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16.06.2003

Recht auf Arbeit?
Recht auf Faulheit?

Arbeit...

... ist Mangelware - nicht erst seit dem (angeblichen) Streit zwischen Alt & Jung. Fest steht doch, dass kein Politiker die Wahrheit weiss oder sagt, kein Unternehmer die Chance verpassen will, in dieser einmalig günstigen Situation den Sozialstatus der breiten Arbeitnehmerschaft »zurück zu stutzen«, kein Vermögender gewillt ist, auch nur auf eine müde Mark -naja: müden EURO- zu verzichten, alles ins Ausland schafft (angeblich), sich gegen eine für jeden Arbeitnehmer selbstverständliche Tranmsparenz seiner Vermögens- und Einkommensverhältnisse (erfolgreich!) wehrt und die Mehrheit verlernt hat, wer eigentlich ihre Interessen vertritt, vertreten sollte - ggf. welche Gewerkschaft warum diese Interessen vielleicht nicht vertritt. Kurz: Demokratie ist auf dem Rückzug, Solidarität aller weniger als ein Fremdwort, Wahlen lohnen nicht mehr, weil es nichts zu wählen gibt, was sich unterscheiden würde vom Gewürge der anderen...

Fest steht nur eins: So kann es nicht weiter gehen. Ich habe da nur ein Patentrezept: Sich informieren, nachdenken, diskutieren, solidarisch handeln. Und die, die uns vertreten kontrollieren: Jede Regierung ist so gut wie ihre Wähler, jede Gewerkschaft so gut wie ihre Mitglieder, jede/r/s
-- lassen wirs dabei bewenden.

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Faulheit...

... ist ja an sicht nichts Schlechtes, das fand 1883 jedenfalls der Schwiegersohn von Karl Marx, Paul Lafargue und hat das in seiner Schrift »Das Recht auf Faulheit - Widerlegung des 'Rechts auf Arbeit' von 1848« begründet. Dass er ob solcher Gesinnung ins Gefängnis wanderte, das ist logisch und nur gerecht. Altes Europa. Wir haben dazu gelernt...

»Ich will den Einfluß der Kirche umfassend wieder herstellen, weil ich auf sie zähle in der Verbreitung jener guten Philosophie, die den Menschen lehrt, daß er hier ist, um zu leiden, und nicht jener anderen Philosophie, die im Gegenteil zum Menschen sagt: »Genieße!«.«
(Thiers, 1849, Mitglied der Kommission für den Grundschulunterricht)

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Linkliste »Arbeit«

 
Klartext e.V. :: Zweck des Vereins ist es, Probleme der sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheit aufzugreifen. Der Verein will in diesem Sinne Ausländerfeindlichkeit und Rassismus entgegenwirken. Der Verein wendet sich mit allen zur Erreichung des Vereinszwecks geeigneten Mitteln an die Öffentlichkeit und tritt für die Freundschaft zwischen den Völkern ein.

Ein paar Prozent Streit :: DIE ZEIT, Peter Müller :: Er wurde gehasst und geliebt, erlaubt und verboten: Eine kleine Geschichte des Zinses

Wachstum, Wachstum über alles :: telepolis, Norbert Rost 30.05.2003 :: Neues Wirtschaftswachstum Soll Deutschland wieder auf die Beine bringen, doch niemand macht sich Gedanken, was das langfristig bedeutet und wie es funktionieren soll :: Mehr Wachstum! Am liebsten 3%, das nennt man dann "Boom". Politiker, Wirtschaftler, die Gewerkschaften, "echte" und "Hobby"-Experten fordern es. Auf der Strecke bleibt der gesunde Menschenverstand.
Forumbeiträge

Volle Panik auf der Titanic :: telepolis, Goedart Palm 26.05.2003 :: Agenda ohne Steuermann - das trunkene Schiff BRD in den Strudeln der Demokratie
   "Hitler brauchte weder auf Unternehmerverbände noch auf Gewerkschaften Rücksicht zu nehmen, er konnte beide in der ´Deutschen Arbeitsfront´ zusammenzwingen und damit lahm legen, und er konnte jeden Unternehmer, der ungenehmigte Auslandsgeschäfte machte oder die Preise seiner Ware erhöhte, ebenso ins KZ sperren wie jeden Arbeiter, der Lohnerhöhungen verlangte oder gar dafür zu streiken drohte", merkte Sebastian Haffner zum deutschen Wirtschaftswunder nach 1933 an. Auch wenn die faschistische Rosskur jener Tage schließlich in der totalen Katastrophe mündete und nicht allein aus diesem Grunde indiskutabel ist, gerät man im Angesicht der gegenwärtigen politischen Bewegungsstarre ins Grübeln.

Vom Menschenrecht auf Faulheit :: telepolis, Goedart Palm 09.04.2001 :: Der Bundeskanzler im Kampf gegen staatlich alimentierte Faulheit
   Linda Evangelista würde Kanzler Schröder keine Freude bereiten: Hat das Topmodel doch gesagt, dass sie sich für unter 10.000 Dollar täglich erst gar nicht aus dem Bett erheben würde. Vielleicht sieht es mancher Sozial- oder Arbeitslosenhilfeempfänger ja ähnlich, wenn er für unter 1.000 DM monatlich aufstehen soll. Aber mit diesem Müßiggang ist jetzt Schluss.
   "Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft" meint der pragmatische Sozialdemokrat Schröder. Wer also zumutbare Arbeit ablehne, dem solle auch die Unterstützung gekürzt werden.

Die entzauberte Zukunft :: Weltwoche, Matthias Horx :: Reichtum für alle dank New Economy, digitale Revolution der Arbeitswelt, Gentechnologie gegenden Welthunger: Die futuristischen Heilsversprechen der Neunziger haben ausgedient. Das neue Zeitalter wird normaler, menschlicher und deshalb gefährlicher.

Knappheit für alle :: taz, PETER FUCHS :: Arbeit und nichts anderes soll für jeden Menschen die Teilhabe an der Gesellschaft gewährleisten. Systemtheoretische Anmerkungen zur aktuellen Sozialdebatte, die in staubigen Gleisen rangiert :: Arbeitslosigkeit ist in der Gegenwart zweifelsfrei ein herbes Schicksal und - da sie in Massen auftritt - eine kaum zu überschätzende Bedrohung der sozialen Ordnung. Sie ist das Skandalisierungsthema schlechthin in allen öffentlichkeitswirksamen Arenen der Bundesrepublik. Dabei wird häufig so verfahren, als sei Arbeit etwas quasi Naturwüchsiges, das Innehaben von Arbeitsplätzen automatisch positiv, das Nicht-Innehaben automatisch negativ.

Wortklauberei: Zwischen Schein und Sein :: FR, 7.5.03 von MARKUS BRAUCK :: Ein neues Wort ist immer ein Geschenk. Und jetzt gibt es wieder ein besonders schönes: Scheinarbeitslose. Nach Scheinschwangerschaften und Scheinehen bleibt uns auch das nicht erspart. Empörend, dass da jemand nur zum Schein - es soll übrigens jeder Fünfte sein - arbeitslos ist.

Visionen für drei Monate :: taz, ULRIKE HERRMANN :: Auch bisher wurde bei den sozial Schwachen gekürzt, und die Linken schwiegen. Die Schieflage wurde geschickter kaschiert. Jetzt ist Schröder ehrlich - daher der Widerstand :: Irgendwann wird es geschehen, dass die Vollbeschäftigung auch als Fiktion nicht mehr zu halten ist. Was wohl passiert, wenn dieser Realitätssschub die Wähler erreicht? Das wird noch spannend. Vielleicht kommt dann die Zeit für echte Visionen. Nur: Solange es in der Politik noch nicht einmal möglich ist, das Problem korrekt zu beschreiben, so lange kann es gar keine Lösung geben.

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