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Wo rauscht er noch, der Blätterwald?

Neben Büchern gibt es ja noch Zeitungen, die man ab und zu lesen sollte. Aber immer weniger Menschen tun das wohl:

Der Geist in der Presse :: Goedart Palm, 15.10.2002 :: Vom Tod im Blätterwald

Oder lesen wir nur weniger Werbung, weswegen die ausbleibt, weswegen das Geld dafür ausbleibt, weswegen...? Fakt ist, die grosse Gefahr und teilweise bereits Realität des Zeitungssterbens - oder zumindest -siechens, sie bestehen. Deshalb hier ein paar Einstiege. Lesen wir sie, so lange es sie noch gibt...

Nun bekleckert sie sich natürlich auch nicht täglich mit Ruhm. Insbesondere die Zunft derer mit den bunten Bildern berichten ja stets bis häufig, bevor sie nachdenken. Aber auch von der schreibende Zunft würde man sich häufig Gehaltvolleres, Kritischeres, Ausgekochteres wünschen. Ich weiss: Wes Brot ich ess...

Die entscheidende Passage zitiere ich hieraus:

...John Swinton, dem Doyen der amerikanischen Presse und einstigen Redaktionsleiter der "New York Times":

«Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es und ich weiß es. Es gibt niemanden unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn er es tut, weiß er im Voraus, dass sie nicht im Druck erscheint. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin. Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde sofort auf der Straße und müsste sich nach einem neuen Job umsehen. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unser Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.»

Swinton sagte das vor dem New Yorker Presseclub, im Jahre 1880... Aktueller geht's nimmer.

So. Und wenn wir das wissen - und wir wissen es spätestens jetzt - dann sollten wir genauer hinsehen, sprich: in verschiedenen Quellen lesen.

Auf geht's, und viel Spass. Noch gibt es welche.

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