen.
(INTERNATIONALE POLITIK, 4. März 2003, Juni 2000 • Nr. 6• 55. Jahr • DM 18 • G 2728)

Es wird gelogen und betrogen

Jedenfalls wird es enger und enger für Bush & Co. War schon die ewige Hinhaltetaktik i.S. Beweisen dubios, wurden »schlagende Beweise« als Abschrift aus studentischen Seminararbeiten erkannt, wurden als letzte Beweise fein kolorierte strichzeichnungen von fahrende Labors etc. an die Wand projiziert, wurden Schmiergelder angeboten und gezahlt -- dass nun auch noch die UN-Mitglieder (ausser GB und USA, versteht sich!) bespitzelt werden, das lässt nun hoffentlich das Fass zum Überlaufen bringen. Müsste es eigentlich. Oder haben wir -wie selbstverständlich- nur darauf gewartet, das das »endlich« auch noch auf den Tisch kommt? Denken wir bereits, dass das doch selbstverständlich ist ? Wie muss man eigentlich geschnitzt sein, um dieser Mafia auch nur ausgewogene Gefühle entgegen zu bringen, an Vertrauen gar nicht erst zu denken? Klar: es war schon immer so, man ist versucht, damit zu beginnen wieder aufzuzählen: Martin Luther-King, Kennedy, Allende. Was bei »Gutmenschen« zulässig ist...

Und was wird mit der Türkei? Werden sich Regierung und die US-Kriegsfürsten der demokratischen Entscheidung beugen oder werden sie darüber hinwegtrampeln? Und was macht Angela dann? Mittrampeln? Konvertieren? Klatschen?

02.03.2003

Nochmals: Folter

Nachdem nicht nur einem Richter (Judikative) sondern auch einem Ministerpräsidenten (Exekutive) die Folter als probate, zumindest aber verständliche Entgleisung keinen Stress macht sondern im Gegenteil als Arbeitsmittel der Ermittler zusagt, sollte der Bundestag (Legislative) nicht hintanstehen, sondern hier legalisierend was vorlegen: Neue Gesetze braucht das Land!

Und nochmal (12.03.03)

Die Freunde des Schmerzes :: telepolis :: Marcus Hammerschmitt 11.03.2003 :: Über seltsame Aufmerksamkeitslöcher in der gegenwärtigen "Folterdebatte" :: Seit ein Frankfurter Polizist einem Verdächtigen mit Folter gedroht hat, und darüber einen Aktenvermerk anlegen ließ, wird über Folter geredet. Aber die Debatte zum Thema ist von bezeichnenden Lücken gekennzeichnet.

28.02.2003

Normalerweise...

...kommt so was im K(l)ick des Tages. Aber die Maus mit dem Bush, die muss für die Kinder in uns unbedingt hier her...

Nachlese

Die Merkelsche Aussenpolitik beschäftigt uns weiter, nachdem sie damit am 21.02. und 22.02. mit journalitischen-eigenwilligem Alleingang begonnen hatte, in Washington dem Kanzler Konkurrenz zu machen. Eigentlich könnten er und Joschka ihr dankbar sein, denn sie dürfen ja derzeit 'kei Bsüchle macha' - schlechter Scherz...

Honi soit...

...qui mal y pense - Auch auf der nicht-politischen Bühne treiben sich Schufte herum, denen es das Handwerk zu legen gilt. Denkt man so. Doch dann stellt man zuweilen fest, dass sich die Verhältnisse leicht auch umkehren können, wie das Vorpreschen der BSA gegen die Uni Münster zeigt. Kurz stand die bange Frage im Raum:
Has Microsoft a copyright for "Office" now?
Linux et.al. sei dank: Noch nicht... Auch die Meldung, dass ab Aschermittwoch Fenstersteuer an Microsoft zu entrichten sei, trifft für dieses Jahr nicht zu.

(vom Message-Server der OpenOffice.org)



on 2/26/03 11:47 PM, Christian Schild at schild@uni-muenster.de wrote:
> 
> Dear ladies and gentlemen,
> 
> as I don't know a better email contact, I'm writing this to you. If you are
> not a good contact for belows issues, please reply or forward accordingly.
> 
> We just got accused by the Business Software Alliance (BSA) of offering piracy
> software, namely OpenOffice-1.0.1.
> 
> We (University of Muenster, Germany) run an IPv6-FTP-Server that mirrors a lot
> of stuff, including the Mandrake linux distribution. Part of this
> distribution are the two 'offending' rpm-files below.
> 
> Is the BSA serious? As far as I know, OpenOffice has a GPL and is free for
> usage _and_ free for download. So I basically don't understand what BSA's
> accusations are based on. If you look closer to the mail below, my best guess
> is, that BSA scripts ran amok and detected OpenOffice as MS-Office, because
> it contains the string "Office". Has Microsoft a copyright for "Office" now?
> 
> Generally I would have leaned back and said 'Nice joke, adjust your scripts',
> but as we are accused officially, I'm doing some research before I reply.
> Anyway, I think it's also important for you OpenOffice-Guys to know, that
> obviously someone is trying to remove your product from FTP-Servers.
> 
> Regards,
>    Christian Schild
> 
> 
>> From: "Copyright Europe" 
>> To: "Abuse" 
>> Sent: Wednesday, February 26, 2003 5:51 PM
>> Subject: [NOC] Case ID 588853 - Notice of Claimed Infringement
>> 
>> 
>> Wednesday, February 26, 2003
>> 
>> Westfaelische Wilhelms - Universitaet
>> Roentgenstr. 9-13
>> Muenster, D-48149  DE  DE
>> 
>> 
>> RE:  Unauthorized Distribution of the following copyrighted computer
>> program(s):
>> 
>> Microsoft Office
>> 
>> Dear Sir/Madam:
>> 
>> The Business Software Alliance (BSA) has determined that the connection
>> listed below, which appears to be using an Internet account under your
>> control, is operating an FTP server to offer unlicensed copies or is engaged
>> in other unauthorized activities relating to copyrighted computer programs
>> published by the BSA's member companies.
>> [..]
		

26.02.2003

Was da so alles in's Rutschen kommt...

...war wohl schon seit längerem tektonisch gelockert oder sogar schon am Rutschen. Das stellte schon Sloterdijk 1994 fest (Falls Europa erwacht, suhrkamp Taschenbuch). In den späten 60-er-Jahren, zu Zeiten des Vietnamkrieges, wussten wir -das kollektive Gedächtnis- sehr wohl, dass neben der »Russischen Bedrohung« eine andere ebenso real war; dass das amerikanische Schutzschild nicht nur Schutz verhiess, dass wir ein potentielles Kampffeld waren, das wussten wir auch. Und dass wir das nicht überleben würden auch.

Wer Chile zu verantworten hatte und, und, und; wer sich Kyoto und dem Internationalen Gerichtshof, der Biowaffenkovention, ABM entzog. Wir wussten immer, dass Macht macht was sie will. Wir wussten das, wie Kinder, die wissen, dass die Erwachsenen verschnupft reagieren, wenn man sie zu sehr ärgert.

Daran erinnert uns auch Robert Kagan in seinem Essay Macht und Ohnmacht (Siedler, 2003) überdeutlich und zuweilen -heblich -- eben aus der amerikanischen Sicht der Stärke, alles weglassend, was vom tieferen Nachdenken ablenken könnte.

Da kommt mer ganz draus, weil mer nemme draus kommt!

H. Pfisterer

Aber der schreibenden Zunft scheint das alles nicht (mehr) präsent zu sein, ein kollektives Gedächtnis oder auch nur der Anflug eines Geschichtsverständnisses, gepaart mit Phantasie und Weitsicht, nicht zur Verfügung zu stehen. Anders ist es nicht zu erklären, welcher Schwachsinn sich grossteils aus der Journaille ergiesst, was an voauseilendem Gehorsams-Journalismus abgeliefert wird, welche Hämmer die Opposition rausziehen darf und manches mehr. Dagegen war das teilweise debutantenhafte Vorgehen unsere derzeitigen Kanzlers nun wirklich eher mustergültig. Dennoch wird er abgewatscht, innen wie aussen. Von Menschen, die es nicht nur besser wissen müssten (das ist eigentlich ihre Aufgabe...), sonders die's wissen und zu faul sind es zu tun. Das ist die »softe« Interpretation des Beobachtbaren.

Was seit dem 11.9.2001 zunehmend beobachtbar und zu kritisieren war, nimmt langsam Formen an, die Kopfschütteln als hilflose Geste zur Dauerbewegung werden lässt: Unkritische Journalisten, vorgefertigte Klischees, in Erwartung des sicheren Krieges ein fast ärgerliches »jetzt müssen wir alles umschreiben!«, Ängstlichkeit, Duckmäuserei...

Leserbriefe zeigen, dass das nicht nur mir auffällt.



Demoplakat
M. Schütz-Böger, 1991
Alle?

Nein. Es gibt Ausnahmen und Lichtblicke. Nicht nur in der Presse. Auch aus Holywood hören wir kritische Stimmen. SchauspielerInnen, SängerInnen. Deutsche Schriftsteller und Intelektuelle (Grass, Sloterdijk, Walser, Westernhagen...) stellen sich hinter Schröder. Gestern demonstrierten alleine in Stuttgart nach offiziellen (!) Angaben über 7.000 Schüler gegen einen Krieg, der noch nicht einmal begonnen hat. Wie war das vor 12 Jahren? Da standen wir mit kalten Füssen am Schlossplatz und die USA ohne Mandat in Kuweit. Wie war das zu Zeiten des Vietnamkrieges? Da standen wir »im Regen« und wurden von der Polizei verprügelt...

Henner euere Plakäter scho genehmiga lassa?

H. Pfisterer

Es hat sich was geändert. Eins hat sich nicht geändert: Den Schülern drohen »Einträge« und mehr, Rektoren verkriechen sich hinter der Order der Oberschulämter, »Schülerstreik« sei gesetzwidrig. Naja, Aufstände anno 1848 waren auch gesetzwidrig. Aber für Herrn Teufel waren sie letztes Jahr Grosstaten. Für mich auch, für Helmut Pfisterer auch...

Es werden die Demonstranten gebeten
den städtischen Rasen nicht zu betreten.

(68-er-Spruch...)

Und hinter all dem steht die grosse Frage: Was wird eigentlich aus Europa?, ohne beim Hören der Frage gleich dem Drang zum Klammergriff an den Hosenbeinen von Uncle Sam zu erliegen

Kommentar  Ihr Kommentar

25.02.2003

Normalerweise...

... sollte es reichen, Hinweise auf bedeutende oder interessante Artikel im Umfeld von 9-11 einfach in die WTC-Liste zu stellen. Dieser hier von Rudolf Maresch muss aber einmal wieder besonders herausgehoben werden. Aber nicht nur das: Lesen sollten Sie ihn auch...

Apropos lesen: »... 44 Millionen Amerikaner sind nicht im Stande, Texte zu lesen und zu schreiben, die dem Standard einer vierten Klasse entsprechen - sie sind faktisch Analphabeten. Der Durchschnittsamerikaner verbringt 99 Stunden pro Jahr mit dem Lesen von Büchern und 1.460 Stunden vor dem Fernsehgerät ...« (freitag)

So gemütlich hätte ich's auch gerne. Dann würde ich nicht mehr so viel am PC sitzen und... Richtig: Pisa, da wollte ich dieses Frühjahr endlich mal wieder hin.  

Folter...

... sei hilfreich, mein ein Richter, verzeihlich, meint Herr Koch... Ein Irrenhaus ist das. Gilt überhaupt nichts mehr, was wir mal als unsere unveräusserlichen Rechte ansahen? Ein Artikel in der FR könnte die bösen Nebel etwas vertreiben helfen.

Interessante Aspekt finden wir in einem Kommentar der taz vom 1. März. Es zeigt sich doch immer wieder: man kann allem etwas abgewinnen. Aber im Ernst: Was hier vom Zaun gebrochen wurde, muss einem schon den Schauder über den Rücken treiben.

24.02.2003

Wen interessiert das eigentlich?

So neben den weltpolitischen Problemen kommt man sich mit seinen kleinen, privaten ja bedeutungslos vor. Aber es ist ja irgendwann bei jedem der Punkt erreicht, da muss das alles raus.

Worum geht es?

Ganz einfach. Es geht darum, wie Grossunternehmen mit Ihren Kunden umgehen. Ob man darüber zB. in der c't liest oder ob es einen selbst betrifft: ganz was anderes! Also: Es fing ganz harmlos damit an, dass ...

22.02.2003

Der grösste Hintern...

..., den sie finden konnte: So wie im Kommentar in der taz von heute kann man es auch ausdrücken.

Dennoch: Niedergang der SPD?

Exodus ans rechte Ufer :: FR 22.02.03 :: Vom Fehlen einer konstruktiven Utopie oder: der Niedergang der Sozialdemokratie / Eine Analyse von Egon Matzner :: Die europäische Sozialdemokratie ist in der Krise. Ein Hauptgrund dafür liegt in der Anpassung an die US-amerikanische Politikvorstellung und der Preisgabe eines eigenen Politikentwurfs. Wir dokumentieren die Analyse von Egon Matzner gekürzt. Der Autor war u. a. Professor für Finanzwissenschaften an der TU Wien und Leiter der Programmarbeit für die SPÖ unter Bruno Kreisky...

21.02.2003

Der Schlamm ist aufgehäufelt...

... und die Schlacht kann beginnen. Was immer Schröder falsch gemacht haben mag, was jetzt so folgt, lässt ihn im fast gloriosen Licht der Unfehlbarkeit erscheinen:

  • SUN in England macht Propaganda gegen Chirac, da werden alte Wehrmachts-Propagandisten blass vor Neid:

    BELEIDIGUNGSKAMPAGNE
    "Sun" beschimpft Chirac als Wurm
    Tony Blair, treuester Verbündeter von Saddam-Feind George W. Bush, steht im eigenen Land mittlerweile auf ziemlich verlorenem Posten. Doch einen Freund hat er: die Boulevardpresse. Die "Sun" sprang dem Premier jetzt zur Seite - mit einem verbalen Frontalangriff gegen den französischen Präsidenten und Kriegsgegner Jacques Chirac.
    Paris - "Chirac Est Un Ver" (Chirac ist ein Wurm) lautete die Schlagzeile einer gratis in Paris verteilten Ausgabe der "Sun". Darunter druckte das Blatt die Fotomontage eines Wurms mit dem Kopf Chiracs, der aus einer Frankreich-Karte kriecht.

    (Spiegel)

  • Unsere CDU-Merkel mekelt in in der Washington Post und kippt damit den letzten Rest Anstand über Bord. Und wir dachten doch, der Wahlkampf sein beendet. Pustekuchen.

Was kommt noch?

Wir haben nichts zu lachen...

... in diesen Tagen und Wochen, trotz Karneval und Fastnacht. Aber wer bei Sinnen bleiben will und sich bei den einschlägigen Veranstaltungen noch nicht leergelacht hat, der kann ja ins Kino gehen:

My Big Fat Greek Wedding läuft noch im Kino. Rezension überflüssig, wer da nicht mit vollständig durchgespülten Tränenkanälen raus geht, der ---naja, wie soll ich's sagen ?

20.02.2003

Der Mehltau des Totalitären...

... liege längst über den Vereinigten Staaten, meint Michael Schneider im Leitartikel Paranoia und permanenter Krieg im freitag 9/2003 dieser Woche.

Sollte man gelesen und überdacht haben, nicht nur was zum Thema Irak zu destillieren ist. Auch unsere momentan untergegangene Diskussion über den »Sozialen Umbau« mit Lockerung Kündigungsschutz, Tarifverträge, Gesundheitsreform nicht minder: Die USA haben es uns vorgemacht, wir sollten es nicht nachmachen...

Noch mehr zum »Alten Europa« und dem jugendlich-unbekümmerten Amerika? Hier was Kulturelles: Goethe und Jefferson - na wenn das man kein Kontrast ist! Oder doch nicht?

Artikel nicht (mehr) gefunden? Das mag dann daran liegen, dass Artikel immer erst am Freitag online sind - so wie's der Titel sagt.

Abonnieren wäre ein Ausweg...

19.02.2003

Alles schon mal da gewesen!

Kann man aus Geschichte lernen? Eigentlich müsste das funktionieren. Zumindest sind ja zB. Politiker und Journalisten immer dann am schlausten, wenn wieder irgendwo was eingebrochen ist und sie wie Diogenes (lt. Wilhelm Busch) sagen können: »Ja ja, das kommt von das!!« -- Also:

Im Jahr 1226 am Sitz des Deutschen Ordens in Venedig: Ein Botschafter aus Polen überbringt eine Nachricht von Konrad von Masowien mit der Bitte um militärische Hilfe. Das polnische Ansinnen ist für die Kreuzritter ein Geschenk des Himmels, denn der Mönchsorden ist seit den Kreuzzügen ohne Aufgaben und ohne Einkünfte...

Das war der Beginn der deutschen Herrschaft in Polen/Litauen. U.a. resultierte daraus 1410 die grösste Schlacht des Mittelalters, die Schlacht bei Grunwald. Sie endete mit dem Niedergang des Deutschen Ordens.

Vielleicht lässt sich daraus ja was lernen -- für die Nato - oder so...

Andererseits: Wer will es den Polen verdenken, wenn sie gegenüber den Deutschen (und den Franzosen) gewisse Vorbehalte haben? »Deutsche und Polen« sind nun mal ein unglückliches Gespann - ich hoffe: gewesen.

17.02.2003

Déjà vu?

Die Herero klagen auf Wiedergutmachung gegen Good Old Germany - allerdings in Washington. Die irakische Bevölkerung tut sicher gut daran, sich genau anzusehen, wie man das macht: Klagen gegen die Vernichter der Grundlage EINES Lebens, das man man ja nun mal nur hat -- Juden, Roma, Herero...

Da trifft es sich gut - ist's Zufall? -, dass Gerhard Seyfried seinen ersten Roman Herero herausgebracht hat. Gerhard what? Ja - genau der ! Nun gehn Sie mal an den Bücherschrank und schauen Sie nach den alten Comics mit den Knollennasen-Bullen - Lalülala ... Und dann gehen Sie in die Buchhandlung und holen sich Herero, und den stellen Sie genau daneben. Aber erst lesen! (ca. 600 Seiten). Und schon sind Sie schlauer, sparen für einige Abende oder Wochenenden den Strom für den TV und --- ach, es ist herrlich!

Nun aber weiter. Der Herero-Aufstand. Wer kannte ihn, kennt ihn? Und da kommt dann doch wieder auch die alte Frage auf: Wer war das doch immer, der andere Völker mehr oder weniger ausgelöscht hat? Indianer, Inka, ..., Herero, Iraki?

Michael Moore hat die Frage schlicht so beantwortet: (fast) immer der »Weisse Mann«... So what.

Ehe wir uns wieder der Tagesordnung zuwenden, nur noch ein paar kleine Fragen und Anmerkungen:

  1. Wer verdiente im Heiligen Land und hier an den Kreuzzügen?
    Zusatzfrage: Wie kam's, dass angeblich nur »die Juden« mit Geld handeln durften und die Christen reich wurden?
  2. Wer hat an den Hereros verdient?
    Kleine Hilfe: zB. die Deutsche Bank; das war 1890-1915.
  3. Wer hat an der Finanzierung Hitlers verdient?
    Na? - nix wiss? -- [Hilfe]
  4. Wer verdient(e) (immer noch) am Irak?
    Niemand, alles geschieht ohne Hintergedanken, eine gottgefällige Tat einger weniger nicht-fundamentalistischer Ehrenmänner sozusagen.

Mein Gott! Das ist doch nicht schwierig zu verstehen, das ist eben der Fortschritt.

Was
sein muss
muss sein.

Kommentar  Ihr Kommentar...

...und Lösungen zu den paar restlichen lächerlichen Fragen.

15.02.2003

Kennen Sie Europa?

»Kennen Sie Ihre Nachbarn?« hatte ich im Dezember letzten Jahres gefragt. Im guten Glauben, mit Kopenhagen und der Klärung des Vorgehens hinsichtlich der Beitrittsländer ginge es nun voran und es sei and der Zeit, sich auch auf persönlicher Ebene näher zu kommen, damit die »grosse Politik« die realen Gegebenheiten nicht überholt...

Mehr...

07.02.2003

Altern...

...ist ja etwas Unanständiges. Das tut man nicht.

Oder doch?

Jedenfalls ist es ein Thema, dem man (besser: ich - oder jeder) nicht so leicht aus dem Weg gehen kann ;-) und dem ich mich verstärkt widme. Ein neuer Roman von Philip Roth, Das sterbende Tier kam gerade in den letzten Tagen heraus; mag sich jeder drum kümmern, der den Schnuller bereits abgegeben hat... Zum Weg dahin gab's an anderer Stelle was.

Und da der Schnuller was mit Lust zu tun hat und die im Alter ja zuweilen nicht zunimmt, kommen einem doch eine Menge Gedanken in den Kopf - wenn man /ich/jeder ehrlich ist. Oder?

Und da wir immer noch bei der Lust sind: Was hat eigentlich Literatur mit Lust zu tun?

Wie doch alles zusammenhängt...

04.02.2003

Immer nur lesen, ...

... das hält ja keiner aus! Lesen lassen, zuhören, sehen (gesehen werden?) - wenn Sie das mal wieder reizt: Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, sich das »anzutun«

31.01.2003

Ich habe dazu gelernt...

..., dass man neben der militärischen Macht auch noch Vasallen benötigt, sozusagen als »spaltbares Material«. Nicht genug, dass schon Kissinger seinerzeit über die Uneinigkeit der Europäer nichts als Spott übrig hatte - das Wissen um den Anti-XXX-Konflikt ist also schon etwas älter als ein paar Tage - nicht genug damit, dass Rumsfeld diesen Spott vertiefte und die Spaltung Europas in der Frage »Eine Stimme« ankündigen konnte -- nein, Europa als Partner hat sich mal wieder so benommen, wie bekannt: Jeder profiliert sich selbst... In diese Richtung zielt auch ein Kommentar in der taz von heute.

26.01.2003

Kafka aus zweiter Hand...

... ist es zwar, aber -wie mir scheint- WESENTLICHES.

Nach dem, was Rezensenten bisher berichten, muss man da wohl dran:

Reiner Stach: Kafka - Die Jahre der Entscheidungen. S. Fischer, 673 S., 29,90 €. ISBN: 3-10-075114-0

über 600 Seiten - von geplanten (angedrohten?) 2.000 Seiten: Hilft nichts, ich mach' mich dran.

Weitere Besprechungen: [1] :: [2] :: [3]

24.01.2003

Frechheiten...

... kann man sich in vollem Umfang und unbegrenzter Masslosigkeit erlauben, wenn man im Besitz der absoluten (militärischen) Macht ist. Herr Rumsfeld hat es also mal wieder rumpeln lassen und Frankreich und Deutschland als alten Schrott dargestellt. Gleichzeitig zeigt er damit, dass die USA dabei sind, Europa zu spalten. Ob, und in wie weit ihnen das gelingt, hängt wohl wieder am Geld - neben der blanken Gewalt eines der wenigen »Argumente«, mit dem sich die USA Freund & Feind schaffen.

Ob nun -nach der Abfuhr heute- Kanada für das »alte Amerika« steht?

Aber es ist doch zu schön: So langsam wachen & stehen sie auf - die Schläfer, Angsthasen, Wahlkampf-Krüppel, Kleinmütigen. Selbst in der CDU kommen Stimmen auf, die sich das selbständige Denken nicht mehr verbieten lassen, egal ob Dabbelju nun den Beleigten gibt ist oder nicht - zu offensichlich spielt die US-Machtelite mit dem Feuer, zu offensichtlich negiert sie die UN, zu gross ist die Gefahr, mit der infantilen US-Abhängigkeit vom Wähler nicht mehr ernst genommen zu werden.

Und die FAZ präsentierte eine ganze Serie von Antworten von

  • J. Attali
  • L. Bondy
  • C. Clavier
  • R. Debray
  • J. Derrida
  • M. Gallo
  • J. Gerz
  • A. Glucksmann
  • D. Grünbein
  • J. Habermas
  • T. Hettche
  • T.B. Jelloun
  • F. Kittler
  • G. Klein
  • R. Menasse
  • A. Muschg
  • J. Rovan
  • P. Schneider
  • A. Schwarzer
  • J. Semprun
  • P. Sloterdijk
  • M. Tournier
  • P. Virilio
Vielleicht was dabei für Sie? Da die FAZ ihre Artikel nur am Erscheinungstag kostenlos ins Internet stellt, müssen Sie dafür zahlen. Aber per

Kommentar  Kommentar bei mir nachfragen, was sie denn geschrieben haben, kostet nichts...

Horst-Eberhard Richters Artikel über die Schwierigkeiten der Journalisten, Wahrheit und Wahrhaftigkeit nicht nur zu erkennen sondern auch sie auch darzustellen, zu leben - gegen die Bevormundung und den Druck ihrer Brötchengeber, dieser Artikel also kommt gerade richtig. Denn die stromlinienförmige Eingliederung in die Strategien der Mächtigen schein nicht mehr zu funktionieren.

23.01.2003

Umzug

Nur der guten Ordnung halber: Ich bin umgezogen, Anschrift, Telefon, Fax und Anfahrt haben sich dadurch geändert; den einen oder anderen wird's interessieren...

Nach einer umzugbedingten Konsolidierungsphase wird's auch wieder Gehaltvolleres geben..

10.01.2003

Man soll doch die Hoffnung nie aufgeben, ...

...dass Menschen irgendwann zur Vernunft kommen - am besten natürlich, ehe es zu spät ist.

Es dürfte auch viele, auch grosse Zeitungen, überraschen, dass der Druck der "Vernunft" grösser wird. Ausgerechnet im SPIEGEL ONLINE vom 09.01.2003 kann man den Eindruck gewinnen, dass i.S. Irak-Krieg die Front bröckelt, das deutliche Worte fallen, ohne dass gleich wieder einer mit dieser Antiamerikanismus-Keule um sich schlägt:

Unwillige Deutsche, zaudernde Saudis, eine neue türkische Regierung, die Stationierungsanfragen der USA unbeantwortet lässt. Und nun auch noch Großbritannien, das einen möglichen Angriff auf den Irak um mehrere Monate verschieben will. Die möglichen Kombattanten verweigern den Vereinigten Staaten zunehmend den Dienst....

08.01.2003

80 ? Der Kämpe hat Geburtstag!

Josef Weizenbaum wird 80; eine Betrachtung in der c't. Allen, die es sich gemütlich machen in der Welt software-gestützter Lebensweisen, der kritiklosen Machbarkeitseuphorie - ihnen sei dieser Herr ans Herz gelegt. Ach ja, in diesem Zusammernhang: Auch PISA grüsst von ganz weit her...

05.01.2003

Kultur im Tierreich?

Wem das Feuilleton am Wochenende nichts bietet i.S. Kultur: Vielleicht liefert der Blick auf Psyche & Kultur des Orang-Utan, verbunden mit den analogen Blicken auf die daraufhin diskutierenden Menschen eine neue Erkenntnis.

Gehhilfen...

... ins Reich des Medienprimus Internet: Literatur & Links, Kopfnahrung für alle, die der verlorenen Unschuld des WWW nachtrauern bzw. den Vorgang der Defloration kritisch begleiten und verstehen möchten...
04.01.2003

Endrunde?

Georg W. Bush bringt sich endgültig so in Zugzwang, dass eigentlich nichts mehr dafür spricht, dass er gewillt und stark genug sein könnte, freiwillig das Gesicht zu verlieren und sich i.S. Irak zurück zu ziehen;

dh. es wird Krieg geben.

Obwohl das alles mit dem angeblichen Ziel des Feldzugs gegen den Terrorismus im Nachgang zum 11.9. beileibe nichts zu tun hat, finden Sie Hinweise weiterhin dort, wo Sie auch bisher die Links zum Thema Terror & Gewalt gefunden haben.

Ich hoffe, eine hinreichend diplomatische Formulierung - weit genug ab von jeglichem Antiamerikanismus - für den Umstand gefunden zu haben, dass eine paranoide Kaste in den USA endgültig die Macht übernommen hat, die jedes Recht verloren hat, sich demokratisch und/oder menschlich zu nennen.

Auch wenn wir als »Rest der Welt« dieser unverblümten Arroganz, Eigenmächtigkeit und Rücksichtslosigkeit derzeit nichts Eindämmendes entgegensetzten können: Geben wir dennoch der Wahrheit und Wahrhaftigkeit die Ehre. Schröder hat schon Recht, wenn er meint, dass wir aus unserer Geschichte gelernt haben - und ich füge hinzu: wenigstens gelernt haben sollten -, dass Krieg nicht die Lösung bringt und wir uns schon deshalb daran nicht beteiligen dürfen. Gleichgültig, wie uns die realen Machtverhältnisse zwangsweise noch verbiegen werden.

Das ist bitter, insbesondere, wenn »Realisten« mit einem fast zynischen Seitenhieb den Liliputanern, den europäischen Intellektuellen ihre gebundenen Hände vor Augen führen:

...
Daran werden weder die jüngsten Stellungnahmen, die vor einer "Dämonisierung" Saddams warnen und von einem "überflüssigen Krieg" sprechen, etwas ändern, noch die moralischen Vorhaltungen hiesiger Intellektuelle, die sich lieber im allgemeinen America-Bashing üben als eine eurasische Gegenstrategie zu den Welteroberungsplänen der USA entwickeln ...

Aber auch der Autor bleibt ohne Alternativen. Die Schilderung der Ausweglosigkeit alleine genügt eben nicht.

Ältere Beiträge...
zum Anfang   Valid HTML 4.01!      Ältere Beiträge (vor dem 1.1.2003) zurück home