PISA, Aphorismen & Zitate zurück home
  


 
Ein kleines Projekt...

Die hier anlegte Sammlung von Aphorismen und Zitaten soll wachsen.

... und wodurch es ausgelöst wurde

Die Idee kam mir im Zusammenhang mit PISA, der OECD-Backpfeife für (u.a. ...) das deutsche Bildungssystem.

Wie fein, dass wir vor lauter Meinungen nicht mehr denken müssen - dieser Satz kam mir, als ich las, was ich eigentlich wusste: Dummheit ist mittlerweile eine Tugend oder

Sei schlau
Bleib dumm!

Jedenfalls finden Sie Geflügelte Worte z.T. in jedem beliebigen Zitatenschatz, u.U. sogar auf der "letzten Seite" des GOLDENEN BLATTs oder ähnlicher hochgeistiger Literatur - ist aber eher unwahrscheinlich. Aber hier auf alle Fälle.

Wenn Ihnen welche auffallen, schicken Sie sie mir bitte per E-Mail.

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03.07.2003

PISA II

Da haben wir den Salat, zweite Studie, statt 32 jetzt 43 Länder - und wir landen wieder im hinteren Mittelfeld. Nur im Ausgrenzen sozial Schwächerer und von Ausländern, da sind wir in der Meisterriege; ein Beitrag in telepolis.

Nun wurden in Deutschland keine neuen Daten erhoben, lediglich neue Länder kamen hinzu. Hätte wohl auch nicht viel gebracht. Denn erstens können sich die Verhältnisse gar nicht so schnell ändern. Bildung braucht schon Zeit. Zweitens: warum solltle sich etwas geändert haben in Deutschland? Die Bildungspolitik hängt durch, kein Geld, weiterhin Kompetenzgerangel zwischnen den Kultusbehörden der Länder und dem Bund und die multimediale Berieselung durch Funk, TV und Presse wurde auch nicht gehaltvoller. Woher also, fragt sich der denkende Mensch, sollte es also kommen?

IMMER WIEDER: Lesen

Passt. In der taz war ein Kommentar zum Thema zu finden. »Nieder mit Goethe!« titelte der Autor am 19.6.03 auf Seite 12: Die Klassiker der deutschen Literatur sollten Schulverbot erhalten, sie vermiesten den Jugendlichen die Lust am Lesen und verbauten frischen Autoren den Weg zum Publikum. Wenn's denn je so ernst gemeint war - was ist davon zu halten?

Selbstverständlich kommt kein Pauker auf den verrückten Dreh, 13-Jährige mit „Faust" zu quälen, das passiert in der Oberstufe, und da sollte das Leseverhalten eigentlich bereits so gefestigt sein, dass es einen Klassiker verträgt. Wer zu Hause nicht zum Lesen angehalten wird (mit adäquatem Material, Pippi, Potter etc.), dem ist in der Schule schwerlich zu helfen, da helfen dann auch nicht l00-prozentig die modernen Autoren; und wer wäre das denn z.B.?

Bleibt festzustellen: Wir sollten unsere Klassiker aus dem Kinderzimmer raushalten (außer Max & Moritz, Struwwelpeter, Robinson Crusoe, Schatzinsel, Heldensagen, Lindgren und natürlich all dem anderen, was Spaß macht ...) Und wenn die Kleinen danach, und nach geduldigem, jahrelangem gemeinsamem regelmäßigem Vorlesen dann in der Oberstufe an den Klassikern scheitern - ja dann: dann ist was schiefgelaufen, aber nicht in der Deutschstunde ...

Bleibt zum guten Schluss nur noch ein -natürlich!- lierarischer Hinweis:

»Warum Klassiker lesen?«

fragt Italo Calvino in seinem neu auf deusch erschienen Buch, erschienen bei Carl Hanser. Und er kommt zu einem verblüffend einfachen Ergebnis:

»... Es ist klassisch, was als Hintergrundgeräusch auch dort bestehen bleibt, wo die unverträglichste Aktualität den Ton angibt.«

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ältere Beiträge:

PISA I

Dem Volk der Dichter und Denken hat die Welt mit PISA also einen Denkzettel verpasst:

  • Eltern kümmern sich nicht um ihre Kinder, parken sie vom dem TV
  • Lehrer interessieren sich nicht genügend für ihre Schüler
  • Schüler können nicht lesen, schreiben, rechnen - verstehen...

Lesen Sie auch beim ARD über die Bildungsstudie und erste Reaktionen.

Und wir reagieren beleidigt bis überheblich. Aber so pauschal das klingt, so ist es doch nicht falsch, zumindest, was sich statisch festmachen lässt. Wo der Hinweis, mal wieder ein Buch zu lesen, mit mitleidigem Grinsen beantwortet wird, wo elementarste Rechschreibung nicht nur missachtet wird sondern sogar zu bewusstem Miss- oder Nichtverstehen des Geschriebene führen darf (z.B. in E-Mails...), da sind vielleicht einige grundlegende Gedanken über Kultur und Intelligenz nicht fehl am Platz.

Vor allem, wenn man sich anhört, welche Vorschläge jetzt aus mehr oder weniger berufenem Munde kommen. Aus Bayern (!) schallt es "Ordnung, Disziplin, Fleiss und Anstrengungsbereitschaft" (Stuttgarter Zeitung vom 17.12.2001, Seite 2) vom Vielleicht-Kanddaten der CDU/CSU. Seine Kultusministerin erinnert sich sogar noch an das, was wir vor 30 Jahren schon hatten: die Vorschule - nur dass sie dafür einen neuen Namen gefunden hat, welch fulminante kulturelle Leistung: Ein Pflichtkindergartenjahr soll her...

Seit Anfang der 70-iger-Jahre haben wir uns den Mund fusselig geredet: Vorschule, kleinere Klassen, Ganztagesschule, Gesamtschule, Integration. Was kam, war der Hinweis auf den Pillenknick, die Abschaffung der Vorschule, Verteufelung der Mengenlehre. Wie nun wieder: Praktische Intelligenz ist angesagt, nicht begreifen und verstehen, nur können...

Man könnte den Bogen jetzt aufspannen, z.B. hin zur Nutzung von Computern, der tumben Nutzung eines doch so wirkungsvollen Werkzeugs, zur Faulheit, sich Gedanken über die eigene Freiheit und Verantwortung zu machen, bis hin zu Otto-Katalog I und II. ... Aber lassen wir's bei Andeutungen.

Ach ja: Es gibt mittlerweile doch tatsächlich Stimmen, die es wagen, der Allgemeinbildung das Wort zu reden. Doll.

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Wie heisst das doch gleich...

... wenn jemand lesen kann?

Einen sehr bedenkenswerten (bedenklichen?) Artikel von Tom Appleton habe ich bei Telepolis gefunden. Kurz gefasst (aber bitte trotzdem lesen!) geht es dort darum, dass uns in der deutschen Sprache seit mehr als 20 Jahren ein Wort für die an sich einfache Fähigkeit fehlt, lesen und das Gelesene verstehen zu können.

Vielleicht machen Sie vor dem Lesen des Artikels mal den Versuch, ein Wort dafür zu finden?

 
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